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Deko
Eine Lesefibel

Unterhaltung by reimtsich.net[t]

Deko

Verkostet und geschlemmt

Man hat verkostet und geschlemmt,
die Weihnachtsgans liegt noch im Magen,
man war entfesselt und enthemmt,
und voll gestopft hat man den Kragen.

Gefrönt hat man dem Gaumenschmaus,
denn köstlich waren Leckereien,
und man ließ keine Mahlzeit aus
ob Rinder- oder Schweinereien.

Schon morgens Kuchen zum Kaffee,
und Rührei mit gekochtem Schinken.
Am Nachmittag gabs Rum im Tee,
denn schließlich braucht man was zum Trinken.
  runter Lippen

- 1 -

Geknabbert hat die Tagesschau,
und röstfrisch waren die ge-Nüsse,
dann brachte noch die Ehefrau
mehr als ein Dutzend Neger-Küsse.

Man lebte wie ein Wüstenscheich,
ein Bauchansatz ist zu entdecken,
die Speisen kalorienreich.
Jetzt ist es ratsam abzuspecken.

© Roman Herberth

 

- 2 -

Die letzte Straßenbahn

Nun ist es Zeit, Ade zu sagen.
Gleich fährt die letzte Straßenbahn.
Vor Wind schützt mich mein Mantelkragen.
Das Treffen hat mir gut getan.

Denn es entwirrt sich oft ein Faden,
wenn man mit einer Freundin spricht.
Ein off'nes Ohr kann keinem schaden,
denn es bringt mancherlei ans Licht.

Du warst bereit, mir zuzuhören.
Geschenkt hast du mir deine Zeit.
Ich durfte deine Kreise stören,
als wäre es dein Tränenleid.
  runter Lippen

- 3 -

Ich möchte einfach 'Danke sagen'.
Und fühle mich in deiner Schuld.
Nicht jeder hat in diesen Tagen
für Weggenossen noch Geduld.

Und kämpfst du mal mit fiesen Geistern,
will ich dir treu zur Seite steh'n.
Gemeinsam werden wir sie meistern,
indem wir nach dem Rechten seh'n.

© Roman Herberth

 

- 4 -

Nichts ist von Dauer

Die Ebbe wartet auf die Flut.
Die Sonne lacht nach jedem Regen.
Die Ente sorgt für ihre Brut.
Ihr Erpel, der hat nichts dagegen.

Man liebt sich, und gerät in Streit.
Die Hoffnung lechzt nach einem Funken.
Die Zeit träumt von der Ewigkeit.
Ein Zecher, von den Bierspelunken.

Die Tage münden in die Nacht.
Und auf die Freude folgt die Trauer.
Der Mann im Mond gibt auf uns acht.
Und überhaupt nichts ist von Dauer.
  runter Lippen

- 5 -

Es schmückt sich jede Innenstadt.
Und es erklingen Weihnachtslieder.
Die Augen sehen sich nicht satt.
Es gilt das: Alle Jahre wieder.

Das Jahr ist langsam auf dem Sprung.
Dann ist es nicht mehr zu gebrauchen.
Zurück bleibt die Erinnerung,
jedoch selbst sie wird untertauchen.

© Roman Herberth
 

- 6 -

Man denkt an Gestern

Man denkt an Gestern, plant für Morgen.
Zieht in Betracht, wie's früher war.
Man macht sich um die Zukunft Sorgen.
Und endlos tönt ein Kommentar.

Man hortet die erlebten Stunden.
Man träumt zurück, und weit voraus.
Es schmerzen die verheilten Wunden.
Worauf man pocht, das nimmt Reißaus.

Das Gestern wird zum Leckerbissen.
Die Unwahrheit wird gern kredenzt.
Vom Heute möchte man nichts wissen.
Es wird beharrlich ausgegrenzt.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 7 -

Seit Jugendtagen

Man wartet auf das große Glück.
Und das bereits seit Jugendtagen.
Man träumt von einem Sahnestück,
und man riskiert oft Kopf und Kragen.

Die Sucherei verläuft im Sand.
Und man beginnt dann laut zu fluchen.
Die Lage, ernst und angespannt.
Trotz allem wird man weitersuchen.

Dann stößt man auf ein Sex-Appeal.
Man huldigt ihm für kurze Dauer.
Doch später wird es uns zuviel.
Im Nachhinein ist jeder schlauer.

Man ist enttäuscht und sucht nicht mehr.
Denn was man sucht, lässt sich nicht finden.
Dann kommt das wahre Glück daher,
doch man beschließt, sich nicht zu binden.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 8 -

Nur von kurzer Dauer

Das Glück war nur von kurzer Dauer.
Sein Schein war leider trügerisch.
Im Nachhinein ist jeder schlauer,
dann liegen Fakten auf dem Tisch.

Vom 'Glücklich sein' ist nichts geblieben.
Es hat sich aus dem Staub gemacht.
Nun wird es einfach abgeschrieben,
denn es hat mir kein Glück gebracht.

Ich werde es nicht mehr erwähnen.
Denn es ist nicht der Rede wert.
Es rührt mich sicher nicht zu Tränen,
denn ich bin längst von ihm bekehrt.

Was gestern galt, ist bald vergessen.
Das gilt für jedes kurze Glück.
Ich lasse mich davon nicht stressen.
Ich denke vorwärts, nicht zurück.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 9 -

Nixen, Träume, Schnapsideen.
Täglich eine gute Tat.
Sphinxe, Prinzen, Märchenfeen.
Mutter Erde, Vater Staat.

Hahnenkämpfe, Ringelreihen.
Lügen, Wahrheit, Spott und Hohn.
Schuld zuweisen, und Verzeihen.
Streitgespräch mit Gottes Sohn.

Galgenstricke, rote Fäden.
Große Liebe, Treueschwur.
Und man platzt aus allen Nähten,
Traurigkeit hat Konjunktur.

Siebter Himmel, Meerjungfrauen.
Liebe, Trost, 'Geborgen sein'.
Zuversicht und Gottvertrauen.
Später geht die Primel ein.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 10 -

An jedem ...

An jedem nagt der Zahn der Zeit.
Oft wird versucht, das aufzuhalten.
Kein Werden ist davon befreit,
da immer die Geschicke walten.

Man zollt dem Leben den Tribut.
Und keiner kann sich dem entziehen.
Selbst wenn man überhaupt nichts tut,
vor dem Verschleiß kann man nicht fliehen.

Man wird geboren, dann steht fest,
von nun an sterben wir in Raten.
Man geht, was sich nicht sehen lässt,
ganz langsam aber sicher baden.

Die Blüten stehen sprungbereit.
Kaum haben sie ihr Werk begonnen,
sind sie bereits dem Tod geweiht,
denn wie gewonnen, so zerronnen.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 11 -

An Traditionen festhalten

An Traditionen festzuhalten,
ist sicher aller Ehren wert.
Doch auch das Neu- und Umgestalten
ist nicht in jedem Fall verkehrt.

Die Welt soll man nicht besser machen,
weil das an unsren Nerven sägt.
Man kann sich schon ins Fäustchen lachen,
wenn man vor seiner Haustür fegt.

Die Nachbarn kann man nicht bekehren,
denn jeder sitzt auf seinem Thron.
Sie würden uns das Fürchten lehren.
Und Streit vertreibt die Diskussion.

Was bringt uns Glück? Was wird uns schaden?
Und welche Schritte sind gewagt?
Man ginge sang- und klanglos baden,
wenn man sich nicht mehr hinterfragt.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 12 -

Das Gestern wurde abgeschrieben

Das Früher hat nichts mehr zu melden.
Vor seinen Folgen wird man fliehen.
Das Gestern lässt man nicht mehr gelten.
Und man wird schlaue Schlüsse ziehen.

Vergangenes wird abgeschrieben.
Und keiner wird es mehr erwägen.
Man ist sich selber treu geblieben.
Das wird uns für die Zukunft prägen.

Man schwelgt nicht in Erinnerungen.
Die Finger wird man davon lassen.
Und man lebt frei und ungezwungen.
Den Anschluss wird man nicht verpassen.

'Die ach so gute, alte Zeit'
wird sich zum Glück nicht wiederholen.
Denn sie ist längst Vergangenheit.
Sie zu vergessen, wird empfohlen.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 13 -

Der Käse ist gegessen

Der Käse, wieder mal gegessen.
Was wichtig schien, wird sekundär.
Es zählen andre Interessen.
Das Gestrige, das gilt nicht mehr.

Man fühlt sich wieder aus dem Schneider
Es ist nicht länger wie verhext.
Die Stimmung ist beschwingt und heiter.
Und weiter geht es jetzt im Text.

Man musste keine Federn lassen.
Die Kurve hat man noch gekriegt.
Man kann sein Glück noch gar nicht fassen,
obwohl es uns am Herzen liegt.
  runter Lippen

- 14 -

Das große Los scheint uns gewogen.
Man fühlt sich wieder vogelfrei.
Und Lehren hat man auch gezogen.
Ein Kelch ging knapp an uns vorbei.

Es ist noch einmal gut gegangen.
Die Sorgen standen sprungbereit.
Ein Spinnennetz nahm uns gefangen.
Jedoch wir haben uns befreit.

© Roman Herberth
 

- 15 -

Man schwärmt von alten Zeiten

Man schwärmt von guten, alten Zeiten
und übersieht oft wie es war.
Nur selten war man zu beneiden.
Dass man sich täuscht, ist offenbar.

Ganz hanebüchen sind Geschichten,
denn man trägt meistens sehr dick auf.
Man möchte nicht darauf verzichten,
die Flunkerei nimmt man in Kauf.

Wer zuhört, ruft nicht polternd 'Schwindel',
denn Spaß hat unser Freundeskreis.
Man packt mit an und trägt am Bündel,
das liefert letztlich den Beweis.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 16 -

Kindheit und Jugendjahre

Es prägt uns die Vergangenheit,
die Kindheit und die Jugendjahre.
Man wird zwar älter mit der Zeit,
doch der Verstand bleibt Mangelware.

Dem Falschen jagt man hinterher.
Vom Trugschluss lässt man sich meist blenden.
Man rennt ins Unglück, kann nicht mehr,
dort wird das Böse böse enden.

Gestartet wird ein Zweitversuch.
Die Lehren haben wir gezogen.
Man braucht dazu kein schlaues Buch
und keine spitzen Ellenbogen.
  runter Lippen

- 17 -

Man glaubt an seinen Lebensstil.
Von Zwängen kann man sich befreien.
Auf unsrem Weg zum nächsten Ziel
kann das Durchdachte gut gedeihen.

Was werden wird, ist unbekannt,
doch man versucht, sich treu zu bleiben.
Die Zuversicht gibt sich entspannt
und lässt sich von der Strömung treiben.

© Roman Herberth

- 18 -

Der Lauf der Welt

Es bleibt bekanntlich nichts beim Alten.
Es ändert sich der Lauf der Welt.
Mal Kummer und mal Sorgenfalten.
dann ist es gut um uns bestellt.

Ein Biedermann tanzt aus der Reihe.
Gefunden wird, wonach man sucht.
Es staunt der Fachmann und der Laie,
mal wird geklatscht, und mal geflucht.

Das ganze Werden wird vergehen,
denn immer wendet sich das Blatt.
Mal Hektik und mal Däumchen drehen.
Man hat genug, und wird nicht satt.

Was gestern galt, wird nicht mehr gelten.
Mal Redefluss, mal Schweigsamkeit.
Erst hat man viel, dann nichts zu melden,
das wird uns allen prophezeit.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 19 -

Die Zeit vergeht

Die Zeit vergeht, sie bleibt nicht stehn.
Sie schreitet unaufhörlich fort.
Es kann sie keiner rückwärts drehn,
doch sie tickt niemals im Akkord.

Sie nimmt sich für das Schöne Zeit,
und jeder wird von ihr geprägt.
Sie ist stets start- und sprungbereit,
und wird zur Hoffnung, die uns trägt.

An ihr kommt keine Sau vorbei,
kein schwarzer Kater und kein Hund.
Mal Hochgenuss, mal Wehgeschrei,
und keiner kennt den Hintergrund. runter Lippen

- 20 -

Man wartet voller Ungeduld,
und fährt aus seiner dünnen Haut.
Der Zeit, der gibt man dann die Schuld,
die bösen Stimmen werden laut.

Das Leben hat nicht endlos Zeit,
und Mutter hat es uns geschenkt,
es dauert keine Ewigkeit,
woran man äußerst selten denkt.

© Roman Herberth

- 21 -

Wie im Flug

Ein schöner Tag vergeht im Flug.
Ein krummer zieht sich in die Länge.
Vom ersten kriegt man nie genug,
der zweite treibt uns in die Enge.

Was uns gefällt, geht schnell vorbei,
und was uns wurmt, scheint anzudauern.
Ist uns ein Thema einerlei,
wird es an jeder Ecke lauern.

Geht was mit rechten Dingen zu,
muss keiner nach dem Rechten schauen,
denn das hält man für streng tabu,
und keiner hat daran zu kauen.

Ein schöner Tag verleiht uns Schwung,
und den Gedanken wachsen Flügel.
Man fühlt sich herzerfrischend jung,
und hängt den Alltag an den Bügel.

Roman Herberth

runter Lippen

- 22 -

Deko
Ende gut - Alles gut !
Deko


 








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O, du lieber Augustin

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Spannenlanger Hansel, nudeldicke Dirn

Laßt uns froh und munter sein

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Kommt ein Vogel geflogen

Disselhoff, August

Nun ade, du mein lieb Heimatland

Fallersleben, Hoffmann von

Der Kuckuck und der Esel

Bienchen summ herum

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Kein schöner Land in dieser Zeit

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Der Mai ist gekommen

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Auf, Matrosen, die Anker gelichtet

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Müller, Wilhelm

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