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Deko
Eine Lesefibel

Unterhaltung by reimtsich.net[t]

Deko

Tragische Liebe
Ein Huhn hat seinen Hahn verlassen,
denn er ging täglich mehrmals fremd.
Sie gab, das kann sie nicht mehr fassen,
dem Hahn ihr letztes Unterhemd.
Verteufelt wird der Schürzenjäger.
Der schräge Vogel kann mich mal.
Man wusste, er ist Ordensträger,
Doch was er tat, war ein Skandal.
"Für mich zählt neben Liebe, Treue.
Ich lege sehr viel Wert darauf.
Die Perlen sind doch nichts für Säue.
Zu Gockeln ist sein Lebenslauf.
Er wird mich sicher nicht vermissen.
Und er vergisst, dass es mich gibt.
Ihm fehlt Gehirn, und ein Gewissen.
Sein ganzer Stolz: Er ist beliebt."
Ihr Herz war mehr als angefressen.
Das Legehuhn schob tierisch Frust.
Doch später hat sie sich vergessen:
Und nahm sich diesen Hahn zur Brust.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 1 -

Schaf-Schur

Die Schafe treibt man in den Stall.
Man will an ihre weiche Wolle.
Das führt natürlich zum Krawall.
Ein schwarzes Schaf fällt aus der Rolle.
Es öffnet sich das Scheunentor.
Es blitzen scharfe 'Heckenscheren'.
Doch einer beugt den Fragen vor:
'Sie werden sich bestimmt bewähren.'
Die Scheren stehen unter Volt.
Zum Schutz dient jeder Schuko-Stecker.
Dem Strom hat man Tribut gezollt.
Den Schafen fällt man auf den Wecker.
Die Angst bewirkt, der Hintern kackt.
Und Schafe haben keine Hose.
Ein Drittel ist geschert und nackt.
Wer hat den Mut?
Und zieht den Stecker aus der Dose.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 2 -

Ein Interview

Ein Ochse wurde interviewt.
Er stellte sich den dummen Fragen.
Man sah ihm an, er fühlt sich gut,
Und hat erstaunlich viel zu sagen.

Die Schule hat er nicht besucht.
Von klein auf hat er mitgeackert.
Die Eltern waren nicht betucht,
und haben sich schwer abgerackert.

Im Sommer biss er in das Gras.
Ein Stroh- und Heugemisch im Winter.
Und wenn er einmal Hafer fraß,
das war wie Weihnachten für Kinder.

Ich lechze nicht nach Geld und Gold.
Mein Traum, das waren ein paar Söhne.
Mein Schicksal hat es nicht gewollt.
Doch ich blieb offen für das Schöne.
  runter Lippen

- 3 -

Behutsam gehe ich ans Werk.
Ich checke alle Schwierigkeiten.
Denn jeder Ochse vor dem Berg
wird eines Tages furchtbar leiden.

Der Fortschritt kommt gerade recht.
Die Landwirtschaft, ein Zukunftsfaktor.
Doch meine Knochen sind geschwächt.
Zur Hilfe eilt mir jetzt der Traktor.

© Roman Herberth

 

- 4 -

Volksaufstand

Im Hühnerhof herrscht die Idylle.
Das sieht man auf den ersten Blick.
Man legt ein Ei in aller Stille.
Verpönt sind Stimmen der Kritik.

Per Grundgesetz sind Legehennen
die Herrscherschicht im Hühnerreich.
Ich schaue hin und kann erkennen:
Der Gockel führt sich auf als Scheich.

Er erntet grenzenlos Vertrauen.
Und er verscheucht den Störenfried.
Nur er allein beglückt die Frauen.
Erotik ist sein Hauptgebiet.
  runter Lippen

- 5 -

  Die Meinung kippte und sie schmollte,
erst leise und im Untergrund.
Im Anschluss folgte die Revolte.
Es ging hoch her. Und es ging rund.

Der Gockel musste Federn lassen.
Der große Volksaufstand beschloss:
Ein Hahn je Huhn, das müsste passen.
Die Henne aber ist der Boss.

© Roman Herberth

 

- 6 -

Auf einer Scholle

Auf 'ner Scholle am Polar
hat ein Walross Platz genommen.
Schollen sind inzwischen rar.
Jeder weiß, sie sind willkommen.

Ganze Sippen starben aus.
Jämmerlich sind sie ertrunken.
Kind und Kegel, Mann und Maus
sind im warmen Meer versunken.

Hoffen, Bangen, bis zum Schluss.
Ausgelöscht, fast eine Gattung.
Und es kam, was kommen muss,
meistens eine Seebestattung.
  runter Lippen

- 7 -

Weder Dank, und auch kein Trost
für die Hinterbliebenen.
Wer es hörte, war erbost.
Hilfe den Vertriebenen.

Hoch im Norden am Polar
lässt sich keine Zukunft planen.
Jedes Fell und jedes Haar
hisst auf Schollen Trauerfahnen.


© Roman Herberth

- 8 -

Die Kaulquappe

“Ihr geht mir tierisch auf den Seiher“,
unkt eine Kröte auf dem Teich.
Dann springt sie wütend aus dem Weiher.
Es kaulquappt wild im Schilfbereich.
Die Neugier paddelt unverdrossen
durch lang geschlingtes Algengrün.
Es mangelt zweifelsfrei an Flossen.
Doch sie verfolgen ihren Spleen.
Es lauern überall Gefahren.
Ein Vogel stelzt am Uferrand.
Er ist sich sicher, und im Klaren,
bald liegt das Futter auf der 'Hand'.
Die Quappe kault auf Wasserstraßen.
Es drückt sie nichts, nicht mal ein 'Schuh'.
Sie will mit einer zweiten spaßen,
da schnappt ein Vogel blitzschnell zu.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 9 -

Eine Schweine-Familie

Die Muttersau teilt mit dem Eber
das Strohbett und den Futtertrog.
Verlass ist auf den 'Brötchengeber'.
Doch nie erfolgt ein Dialog.

Die Ferkel grunzen, nicht zu fassen,
im ausgedienten Pferdestall.
Dort können sie die Sau rauslassen.
Ihr Quieken dringt nach überall.

Sie drücken mächtig auf die Tube.
Die Eltern sind wie aufgehetzt.
'Wo bleibt denn ihre Kinderstube?'
Die wurde in den 'Sand' gesetzt.

Die Muttersau will darauf pochen:
'Beim nächsten Wurf wird alles besser!'
Sie hat jedoch zu viel versprochen.
Der Bauer liefert sie ans Messer.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 10 -

Im Vogelnest

Im Vogelnest piepst keine Feder.
Sie sind beflügelt abgedampft.
Man flog sehr viele Kilometer.
Kein Flügel hatte sich verkrampft.

Der Vogelschwarm lag in den Seilen.
Denn was zu viel ist, ist zu viel.
Gezwitscher wollte man nicht teilen.
Erschöpft fand man zum Reiseziel.

Kein Vogel überzog die Betten.
Man schlief sogar im Stehen ein.
Sie wollten ihren Kopf verwetten:
In Zukunft wird das anders sein.

Wer Vögel kennt, schenkt ihnen Glauben.
In Afrika spielt die Musik.
Die Spatzen und die Friedenstauben
ernährt die Bundesrepublik.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 11 -

Faul im Stroh

Ein Ferkel lümmelt faul im Stroh,
und lässt die Seele baumeln.
Bald wird es, ohne Risiko,
in Phantasien taumeln.

Den Saustall lässt es hinter sich.
Und niemand kann es zügeln.
Die Traumwelt lässt ihn nicht im Stich.
Sie wird den Geist beflügeln.

Das Ferkel tankstellt kein Benzin
für die Gedankenreise.
Es führt zum Ziel, nicht zum Ruin,
und mager sind die Preise.

  runter Lippen

- 12 -

Kein Ampelrot wird Gegenwart
und auch kein Zebrastreifen.
Kein Stau stoppt seine freie Fahrt.
Es quietscht kein Autoreifen.

Die Muttersau, sein Polizist,
winkt kräftig mit der Kelle,
so dass es seinen Traum vergisst.
Der Alltag ist zur Stelle.

© Roman Herberth  

 

- 13 -

Viel gesehen

Mein Vogel hat schon viel gesehen.
Er kennt die Berge und das Meer.
Er ist geübt, im Däumchen drehen.
Kein Mensch macht ihm das Leben schwer.

Er merkt, wenn ich nicht richtig ticke.
Dann gibt er Zunder, was mich stört.
Er eilt auf die Kommandobrücke,
obwohl er nicht dorthin gehört.

Er hält zu mir. Die keusche Treue
begleitet mich durch Tag und Jahr.
Das macht mir Mut. Und alles Neue
wird nicht zur drohenden Gefahr.
  runter Lippen

- 14 -

Der Tag wird kurz. Die Vögel reisen.
Mein Vogel fühlt sich wohl bei mir.
Er will nicht fern im Süden kreisen.
Und er behauptet sein Revier.

Gemeinsam heilen wir die Schrammen.
Ich trinke, er ist abstinent.
Das Leben meistern wir zusammen.
Und taumeln in ein Happy End.

© Roman Herberth

 

- 15 -

Falsch oder Richtig

Die Mücke sucht nach neuen Wegen.
Sie will nicht länger Blut absaugen.
Sie möchte keine Nerven sägen.
Denn das ist falsch, in ihren Augen.

Vom Blutrausch will sie Abstand nehmen.
Denn dieses Handeln führt auf Dauer
zu einer Sucht und zu Problemen.
Und Angezapfte werden sauer.

"Mein Platz ist nicht die Wandtapete.
Ich träume von den fernen Zonen.
Vermeidet bitte das Gerede.
Ein dummer Spruch wird sich nicht lohnen."
  runter Lippen

- 16 -

Statt Ferne winkt die Hängematte
mit liebevollen Kuschel-heiten.
Es schnarcht bereits ihr Göttergatte.
So kommt es nicht zu Zärtlichkeiten.

Im Grunde liebt sie ihren Alten.
"Er ist das Salz in meiner Suppe.
Ich hoffe, er wird zu mir halten.
Er nennt mich: Seine Lieblingspuppe."

© Roman Herberth

 

- 17 -

Abflug

Ein bunter Specht ist ausgezogen.
Zurück lässt er sein Luxusnest.
Sein hohes Ziel: Der Regenbogen.
An seinen Plänen hält er fest.

Der Tand ist ihm gehörig schnuppe.
Die Goldpokale sind verstaubt.
Da wundert sich die Vogelgruppe,
denn sie ist dümmer als erlaubt.

Bei Spechten zählt allein die Kohle.
Und was nichts kostet, ist nichts wert.
Und wenn ich euch den Arsch versohle,
das wäre sicher nicht verkehrt.

Nun bin ich fort, schöpft aus dem Vollen.
Macht mit dem Plunder, was ihr wollt.
Doch Vorsicht bei den Zollkontrollen.
Versilbert stets das Katzengold.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 18 -

Im Herbst

Die Nebelkrähe passt ins Bild.
Ihr Sitzplatz ist entblättert.
Doch Böses führt sie nicht im Schild.
Es nieselt und es wettert.

Sie schaut auf ihre Armbanduhr.
Das war vorher zu ahnen.
Von Krähenfreunden keine Spur.
So sind die Zechkumpanen.

Wie immer kommen sie zu spät.
Sie sind längst überfällig.
Ich nehme alle ins Gebet,
und nicht nur unterschwellig.
  runter Lippen

- 19 -

Die ersten flügeln auf sie zu.
"Ihr treulosen Tomaten!
Wo bleibt der Rest von unsrer Crew?
In Unschuld wird man baden."

Sie nimmt kein Blatt vor ihren 'Mund'.
Und krächzt zur Krähen-Rasse.
"Wer sich verspätet ohne Grund,
zahlt in die Kegelkasse."

© Roman Herberth

- 20 -

Schweinerei

Ich will mit dir das Strohbett teilen.
An deinem feuchten Rüssel hängen.
Mit dir am Futtertrog verweilen.
Und jeden Zweifel schnell verdrängen.

Ich will dir tausend Ferkel schenken.
Und alles, was uns trennt, vermeiden.
Ich bin bereit, lieb einzulenken,
wenn sich die Geister einmal scheiden.

Ich will dich rundum glücklich machen.
Und ich versuche nicht zu zicken.
An deiner Seite will ich wachen.
Und täglich neue Träume pflücken.

Ich will dir grenzenlos vertrauen.
Du weißt, dass wir zusammen passen.
Doch treibst du es mit andren Frauen,
will ich die Finger von dir lassen.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 21 -

Erste Liebe

Ein zarter Frischling ist verknallt.
Er flötet statt zu quieken.
Sein Herz klopft laut im Tannenwald,
er lässt Gedanken fliegen.

Er hält den Rüssel, schweigt sich aus.
Denn keiner soll es wissen.
Gefragt sind weder Gaumenschmaus
noch süße Leckerbissen.

Sein Herz vertraut sich keinem an.
(Was sind die Hintergründe?)
Sein junger Körper reift zum Mann.
Er meint, das wäre Sünde.
  runter Lippen

- 22 -

Er denkt so viel. Es ist verzwickt,
für ihn nicht zu durchschauen.
Nach einer Frau ist er verrückt.
Nur ihr will er vertrauen.

Und trifft man sich, dann seufzt er schwer.
Sie tauschen tiefe Blicke.
Der Frischling: jung und pubertär.
(Und sie 'ne alte Zicke.)

© Roman Herberth

- 23 -

Schwarz malen

"Die Freude währt bestimmt nicht lang."
So unkt schwarz malend die Gazelle.
"Das Leben führt zum Untergang.
Ob mit, ob ohne Wasserstelle.

Gazellen sind dem Tod geweiht.
Und einmal reißt der Lebensfaden.
Ein Raubtier kommt heran 'geschneit',
ein schwaches Tier dient ihm als Braten.

Du freust dich, wenn die Flucht gelingt.
Dein Spiegel spricht: Du altes Eisen!
Du cremst die Falten, bist geschminkt.
Die Geier kannst du nicht bescheißen.

  runter Lippen

- 24 -

Ihr wisst genau, es ist mein Ziel:
Nicht Kummer-Dinge schön zu reden.
Das Leben ist kein Kinderspiel.
Es ist ein alter Fisch mit Gräten."

Und endlos tönt die Litanei.
Und die Gazelle warnt und predigt.
Ein junger Löwe streunt vorbei.
Er fackelt kurz, sie ist erledigt.

© Roman Herberth

 

- 25 -

Ein verrücktes Huhn

"Ich bin nur ein verrücktes Huhn!"
so gackert eine alte Henne.
"Ich liebe es, mich auszuruh'n.
Und bin begeistert, wenn ich penne.

Denn dabei spart man Energie.
Obwohl, die müden Knochen rosten.
Ein Traum erweist mir Sympathie.
So komme ich auf meine 'Kosten'.

Der Schiller-Hahn ist nicht mein Fall.
Er spielt den Chef mit seinem Krähen.
Kein Huhn schläft aus im Hühnerstall.
Dem Weckruf kann man schwer entgehen.

  runter Lippen

- 26 -

Er rennt zu mir, und macht mich an.
Und sein Gesülze sprach von Liebe.
Ich hörte zu, und sagte dann,
dass ich am liebsten Single bliebe.

Natürlich war er irritiert.
Fast jedes Huhn stillt sein Verlangen.
Ich habe ihn schnell abserviert.
Und tief gekränkt ist er gegangen."

© Roman Herberth

 

- 27 -

Kneipen

Ein Kater streunt im Kneipenviertel.
Die Pfoten sind vom Bummeln platt.
Und eng geschnallt sind Leder-Gürtel.
Das Leben findet trotzdem statt.

Das Kneipenflair zieht auf die Straße.
Dort kann man rauchen, ungestört.
Kein Staat tanzt frech auf unsrer Nase.
Kein Mitmensch, der sich laut empört.

Tagtäglich zuckelt eine Streife
mit 'Anteilnahme' durchs Revier.
Das artet aus zur Endlosschleife.
Man sieht sie gern, jedoch nicht hier.
  runter Lippen

- 28 -

  Am Freitag ist stets 'Polen offen'.
Es steigt der Alkoholkonsum.
Das Kneipenviertel ist besoffen.
Wer Alk verkauft, erlebt den Boom.

Der Kater runzelt seine Brauen.
Die Sauferei ist nicht sein Ding.
Am liebsten schmust er mit den Frauen,
und füttert seinen Schmetterling.

© Roman Herberth

- 29 -

Auf dem Hühnerhof

Wenn Hühner miteinander lästern,
dann ist die Wahrheit nicht gefragt.
Ins Zwielicht stellen sie die 'Schwestern'.
Und Übles wird frech nachgesagt.

Das Gute wäre zu verschweigen.
Das Interesse ist begrenzt.
Man möchte mit dem Finger zeigen,
auf alles was verwerflich glänzt.

Bewusst pfeift man auf fremde Ehre.
Sie wird besudelt und befleckt.
Und wortreich macht der Tratsch Karriere.
Die Wirklichkeit wird abgespeckt.

Wer klug ist, zeigt sich auf den Straßen,
und dann wird schamlos mitgemischt.
Mit Hühnern sollte man nicht spaßen,
ein faules Ei wird aufgetischt.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 30 -

Ein Treffen auf der Weide

Ein Bulle trifft auf eine Kuh.
Sie muht, und widmet sich der Nahrung.
Das ist kein Date, kein Rendezvous.
'Halt dich zurück,' mahnt die Erfahrung.

Der Bulle bläht sich auf, und prahlt
mit seinen Herz- und Kuhgeschichten.
Die Stories hat er ausgemalt,
die Kuh kann gern darauf verzichten.

Er lässt nicht locker, süßt sie an,
und schwärmt von ihren Kulleraugen.
Sie hört schnell weg, und stürzt sich dann
zu Kälbern, die im Gras rabauken.

Der Bulle stiefelt unberührt
zum Kälber-Standort auf der Weide.
Und küsst die Kuh ganz ungeniert
auf ihre Schokoladenseite.

  runter Lippen

- 31 -

Die Kuh weist ihn erbost zu recht.
Sie rollt die Augen bei der 'Mahnung'.
Da staunt der Bulle gar nicht schlecht.
(Nun denkt er an: Geburtenplanung.)

© Roman Herberth

 

- 32 -

Verfehlung

Ein Vogel hat sein Nest verfehlt.
Nun hängt er in den Hecken.
Obwohl er sich verzweifelt quält,
kein Land ist zu entdecken.

Den Flügel hat er sich verstaucht.
Jedoch sein Schmerz will schweigen.
Er fühlt sich unwohl und geschlaucht.
Und schämt sich, Angst zu zeigen.

Doch das ist Humbug, wie mir scheint.
Gerät man unter Räder,
dann ist es sinnvoll, dass man weint,
es retten Sanitäter.

Im Notfall hilft die Feuerwehr.
Sie hat ein Herz für Tiere.
Und fragt nicht lange, kreuz und quer,
nach Passport und Papiere.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 33 -

Vor der Stalltür

Die Kuh muss vor der Stalltür kehren.
Doch plötzlich steht sie auf dem Schlauch.
Sie kann sich nämlich nicht erklären,
wie kam das Flattern in den Bauch.

Es kribbelte, begann zu tanzen.
Ein Bulle stierte sie frech an.
Es war sein Ziel, sich fortzupflanzen.
Er zog sie völlig in den Bann.

Nun rückte er ihr auf die Pelle.
Sein Schmetterling hat nachgedacht.
Er wich nicht mehr von ihrer Stelle.
Das hat sie tierisch angemacht.

Er schmuste, himmlisch die Gefühle.
Bedenken ruderten zurück.
Und sie verfolgten ihre Ziele.
Und tauchten ein in tiefes Glück.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 34 -

Zuviel gebechert

Der Affe hat zuviel gebechert.
Die Zunge torkelt und sie lallt.
Es bleibt nicht aus, dass er 'versprechert'.
Das hat er aber nicht geschnallt.

Die hübsche Dame, links am Tresen,
ist zwar vergeben, wie er weiß.
Verzaubert wird er von dem Wesen,
sein Herz pocht schnell, und ihm wird heiß.

Dann ruft er in die Kneipenrunde:
"Ich wäre gern dein Kavalier.
Bald zählt die Polizei die Stunde.
Im Anschluss gehen wir zu mir."

  runter Lippen

- 35 -

Ihr Partner schimpft und ist entrüstet.
Und seine Sinne, wutentbrannt.
Man sieht ihm an, dass er gelüstet,
auf Diskussionen mit der Hand.

Die Dame schlichtet: "Mach dich nicht schmutzig!"
Der Affe ist doch hacke-dicht.
Und außerdem, der Nichts-und-nutzig,
und weiß bestimmt nicht, was er spricht."


© Roman Herberth

 

- 36 -

Auf der Wiese

Auf der bunt geblümten Wiese
räkelt sich die Schnatterliese.
Jede Feder wird gestreckt,
und ganz zärtlich aufgeweckt.

Etwas später will sie grasen,
deshalb beißt sie in den Rasen,
und sie trinkt am Ackerrain
aus der Pfütze Gänsewein.

Nachher schluckt sie ein paar Pillen,
um den Krankheitsherd zu stillen,
der so oft Probleme macht.
Manchmal mitten in der Nacht.

Langsam hat der Tag begonnen,
sie beschließt, sich nun zu sonnen.
Und sie schnatterliest im Gras,
denn das ist ein Heidenspaß.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 37 -

Wie läuft der Hase

Du fragst dich oft, wie läuft der Hase?
Rennt er im Zickzack oder Kreis.
Dann blubberst du die alte Phrase,
dass niemand was genaues weiß.

Wie immer sucht er gelbe Möhren
im frisch geharkten Gartenbeet.
Darüber kann man sich empören.
Doch besser wäre, man versteht.

Ein Hase möchte sich verwöhnen.
Dann greift er gern zum Leibgericht.
Das wird ihm seinen Tag verschönen,
und schlechte Laune gibt es nicht.

Oft sind es klitzekleine Dinge,
die seinen Alltagsbrei versüßen.
Und hat er bäuchlings Schmetterlinge,
sucht er ein Weib, um zu genießen.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 38 -

Vom Leben gezeichnet

Die Ente lebt zurückgezogen
und deshalb hat sie keiner lieb.
Um Füchse macht sie einen Bogen,
das rät ihr Selbsterhaltungstrieb.

Sie pflegt geduldig Kind und Kegel.
Ihr Erpel, der ist durchgebrannt.
Er war ein gottverdammter Flegel,
als Schürzenjäger, parkbekannt.

Nun steht sie da mit ihren Küken.
Und ist allein auf sich gestellt.
Und keiner kratzt den Sand vom Rücken.
Und keiner, der fest zu ihr hält.

  runter Lippen

- 39 -

Doch unverhofft folgt eine Wende.
Urplötzlich werden Träume wahr.
Darüber jubelt froh die Ente.
Und watschelt flott zum Traualtar.

Das Schicksal ist ihr nun gewogen.
Am Bein trägt sie den Ehering.
Sie fühlt sich zu ihm hingezogen,
und ist nicht mehr: Ein armes Ding.

© Roman Herberth

 

- 40 -

Zahnbeschwerden

Ein Krokodil hat Zahnbeschwerden.
Es schmerzt ein hohler Backenzahn.
Es jammert bei den Weggefährten,
und hat sich tierisch leid getan.

Geerntet werden dumme Sprüche.
Das tut bekanntlich doppelt weh.
Ein Schmerz, wie tausend Nadelstiche.
Es fühlt sich rundum, nicht okay.

Ein Klempner ist nicht aufzutreiben
am algenreichen Dschungelfluss.
Nun pflegt es, Kräuter einzureiben,
das ist ein absolutes Muss.

  runter Lippen

- 41 -

  Nach ein paar Stunden wirkt das Mittel.
Der Nachgeschmack betäubt den Schlund.
Jedoch es ist schon, zu zwei Drittel
in seinem Rachen kerngesund.

Nun kann es auf die Zähne beißen.
Ein Knochen ist kein Hindernis.
Es schickt sich an, ein Tier zu reißen,
denn schmerzfrei ist sein Zahngebiss.


© Roman Herberth

 

- 42 -

Ein Erpel

Ein Erpel quakt zu einer Ente:
"Du bist so traumhaft wunderbar.
Durch dich nahm alles eine Wende.
Du bist mein Traum seit einem Jahr.

Bezaubernd schön ist dein Gefieder.
Es strahlt bei jedem Flügelschlag.
Und das gefällt mir immer wieder.
Und mir wird klar, dass ich dich mag.

Ich habe nie den Mut gefunden,
dir zu erklären, sei doch mein.
Ich denk an dich in vielen Stunden.
des Nachts und auch im Sonnenschein.
  runter Lippen

- 43 -

  Betrachte ich die Dinge nüchtern,
dann bist du längst ein Teil von mir.
Doch leider bin ich viel zu schüchtern,
und deshalb schweige ich bei dir.

Mein Herz, das will sich an dich binden.
Ein kleines Ja von dir genügt.
Das Weitere, das wird sich finden,
weil mir so vieles an dir liegt."

© Roman Herberth Tierreime, Traum, klar, frei, Erpel, Ente, Teich, Mut, Herz, will ich, gefällt mir, neu, Gutes, finden

 

- 44 -

Ein Elefant

Ein Elefant denkt unentwegt,
an Gestern und an Übermorgen.
Und wenn ein Hirngespinst sich regt,
macht er sich ernsthaft tierisch Sorgen.

Darüber wird sein Rüssel schwer.
Die Ohren wirken langgezogen.
Er atmet flach und kann nicht mehr.
Und fühlt sich von der Welt betrogen.

Er überlegt von Aaaah bis Zett,
doch ihm misslingt sich zu empören.
Sogar des Nachts im Wasserbett,
kann ihm ein Alb den Tiefschlaf stören.

  runter Lippen

- 45 -

Er ist gestresst, rund um die Uhr,
das kostet leider viele Nerven.
Er trottet neben seiner Spur,
und könnte glatt, das Handtuch werfen.

Verhängnisvolles macht sich breit.
Es fehlt ihm eine Lebensfreude.
Er wühlt in der Vergangenheit.
Und übersieht das Hier und Heute.

© Roman Herberth

 

- 46 -

In der Savanne

Der Löwe jagt in der Savanne.
Er haut ein Huftier in die Pfanne.
Und frisst sich bis zum Platzen satt.
Doch hinterher ist er schachmatt.

Dann sucht er eine stille Stelle,
dort rückt ihm keiner auf die Pelle,
er legt sich faul auf seine Haut,
leckt seine Pranken und verdaut.

Nun hat er keine Lust zu jagen.
Er übt Verzicht bei Saufgelagen.
Und rührt sich auch nicht mehr vom Fleck.
Und kümmert sich um keinen Dreck.

Sein Leben macht jetzt eine Pause.
Und wo er liegt, ist sein Zuhause.
Da sind die Tiere froh gestimmt,
weil er sich eine Auszeit nimmt.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 47 -

Geldprobleme

Die süße Maus hat Geldprobleme,
sie fragt sich ständig, "woher nehme
ich Geld für den Privathaushalt?
Verschwindend klein ist mein Gehalt."

Die hohen Lebenshaltungskosten,
wie Miete oder Sonderposten,
sind jeden Monat angesagt,
was an den 'Geldreserven' nagt.

Wer Mittel hat, der könnte sparen.
Darüber ist sie sich im Klaren.
Sie ist, das ist ihr selbst ein Graus,
so arm wie eine Kirchenmaus.

  runter Lippen

- 48 -

  Ihr Geld reicht bis zur Monatsmitte.
Dann helfen nur die Barkredite.
Das sprengt natürlich ihre Bank,
denn Ebbe herrscht im Panzerschrank.

Die süße Maus fängt an zu beten,
ihr Augenmerk gilt den Moneten.
Die Mittel aber bleiben rar.
Die Insolvenz: Nicht abwendbar.

© Roman Herberth

 

- 49 -

Zurückgekehrt

Die Schwalben sind zurückgekehrt
mit schweren Umzugskisten.
Im Kuhstall sind sie heiß begehrt,
sie jagen Terroristen.

Sie bauen sich ein Nest aus Lehm,
ganz ohne Architekten.
Sie haben damit kein Problem.
Und fangen die Insekten.

Die Kühe sind davon erbaut,
und fangen an zu muhen.
Kein Tierchen piekst in ihre Haut,
wenn sie im Strohbett ruhen.

  runter Lippen

- 50 -

Die Fenster sind sperrangelweit
den ganzen Sommer offen.
Und keine Mücke macht sich breit.
(Das wollen wir auch hoffen.)

Gefragt ist auch ein Schwalbenpaar
mit einem Kindergarten.
Dann hat die miese Mückenschar
besonders schlechte Karten.

© Roman Herberth

 

- 51 -

Ein Esel

Ein Esel raucht sein Kraut auf Lunge.
Beim Berganstieg zeigt er die Zunge.
Er ist erschöpft und hechelt matt.
Und jede Steigung hat er satt.

Und er gelobt, in höchsten Tönen,
sich von dem Rauchen zu entwöhnen.
Gedanklich klappt es einwandfrei.
Die Praxis aber streikt dabei.

Aus lauter Frust mit diesem Laster
greift er zu Bonbons und zum Pflaster.
Verführt wird er nach kurzer Zeit
durch eine Rauch-Gelegenheit.
  runter Lippen

- 52 -

 
"Das ist doch glatt zum Mäusemelken.
Die schöne Aussicht wird verwelken."
Was folgt - ein fader Beigeschmack,
dann raucht er Ketten aus Tabak.

Er ist verärgert und muss leiden.
Er fühlt sich grenzenlos besch...eiden.
Sein Vorsatz bleibt nur Theorie.
Das Laster zwingt ihn in die Knie.

© Roman Herberth Tierreime, satt, natt: (undurstig), Gedanken, Zeit, fühlen, hören, sehen, blättern

 

- 53 -

Der eitle Pinguin

Der Pinguin pflegt seine Kleidung.
Sie ist très chic und elegant.
Das steht in jeder Tageszeitung.
Das zeigt das Bild an dieser Wand.

Natürlich geht er mit der Mode.
Er zeigt sich klassisch und hat Stil
mit einer ganz legeren Note,
verwendbar auch bei Sport und Spiel.

Er liebt es auch, damit zu baden.
Denn jede Faser: wasserdicht.
Das kann dem Outfit gar nicht schaden.
Und jeder denkt: Das gibt es nicht.

  runter Lippen

- 54 -

Vom Kopf bis Fuß, bis hin zum Scheitel
sitzt jede Schneidernaht perfekt.
Denn Pinguine, die sind eitel,
das hat ein Forscherteam entdeckt.

Sogar in angegrauten Jahren
beweist er äußerst viel Geschmack.
Er trägt, das wirst auch du erfahren,
den schwarzen Smoking oder Frack.

© Roman Herberth

 

- 55 -

Im Schilfland

Die Kröte hinterlässt dem Teich
den lang ersehnten Frieden.
Die Fische schnappen sich den Laich.
Ihr Boss hat so entschieden.

Als Schmankerl kommt er auf den Tisch
zu frisch gekochten Algen.
Und das bekommt auch jedem Fisch.
Man wird sich darum balgen.

Jedoch ein Teil bleibt unverzehrt.
Das ist bei Fischen Sitte.
Und das ist wirklich liebenswert
im Land der Wassermitte.

Bald kaulquappt jenes Wasserreich,
es schlüpfen junge Kröten.
Dann hört man rund um diesen Teich,
wie sie im Schilfland flöten.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 56 -

Genießbar

Wir sind am liebsten auf der Höhe.
So bellt sogar ein Schäferhund.
In seinem Fell, da nisten Flöhe.
Und täglich treiben sie es bunt.

Sie konnten frech zum Ziel gelangen.
Und parkten unter einem Strauch.
Ein Hundeduft nahm ihn gefangen,
sie sprangen flink auf seinen Bauch.

Dann haben sie das Fell erkundet.
Es tagte ernst die Konferenz.
Dem Krisenstab hat es gemundet.
Man zog daraus die Konsequenz.

"Es wäre dumm, sich abzuseilen.
Der Schäferhund dient unsrem Zweck.
Wir sollten uns auf ihm verteilen,
genießbar ist ja jeder Fleck."

© Roman Herberth

runter Lippen

- 57 -

Abgelaufen

Das alte Jahr ist abgelaufen,
und deshalb muss ein neues her.
Man wird es mit Champagner taufen,
die erste Flasche ist schon leer.

Raketen werden es begrüßen.
Ein Feuerwerk wird auch entfacht.
Das Schauspiel können wir genießen,
kurz vor und kurz nach Mitternacht.

Man wird sich in den Armen liegen,
und wünscht sich Glück fürs neue Jahr.
Die Hoffnung wird die Angst besiegen.
Man fühlt sich einfach wunderbar.

Das neue Jahr ist gut gestartet,
nun nimmt es den gewohnten Lauf.
Es wird wie immer viel erwartet,
nicht immer geht die Rechnung auf.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 58 -

Frau Holle

Die Welt versinkt im Pulverschnee.
Frau Holle schüttelt ihre Betten.
Gepudert wird die Parkallee
und Autoreifen tragen Ketten.

Man hört ganz leise und von fern
wie steile Bergabhänge rufen.
Und das hört jeder Schlitten gern,
die Kinder wachsen deren Kufen.

Am Boden liegt die weiße Pracht.
Vor jedem Haus in der Parzelle
tobt eine wilde Schneeballschlacht,
kein Schneemann rührt sich von der Stelle.
  runter Lippen

- 59 -

Man seift sich gegenseitig ein,
die Wangen werden sich erhitzen.
Man kommt, das gilt ganz allgemein,
nach kurzer Zeit total ins Schwitzen.

Die Freude dennoch ungetrübt
bei kleinen wie bei großen Kindern,
denn Pulverschnee ist sehr beliebt,
es lässt sich schöner überwintern.

© Roman Herberth

 

- 60 -

Verkostet und geschlemmt

Man hat verkostet und geschlemmt,
die Weihnachtsgans liegt noch im Magen,
man war entfesselt und enthemmt,
und voll gestopft hat man den Kragen.

Gefrönt hat man dem Gaumenschmaus,
denn köstlich waren Leckereien,
und man ließ keine Mahlzeit aus
ob Rinder- oder Schweinereien.

Schon morgens Kuchen zum Kaffee,
und Rührei mit gekochtem Schinken.
Am Nachmittag gabs Rum im Tee,
denn schließlich braucht man was zum Trinken.
  runter Lippen

- 61 -

Geknabbert hat die Tagesschau,
und röstfrisch waren die ge-Nüsse,
dann brachte noch die Ehefrau
mehr als ein Dutzend Neger-Küsse.

Man lebte wie ein Wüstenscheich,
ein Bauchansatz ist zu entdecken,
die Speisen kalorienreich.
Jetzt ist es ratsam abzuspecken.

© Roman Herberth

 

- 62 -

Guten Beschluss

Das alte Jahr fasst den Beschluss,
dass es nun bald verschwinden muss,
denn eines, das ist absehbar,
in Kürze heißt es: Prost Neujahr.

Ad acta wird es dann gelegt,
wenn mitternachts die Stunde schlägt.
Und daran führt kein Weg vorbei,
nicht mal ein lautes Wehgeschrei.

Es geht in die Annalen ein
und wird nur halb so wichtig sein.
Es fehlt, verflixt und zugenäht,
ein Gockel der noch nach ihm kräht.
  runter Lippen

- 63 -

Es brachte Glück, es brachte Leid,
doch das ist jetzt Vergangenheit.
Nun zählt allein der Blick voraus,
wie immer will man hoch hinaus.

Es dauert noch bis Mitternacht,
dann wird es hinter sich gebracht,
ein neues Jahr wird aufgeweckt
mit einer Flasche gutem Sekt.

© Roman Herberth

 

- 64 -

Abschied vom alten Jahr

Ein neues Jahr ist auf dem Sprung,
und Abschied nimmt man jetzt vom alten.
Bald ist es nur Erinnerung,
nun lässt es sich nicht länger halten.

Verkorktes knallt um Mitternacht,
zum Himmel jagen die Raketen,
und jeder Chinaböller kracht,
er platzt darauf aus allen Nähten.

Champagner fließt und Jahrgangssekt,
es ist ein himmlisches Vergnügen.
Die gute Stimmung ist perfekt,
man wird sich in den Armen liegen.
  runter Lippen

- 65 -

Man feiert, das wird offenbar,
sehr lange und sehr ausgelassen,
so mancher wird wie jedes Jahr
auch einen guten Vorsatz fassen.

So nach und nach verebbt der Krach,
selbst in den kleinsten Bierspelunken.
Am Morgen wird der Kater wach,
zum Glück hat er nur Saft getrunken.

© Roman Herberth

 

- 66 -

Sechzig Jahre - Höhen, Tiefen

Sechzig Jahre sind vergangen,
Höhen, Tiefen, Missgeschick,
Hindernisse, Slalomstangen,
Liebe, Hoffnung, Lebensglück.

Sechzig Jahre sprechen Bände,
Regentage, Sonnenschein,
nie war dein Latein am Ende,
du kannst echt zufrieden sein.

Sechzig Jahre Frau der Lage.
Mutter, Haushalt, Job und Sohn.
Pflichterfüllung alle Tage,
ohne jede Diskussion.

Sechzig Jahre sind kein Alter.
Bleibe weiter lebensfroh.
Dem Geburtstagskind Frau Walther,
wünschen wir: "Mach weiter so."

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 67 -

In die Pfanne hauen

Man will uns in die Pfanne hauen,
schon morgens wenn der Gockel kräht.
Den Freunden kann man nicht mehr trauen,
sie werden von uns ausgespäht.

Es nutzte nichts, sich zu beschweren,
denn brüchig war der Treueschwur.
Der Vater Staat zieht daraus Lehren,
und richtet sich nach seiner Schnur.

Man überwacht, es wird bespitzelt.
Das kostet eine Stange Geld.
Im Notfall wird auch mitgekritzelt,
sofern man es für nötig hält.

Den Freunden wird man nun misstrauen.
Das klingt, ich weiß es, wirklich krass.
Auf seine Feinde kann man bauen,
denn schließlich ist auf sie Verlass.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 68 -

Gefragt der erste Schritt

Du hast ein Ziel, willst es erreichen,
gefragt dein allererster Schritt,
denn dadurch stellst du deine Weichen,
und mit dir selber wirst du quitt.

Kein Grund um laut zu jubilieren.
Der Anfang wäre zwar gemacht.
So vieles ist noch zu riskieren,
denn weit hast du es nicht gebracht.

Du spornst dich an, das führt dich weiter,
und du steckst voller Tatendrang.
Allmählich bist du aus dem Schneider,
denn schließlich fackelst du nicht lang.
  runter Lippen

- 69 -

Du siegst am Ende der Etappe,
das war dein allererster Streich.
Das nimmst du gern auf deine Kappe.
Du fühlst dich wie im Himmelreich.

Nun stehst du vor der letzten Hürde,
das ist bestimmt kein Pappenstiel,
doch ohne eine Menschenwürde
gelingt kein hoch gestecktes Ziel.

© Roman Herberth

 

- 70 -

Was uns verbindet

Wir pflegen das, was uns verbindet.
Das Schöne braucht viel Zeit und Raum.
Wenn einer dann zum andren findet,
erfüllt sich beiderseits ein Traum.

Wir lassen die Gedanken schweifen.
Sie suchen einen Weg ins Glück.
Man wird für sie Partei ergreifen
und zwar im rechten Augenblick.

Wir weigern uns, uns zu besitzen.
Und stehen uns in allem bei.
Die Eifersucht pflegt abzublitzen.
Wir sind gebunden, dennoch frei.

Ein Ständchen wird die Liebe bringen.
"Ich liebe dich", heißt es banal.
Man denkt, wann immer wir es singen,
das Lied erklingt zum ersten Mal.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 71 -

Unbeschwert

Es werden keine Stricke reißen.
Man handelt nämlich mit Bedacht.
Die Zuversicht kann nicht entgleisen,
denn man passt auf, und man gibt acht.

Verloren wird kein roter Faden.
Wer klug ist, übt sich in Geduld.
Vom Wahren lässt er sich beraten.
Er stürzt sich nicht in den Tumult.

Das Richtige lässt sich erkennen.
Doch das ist erst der erste Schritt.
Vom Falschen sollte man sich trennen,
dann wird man mit sich selber quitt.

Dem Übel kann man so entrinnen.
Ein Licht erhellt die Dunkelheit.
Ein neues Leben wird beginnen,
und unbeschwert tagt unsre Zeit.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 72 -

Was wichtig wäre

Was wichtig wäre, wird verschoben.
Und zwar auf unbestimmte Zeit.
Denn eine Post geht erst nach oben
bei passender Gelegenheit.

Die Langsamkeit drängt nicht zur Eile.
Besonnen schreitet sie voran.
Sie hält sich an die lange Weile.
Doch letztlich kommen beide an.

Gedanken durch den Raum zu hetzen,
das führt nicht zum erwünschten Ziel.
Sie würden sich dabei verletzen.
Gefahren hätten leichtes Spiel.

Ein guter Plan braucht keine Pläne.
Sonst klagt genervt die Litanei.
Man hobelt nicht, sonst fallen Späne.
Geschwindigkeit - ist reine Hexerei.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 73 -

Dann hat dein Augenblick

Du lachst, dann hat dein Augenblick
die Sehnsucht tief im Herz getroffen.
Es keimt der kleine Hauch vom Glück.
Der siebte Himmel scheint nun offen.

Die Unschuld träumt vom Sonnenschein,
und ihr Gefühl pflückt süße Trauben.
Sie munden schon als schwerer Wein,
du konntest ihre Unschuld rauben.

Der Weg zur Gegenwart, versperrt,
er führt zurück zu schönen Zeiten.
Gedankenspiel und Wunschkonzert,
und Tanz für alle Ewigkeiten.

Der Vorhang fällt, und bleibt doch zu.
Die Früchte reif, sie zu genießen.
In Acht nimmt sich noch das Tabu.
Doch dass es fällt, nicht auszuschließen.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 74 -

Den A... versohlen

Die alten Fehler wiederholen,
da sind wir alle drauf geeicht.
Man sollte uns den A... versohlen,
damit sich diese Dummheit schleicht.

Man tappt in jede Mausefalle.
Der Köder, nur ein Stückchen Speck.
Und so agieren leider alle,
und jeder kriegt sein Fett dann weg.

Man lässt sich immer wieder blenden,
das schmeichelt unsrer Eitelkeit.
Und meistens wird es Böse enden.
Die Menschen werden nie gescheit.
runter Lippen

- 75 -

Man fühlt sich klug, geht dennoch baden.
Ein Jäger spricht mit uns Latein.
Und hinterher hat man den Schaden.
Auf jeden Schwindel fällt man rein.

Wir rennen kopflos ins Verderben.
Das zieht uns an wie ein Magnet.
Kein Blumentopf ist dann zu erben,
weil es mit uns nur abwärts geht.

© Roman Herberth

 

- 76 -

Auf der Verliererstraße

Man passt nicht auf, fällt auf die Nase.
Die Gegner haben leichtes Spiel.
Man steht auf der Verliererstraße.
Es fehlt uns Wasser unterm Kiel.

Bedrohlich wird dann unsre Lage.
Und der Schlamassel ist nicht weit.
Man stellt sich selber noch in Frage,
und wird ein Kind der Traurigkeit.

Man ließ uns ins Verderben laufen.
Die böse Absicht hat gesiegt.
Man konnte uns für dumm verkaufen,
was uns nun schwer im Magen liegt.
  runter Lippen

- 77 -

Die Zuversicht sitzt in der Klemme.
Uns schikaniert ein böser Geist.
Es bersten angestaute Dämme,
das trifft die Hoffnung. Sie entgleist.

Wer sorglos ist, wird untergehen.
Auf weiter Flur ist er allein.
Und keiner wird dann zu ihm stehen.
Es lohnt sich, auf der Hut zu sein.

© Roman Herberth

 

- 78 -

Die letzte Straßenbahn

Nun ist es Zeit, Ade zu sagen.
Gleich fährt die letzte Straßenbahn.
Vor Wind schützt mich mein Mantelkragen.
Das Treffen hat mir gut getan.

Denn es entwirrt sich oft ein Faden,
wenn man mit einer Freundin spricht.
Ein off'nes Ohr kann keinem schaden,
denn es bringt mancherlei ans Licht.

Du warst bereit, mir zuzuhören.
Geschenkt hast du mir deine Zeit.
Ich durfte deine Kreise stören,
als wäre es dein Tränenleid.
  runter Lippen

- 79 -

Ich möchte einfach 'Danke sagen'.
Und fühle mich in deiner Schuld.
Nicht jeder hat in diesen Tagen
für Weggenossen noch Geduld.

Und kämpfst du mal mit fiesen Geistern,
will ich dir treu zur Seite steh'n.
Gemeinsam werden wir sie meistern,
indem wir nach dem Rechten seh'n.

© Roman Herberth

 

- 80 -

Kein Kummer

Zum Guten wird sich alles wenden.
Und Sorgen sind nicht angebracht.
Du stehst nie da mit leeren Händen.
Und keiner, der dir Kummer macht.

Den Lorbeer wirst du bald erringen.
Von allen Seiten winkt das Glück.
Selbst Schwieriges wird dir gelingen.
Und positiv klingt die Kritik.

Worauf du hoffst, wird zu dir stehen.
Man breitet dir den Mantel aus.
Mit neuen Augen wirst du sehen.
Du kriechst aus deinem Schneckenhaus.
  runter Lippen

- 81 -

Dein Glück kannst du auf einmal fassen.
Im siebten Himmel, dein Gefühl.
Dort musst du keine Federn lassen.
Und du hast Wasser unterm Kiel.

Es werden nie mehr Tränen fließen.
Das Schöne nimmt dich in Empfang.
Dein Leben kannst du voll genießen.
Und zwar dein ganzes Leben lang.

© Roman Herberth

 

- 82 -

Sich das Leben schwer machen

Man macht sich oft das Leben schwer.
Es wäre klüger, laut zu lachen.
Der Dummheit jagt man hinterher,
anstatt sich aus dem Staub zu machen.

Man geht mit sich nicht gnädig um.
Und wird sich in die Pfanne hauen.
Man nimmt es sich dann später krumm,
und wird dumm aus der Wäsche schauen.

Man geht mit sich streng ins Gericht.
Und Gnade lässt man keine walten.
Und selbst Bewährung gibt es nicht.
Man wird nicht zu sich selber halten.

  runter Lippen

- 83 -

Man ist zu sich meist ungerecht.
Die blinde Wut wird so zum Rächer.
Und man behandelt sich noch schlecht,
als wäre man ein Staatsverbrecher.

Man macht sich selbst die Hölle heiß.
Und lässt dann alle Hoffnung fahren.
Man peinigt sich im Teufelskreis.
Das sollte man sich besser sparen.

© Roman Herberth

 

- 84 -

Nerviges wird abgehakt

Man hat sich nicht mehr in der Wolle.
Der Streit von gestern, abgehakt.
Entspannt gibt sich die Selbstkontrolle,
nichts nerviges, das an ihr nagt.

Nun wahrt man wieder einen Frieden.
Nun ist man wieder ganz bei Trost,
denn Streit und Ärger wird vermieden,
nun ist man auch nicht mehr erbost.

Man ist sich wieder wohl gesonnen,
und freundlich ist der Umgangston.
Man hat sich fast schon lieb gewonnen,
sogar die Haut kommt heil davon.

Uns winkt das Paradies auf Erden,
vom Ärger bleiben wir verschont.
Uns quälen keinerlei Beschwerden,
doch das ist etwas ungewohnt.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 85 -

Keinen Kummer

Das Leben sei dir wohl gesinnt.
Es gebe dir oft Grund zum Lachen.
Vertraue seinem Rückenwind.
Er wird dir keinen Kummer machen.

Es schenke dir, wovon du träumst.
Es soll dir rote Rosen pflücken.
Es achte, dass du nichts vesäumst.
Und soll dir alle Tage glücken.

Was dir besonders wichtig scheint,
das wird es nicht vor dir verstecken.
Wirst du verfolgt von einem Feind,
... er wird dich sicher nie entdecken.
  runter Lippen

- 86 -

Es bringe dir kein Tränenleid.
Und möge dir zur Seite stehen.
Es leuchte in die Dunkelheit,
und möge nach dem Rechten sehen.

Es reiche Sorgen nicht die Hand.
Und soll dir die Erfüllung geben.
Es sei dir ehrlich zugewandt,
von nun an für dein ganzes Leben.

© Roman Herberth

- 87 -

Du konterst

Du lässt mich alle Hürden nehmen.
Und kommt es dick, dann weißt du Rat.
Du konterst selbst den Kernproblemen,
und deine Hilfe ist die Tat.

Du lässt mich nicht ins Unglück rennen.
Du zeigst mir andre Wege auf.
So kann ich mich vom Falschen trennen.
Das ordnet meinen Lebenslauf.

Versucht man, mich zu Fall zu bringen,
durch einen fiesen Hinterhalt,
wird es der Bosheit nicht gelingen.
Du machst die bösen Geister 'kalt'.
  runter Lippen

- 88 -

Und sollte ich mal Sch... bauen,
dann komme ich noch heil davon.
Du bist ein Fels, dir kann ich trauen,
du bist die Liebe in Person.

Du führst mich sicher durch mein Leben.
Du linderst meine 'liebe Not'.
Mein Leben hast du mir gegeben.
Du bist mir treu, bis in den Tod.

© Roman Herberth
 

- 89 -

Woran man glaubt

Woran man glaubt, sucht nicht das Weite.
Worauf man hofft, gibt nicht klein bei.
Und Engel stehen uns zur Seite,
nicht nur im Wonnemonat Mai.

Man wird befreit von allem Bösen.
Die großen Träume werden wahr.
Es kann uns keiner Angst einflößen.
Und Rettung folgt auf die Gefahr.

Zu neuen Ufern wird man finden,
mit Mann und Maus, im Segelboot.
Man taucht nicht ein in Jugendsünden,
gebuttert, unser täglich Brot.
  runter Lippen

- 90 -

Das Ideal wird näher rücken.
Und dennoch wird es nie erreicht.
Gewagte Schritte werden glücken,
Man sieht den Fehler, der sich schleicht.

Worauf man setzt, wird sich entfalten.
Woran man denkt, geht uns zur Hand.
Und was man braucht, wird zu uns halten.
Und uns begleitet der Verstand.

© Roman Herberth
 

- 91 -

Keinen Grund zum Meckern

Zum Meckern gibt es keinen Grund.
Denn wir sind meistens aus dem Schneider.
Und auch der ärztliche Befund
erklärt sich überwiegend heiter.

Man steht nicht unter Tatverdacht,
denn schließlich hat man nichts verbrochen.
Und Klagen sind nicht angebracht.
Auf diesen Umstand kann man pochen.

Es läuft nichts schief, und auch nichts quer.
Die Kinder nennt man gern beim Namen.
Man ist zu sich, zu andren fair,
und fällt nur selten aus dem Rahmen.
  runter Lippen

- 92 -

Oft steckt man im Gedankenstau.
Ein Großeinsatz hilft beim Entrinnen.
Man macht sich durch die andren schlau,
und kann auf einmal 'Land gewinnen'.

Teils vogelfrei, und teils geprägt.
Der Weg führt uns durch Slalomstangen.
Man sucht die Brücke, die uns trägt.
Und möchte an sein Ziel gelangen.

© Roman Herberth
 

- 93 -

Mehr als tausend Wege

Es führen mehr als tausend Wege
in das verheißungsvolle Glück.
Kein Umstand kommt uns ins Gehege.
Und man wird selbst sein bestes Stück.

Die Wege stehen jedem offen.
Und wer sich dann zum Start entschließt,
der darf auf einen Beistand hoffen,
den er bis an sein Ziel genießt.

Und wer bestrebt ist anzukommen,
der wahre dabei sein Gesicht.
Und hat man sich viel vorgenommen,
dann unterliegt man seiner Pflicht.

Es nutzt nicht viel, den Weg zu sehen.
Das ändert nichts an unsrem Glück.
Sei stets bereit, den Weg zu gehen.
Und das strahlt dann auf uns zurück.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 94 -

Wer klug ist

Wer klug ist, der wird an sich glauben.
Und dieser Schachzug, bringt ihm Glück.
Man denkt dabei an, süße Trauben,
und auch an ein, Husarenstück.

Dann haben Dinge, keinen Haken.
Man setzt nicht auf, ein falsches Pferd.
Und mit Bestimmtheit, lässt sich sagen,
gesteigert wird, der eigne Wert.

Man prüft genau, die fremden Pläne,
gewissenhaft, und mit Verstand.
Dem Bösen zeigt man, seine Zähne,
man übernimmt, kein 'Hirn verbrannt'.

Nur auf sich selber, wird man hören.
Man übt, wenn nötig, Selbstkritik.
Und wenn uns andre, dabei stören,
dann wehren wir uns, mit Geschick.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 95 -

Im gelobten Land

Ich finde ins, gelobte Land.
Ich darf mir nicht, im Wege stehen.
Was mich erwartet, ist bekannt.
Und deshalb will ich, dorthin gehen.

Ich brauche dafür, kein Gepäck,
es würde mich, nur 'unterdrücken'.
Es reicht mein Herz, am rechten Fleck,
denn damit kann ich, Träume pflücken.

Ein Engel nimmt mich, ein Stück mit.
Und er allein, stellt dann die Weichen.
Wir nähern uns dann, 'Schritt für Schritt',
und bald lässt sich das Ziel, erreichen.
  runter Lippen

- 96 -

Wir sprechen über, Gottes Welt,
und dass sie schön sei, und beschaulich.
Was ihm im Himmel gut gefällt,
erzählte er mir, ganz vertraulich.

Sympathisch, war er mir sofort.
Ein Leichtes, ihn ins Herz zu schließen.
Nun bin ich am, Bestimmungsort,
im Land, wo Milch und Honig fließen.

© Roman Herberth
 

- 97 -

Sich selbst nicht leiden

Man kann sich manchmal, überhaupt nicht leiden.
Das macht uns ratlos, und das setzt uns zu.
Die eignen Fehler, wird man sich ankreiden.
Man achtet dabei nicht, auf ein Tabu.

Das werden wir im Anschluss, tief bedauern.
Denn Schattenseiten, rücken wir ins Licht.
Die Zukunftsängste, werden auf uns lauern.
Und man verliert dabei, noch sein Gesicht.

Man kennt sein Potential, und seine Schwächen.
Doch viele Stärken, sind noch unentdeckt.
Wer sie nicht sucht, begeht fast ein Verbrechen,
weil er wohl nie erfährt, was in ihm steckt.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 98 -

Man eckt nur an

Man eckt nur an, und nichts läuft rund.
Gefahndet wird, nach einem Grund.
Erfolglos, wird das abgebrochen,
denn Lunte, wurde nicht gerochen.

Man strebt nach Glück, verfehlt sein Ziel.
Der Teufel, hat die Hand im Spiel.
Und er hat viele Tricks, auf Lager.
Gestempelt wird man, zum Versager.

Der Traum vom Lorbeer, abgehakt.
Man hat umsonst, nach ihm gejagt.
Denn ausgepufft, die Konkurrenten.
Der Trostpreis liegt, in unsren Händen.
  runter Lippen

- 99 -

An harten Brocken, wird gekaut,
die man im Anschluss, schwer verdaut.
Ein Ärgernis, liegt uns im Magen.
Das kostet uns, fast Kopf und Kragen.

Es läuft nicht so, wie man es will.
Die Wut im Bauch, verhält sich still.
Sie leckt, an der vernarbten Wunde,
doch sicher schlägt bald, ihre Stunde.

© Roman Herberth
 

- 100 -

Man lebt sich unzufrieden

Man lebt sich manchmal, unzufrieden.
Und keiner zieht uns, diesen Zahn.
Man greift zum Los, und man zieht Nieten.
Das wirft uns völlig, aus der Bahn.

Man ärgert sich, gerät ins Grübeln.
Und so misslingt, die gute Tat.
Das wird man sich, sofort verübeln,
gefragt ist oft, ein kluger Rat.

Man hadert, denn es will nicht glücken.
Und ständig steht man, auf dem Schlauch.
Erst wird man, Nachbars Kirschen pflücken,
und dann rumort es uns, im Bauch.
  runter Lippen

- 101 -

Man hat sich, gegen uns verschworen.
Der Ruf nach Gnade, er verhallt.
Genervt, stößt man auf taube Ohren
und auf die höhere Gewalt.

Man nimmt sich leider, viel zu wichtig.
Nicht jeder Tag, läuft lupenrein.
Doch morgen, tickt man wieder richtig,
und kann mit sich, zufrieden sein.

© Roman Herberth
 

- 102 -

Die Leidenschaft hat uns gepackt

Die Leidenschaft, hat uns gepackt.
Man greift zu Moll, und schwört auf Dur.
Es geht voran, im steten Takt.
Probleme löst man, mit Bravour.

Man wechselt häufig, den Akkord.
Was nicht auf Anhieb, funktioniert.
Der gute Ton, kommt nicht zu Wort.
Die Scham wird rot, und schaut blamiert.

Man überwindet, den Verdruss.
Und spornt sich dann, noch stärker an.
Und äußerst klug, ist der Entschluss,
denn letztlich steht, man seinen Mann.

Man gibt sich selbst, den letzten Schliff.
Und Übung führt uns, zum Geschick.
Gekonnt, klingt der Gitarrengriff,
und es verstummt, die Selbstkritik.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 103 -

Ein Mangel an Geduld

Es mangelt häufig an Geduld,
denn Ungeduld ist unsre Stärke.
Den andren gibt man meist die Schuld,
so geht man größtenteils zu Werke.

Wir sind nicht immer voll auf Draht.
Sofort erklären sich die Gründe.
Die 'Rede-aus' hat man parat,
man wähnt sich frei von jeder Sünde.

Oft stehen wir auf kurzem Bein.
Und das liegt daran, weil wir lügen.
Die 'Wahrheit' ist nicht lupenrein,
sie spinnt im Anschluss noch Intrigen.

Wir fallen, doch wir stehen auf.
Mit Glück kann jeder zu sich finden.
Man ändert seinen Lebenslauf,
und wird sein Chaos überwinden.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 104 -

Jeder findet in sein Glück

Der Himmel reicht uns seine Hände.
Und jeder findet in sein Glück.
Die Traurigkeit nimmt bald ein Ende,
und schön wird jeder Augenblick.

Dann werden unsre Engel wachen,
damit uns ja kein Leid geschieht.
Zur Minna kann man uns nicht machen,
und froh gestimmt ist unser Lied.

Wir werden laut den Schöpfer preisen.
Nur ihm allein gebührt der Dank.
Ein neues Glück wird uns verheißen,
und unser Unheil feiert krank.
  runter Lippen

- 105 -

Wir finden das, wonach wir suchen.
Und instinktiv geht man voran,
und ein Erfolg ist zu verbuchen,
zwar nicht sofort, doch irgendwann.

Der Himmel schenkt uns, was wir brauchen.
Er führt uns sicher durch die Nacht.
Und was uns wurmt, muss untertauchen,
und Wunder werden wahr gemacht.


© Roman Herberth

- 106 -

Steinig ist der Weg ins Glück

Der Weg ins Glück führt über Steine,
durch Wüsten, und durch Niemandsland.
Man bricht sich dabei fast die Beine.
Ins Straucheln kommt der Sachverstand.

Ins Zaumzeug muss sich jeder legen.
Sich selber nimmt man in die Pflicht.
Man trotzt den Winden und dem Regen,
und wahrt vor allem Zuversicht.

Sich in die Sicherheit zu wiegen,
da wären die Gefahren groß.
Ein Schicksal könnte uns besiegen.
Das Glück fällt keinem in den Schoß.
  runter Lippen

- 107 -

Man muss sich immer neu justieren,
denn man wird häufig abgelenkt.
Man darf sich nicht im Nichts verlieren,
das geht oft schneller als man denkt.

Der Weg ins Glück wird uns gelingen.
Doch die Geduld, die lässt sich Zeit.
Bald wird man Jubellieder singen,
bis an den Rand der Ewigkeit.

© Roman Herberth

- 108 -

Du gibst Geleit

Mit dir kann ich die Hürden nehmen,
zum Gipfel führt mich dein Geleit.
Im Notfall und bei Kernproblemen,
nimmst du dir immer für mich Zeit.

Kein böser Geist kann mich bezwingen.
Kein Hinterhalt, kein blinder Hass.
Du wirst mir stets die Rettung bringen,
auf deine Hilfe ist Verlass.

Wenn ich den rechten Weg verfehle,
dann richtet nicht ein 'Zahn um Zahn'.
Du schaust ganz tief in meine Seele,
und änderst seine Umlaufbahn.
  runter Lippen

- 109 -

Durch dich kann ich in Frieden leben.
Mir steht kein Wasser bis zum Kinn.
Wenn doch, du wirst mir Hoffnung geben.
Nur du gibst meinem Leben Sinn.

Du bist mit mir auf allen Wegen,
noch weiß ich nicht, wohin das führt.
Doch bei Gefahr hältst du dagegen,
was mich besonders fasziniert.


© Roman Herberth

- 110 -

Im Selbstmitleid baden

Von Sorgen soll man Abstand halten.
Dann wäre sicher viel erreicht.
Kein Kummer kann sich dann entfalten,
und jedes Hirngespinst entweicht.

Man würde nicht zum Jammerlappen.
Und nimmt kein Bad im Selbstmitleid.
Man würde auch nicht überschnappen,
bei der geringsten Kleinigkeit.

Kein Nichts versetzte uns in Schrecken.
Das Schicksal wöge halb so schwer.
Die Furcht lässt sich nicht mehr entdecken,
sie zieht sich selbst aus dem Verkehr.
  runter Lippen

- 111 -

Die Rosen würden für uns blühen.
Ein Vogel sänge uns ein Lied.
Wir hätten Glück, beim 'Lose ziehen'.
Was uns bekümmert, das entflieht.

Mit Sorgen soll man sich nicht schmücken.
Sie abzuschütteln, wäre Pflicht.
Man sollte sie zum Teufel schicken,
dann fallen sie nicht ins Gewicht.


© Roman Herberth

- 112 -

Man macht uns etwas vor

Man macht uns gerne, etwas vor.
Und das weiß jeder, zur Genüge.
Man haut uns lächelnd, übers Ohr.
Das Werkzeug dafür, ist die Lüge.

Man nutzt uns aus, lebt vom Betrug.
Man wird gevierteilt, und gehäutet.
Und selbst beim letzten Atemzug,
wird man vom Frevel, ausgebeutet.

Man stellt uns nach, auf Schritt und Tritt,
und es gibt leider, kein Entrinnen.
Und die Enttäuschung, schwingt dann mit.
Kein Blumentopf, ist zu gewinnen.
  runter Lippen

- 113 -

Man greift gewieft, zur Hinterlist.
Und pfeffert uns, in eine Pfanne.
Obwohl das gar nicht, nötig ist.
Man tut es dennoch, volle Kanne.

Man will, so heißt es, gar nicht viel.
Man möchte von uns, nur das Beste.
Und dieser Wunsch, erreicht sein Ziel,
es blendet uns, die weiße Weste.

© Roman Herberth

- 114 -

Das geht uns an die Nieren

So manches geht uns, an die Nieren.
Man möchte es, gern unterbinden.
Dass wir das rechte Mittel finden,
das kann uns keiner, garantieren.

Sehr häufig wird man, breit geschlagen,
und man versäumt, zu widersprechen.
Dann möchte man, sein Wort nicht brechen.
Das liegt uns später schwer im Magen.

Man weiß im Grunde, was uns schadet.
Das musste man, schon oft erleben,
weil wir uns keine Mühe geben.
Dann wird die Sache, ausgebadet.
  runter Lippen

- 115 -

Nur selten, zieht man Konsequenzen.
Man schlittert glatt, in die Misere.
Der Teufel gibt uns dann, die Ehre,
und schnell stößt man, an Leistungsgrenzen.

Der größte Wunsch heißt, 'nein' zu sagen.
Den Keim wird man, im Keim ersticken.
Kein Licht der Welt, wird er erblicken.
Man wird sich hinterher, beklagen.

© Roman Herberth

- 116 -

Tagein, tagaus

Tagein, tagaus bei dir zu bleiben,
das möchte ich seit langer Zeit.
Die Einsamkeit, will ich vertreiben,
doch das gelingt wohl nur zu zweit.

Ich möchte dir, zur Seite stehen,
dich trösten, wenn du traurig bist.
Für dich, an meine Grenzen gehen,
damit du weißt, was Sache ist.

Auf Händen, möchte ich dich tragen.
Du wirst mein Alles, und mein Ein.
Wir werden in den Nächten tagen.
Und jede Stunde, glücklich sein.
  runter Lippen

- 117 -

Du wirst mein Paradies auf Erden,
und mich umgibt, nur Zuversicht.
Was noch nicht ist, das kann noch werden.
Du wirst mein Stern, mein Sonnenlicht.

Bald schweben wir, zur Wolke sieben.
Und werfen von uns, den Ballast.
Wir werden unbekümmert lieben,
weil das, zu unsrer Stimmung passt.

© Roman Herberth

- 118 -

Sich auf den Wecker fallen

Man fällt sich manchmal, auf den Wecker,
dann streikt der Schmetterling im Bauch.
Statt Schmeichelworten, nur Gemecker.
Das große Glück, steht auf dem Schlauch.

Man trotzt, und lässt nicht mit sich reden.
Und jeder Esel, sturt und bockt,
denn man hat Fisch, mitsamt den Gräten
in unsre Suppe eingebrockt.

Das lässt wohl keiner, auf sich sitzen.
Man macht sich nun, die Hölle heiß.
Teils wird man Blut, teils Wasser schwitzen,
denn alles kostet, seinen Preis.
  runter Lippen

- 119 -

Man weigert sich, klein beizugeben.
Der Streit wird beiderseits verschärft.
Und ungenießbar, wird das Leben,
und jeder, der den andren nervt.

Der Schmetterling, will sich versöhnen.
Man fühlt sein Kribbeln, schon im Bauch.
Man wird sich schnell, daran gewöhnen.
Und unser Partner, tut das auch.

© Roman Herberth

- 120 -

Du meinst es ehrlich

Ich fühle mich dir eng verbunden.
Du meinst es ehrlich, wie ich weiß.
Du stehst zu mir in schweren Stunden,
und schützt mich vor dem Teufelskreis.

Auf deine Hilfe kann ich bauen.
Wenn ich dich brauche, bist du da.
Ich darf mich dir voll anvertrauen,
und meiner Seele kommst du nah.

Du hältst zu mir, wenn ich versage.
Du kämpfst für mich mit Leidenschaft.
Mit dir gelingen meine Tage,
denn du beflügelst meine Kraft.

Du hast mich nie im Stich gelassen.
Du nahmst es auf mit jedem Feind.
Mein Glück ist einfach nicht zu fassen,
du tröstest, wenn mein Kummer weint.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 121 -

Gewissenhaft planen

Gewissenhaft hat man geplant,
und dennoch läuft es aus dem Ruder.
Es kommt oft anders, als man ahnt,
denn schließlich ist man kein Computer.

Es wurmt uns dennoch, das ist klar.
Da kann selbst eine Scham erröten.
Und außerdem läuft man Gefahr,
dass andre unsre Nerven töten.

Vor Fehlern ist man nie gefeit.
Sie einzustellen, wird empfohlen.
Doch immer wieder kommt die Zeit,
sie gnadenlos zu wiederholen.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 122 -

Es ist wie verhext

Man kommt nicht immer auf den Trichter.
Zuweilen ist es wie verhext.
Es plagen uns die Bösewichter,
kein Wunder, dass der Unmut wächst.

Man lockt uns in die Mausefalle,
indem man uns aufs Glatteis führt.
Und dass man leidet, wissen alle,
am eignen Leib wird es verspürt.

Man ködert uns mit dreisten Lügen.
Erwartungsfroh schnappt man den Wurm.
Das wird kein himmlisches Vergnügen,
statt roter Rosen, Kerkerturm.
  runter Lippen

- 123 -

Man wird uns 'Wunder was' versprechen.
Und führt uns lächelnd hinters Licht.
Das sich die Sätze widersprechen,
das merkt man, leider Gottes, nicht.

Man tanzt ganz frech auf unsrer Nase,
und spielt uns einen bösen Streich.
Dann weiß man nicht, wo läuft der Hase.
Man klopft uns später windelweich.

© Roman Herberth

 

- 124 -

Man soll sich fügen

Man soll sich seinem Schicksal fügen.
Es schadet, wenn man aufbegehrt.
Wer danach strebt, sich zu genügen,
macht zweifelsohne nichts verkehrt.

Man ist nicht frei, man stößt an Grenzen,
mal seelisch und mal körperlich.
Dann zieht man klug die Konsequenzen,
und lässt sich dabei nicht im Stich.

Man achte den gesteckten Rahmen,
sonst wartet unser Untergang.
Das Unglück nennt uns dann beim Namen,
der Teufel nimmt uns in Empfang.
  runter Lippen

- 125 -

Wer viel zu viel will, wird versagen,
denn was uns zusteht, ist beschränkt.
Das Schicksal geht uns an den Kragen,
wenn man nur an sich selber denkt.

Was möglich ist, ist auszuloten.
Doch gehe keinen Schritt zu weit.
Sonst kriegst du nämlich auf die Pfoten,
im Namen der Gerechtigkeit.

© Roman Herberth

- 126 -

Wir wollen mehr

Das Leben hat so viel zu bieten.
Das reicht uns nicht, wir wollen mehr.
Wir meckern und sind unzufrieden.
Dem Mammon jagt man hinterher.

Wir haben alles, was wir brauchen.
Das ist uns aber nicht genug.
Wir wollen immer mehr 'einbauchen'.
Und unsre Raffgier kommt zum Zug.

Mit andren wird man sich vergleichen.
Das zehrt an unsrem Nervenkleid.
Wir denken an die Superreichen,
und in uns gärt der Futterneid.
  runter Lippen

- 127 -

Wir schätzen selten unsre Gaben.
Wir können laufen, sind gesund.
Man dankt nicht dafür, was wir haben,
das rückt man in den Hintergrund.

Wir hetzen nach Habseligkeiten.
Und stressen uns, rund um die Uhr.
Wir lassen uns vom Unsinn leiten,
und folgen einer falschen Spur.

© Roman Herberth

- 128 -

Kein Leid getan

Ich habe keinen Dreck am Stecken.
Und habe dir kein Leid getan.
Und der Gedanke anzuecken,
der passt auch nicht in meinen Plan.

Ich wollte dir zur Seite stehen,
und habe es nur gut gemeint.
Und einen Galgenstrick zu drehen,
das macht man nur für einen Feind.

Ich wollte locker rüberkommen.
Dein falscher Hals hat es geschluckt.
Du hast mich viel zu ernst genommen,
und in die Suppe wird gespuckt.

Man soll sich nicht den Tag vermiesen.
Das zehrt doch nur am Nervenkleid.
Nun lass' uns endlich Frieden schließen.
Es wäre allerhöchste Zeit.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 129 -

Du bist mein Licht

Du bist mein Licht in dunkler Nacht.
Mein Schutzschild, wenn Gefahren lauern.
Mein Engel, der mich glücklich macht,
selbst wenn die Wolken regenschauern.

Du stehst zu mir, und gibst mir Halt.
Ich fühle mich bei dir geborgen.
Du bist die höhere Gewalt,
und kümmerst dich um meine Sorgen.

Auf meinem Weg gibst du Geleit,
ins Unglück lässt du mich nicht rennen.
Du schenkst mir täglich deine Zeit.
Von Weitem kann ich dich erkennen.

Gerate ich auf schiefe Bahn,
bei dir ist guter Rat nicht teuer.
Dein gutes Vorbild spornt mich an,
du legst die Hand für mich ins Feuer.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 130 -

Die Suche nach dem Paradies

Man sucht das Paradies auf Erden,
doch dabei stellt man sachlich fest.
Aus diesem Plan wird wohl nichts werden,
weil es sich nirgends finden lässt.

Man sucht im Süden und im Norden,
nach dem verheißungsvollen Gück.
Aus diesem Traum ist nichts geworden,
nur, ab und an, ein Augen-Blick.

Man sucht nach einer Zuckerpuppe,
und strengt sich dabei mächtig an.
Man findet Haare in der Suppe,
was man partout nicht leiden kann.
  runter Lippen

- 131 -

Man sucht nach Harmonie und Frieden,
auch damit ist es nicht weit her.
Dem wird man oft Paroli bieten,
Man macht uns unser Leben schwer.

Man sucht und sucht zu allen Zeiten.
Was hat Bestand, was bleibt stets gut.
Und dafür will man sich entscheiden.
Doch auf die Ebbe folgt die Flut.

© Roman Herberth

- 132 -

An allen Tagen

Du bist mit mir an allen Tagen,
im Sonnenschein, bei Pulverschnee.
Und selbst in den Schlechtwetterlagen,
und wenn es stürmt am Baggersee.

Auf dich kann ich mich voll verlassen,
sogar bei einer Kleinigkeit.
Mit Händen bist du nicht zu fassen,
doch du hast immer für mich Zeit.

Du stehst ganz treu an meiner Seite.
Und du bist da, wenn man dich braucht.
Und jeder Gegner sucht das Weite,
und ist im Anschluss abgetaucht.

Du schenkst mir einen Seelenfrieden.
Und deshalb bin ich, wie ich bin.
Ich habe mich für dich entschieden.
Dir zu vertrauen, das macht Sinn.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 133 -

Immer neu justieren

Man muss sich immer neu justieren.
Was gestern galt, ist längst passé.
Wer darauf pocht, wird sich blamieren,
Vergangenes sagt uns Ade.

Ob Jahreszeiten, Wind und Wetter.
Es ändert alles sein Gesicht.
Es 'schlüpften' einst die grünen Blätter.
Was uns nicht mehr ins Auge sticht.

Man altert im Verlauf der Jahre.
Und es steht fest, man bleibt nicht jung.
Die Haare werden Mangelware,
verklärt spricht die Erinnerung.
  runter Lippen

- 134 -

Die Goldmedaille geht an Krücken.
Das Laufen fällt ihr furchtbar schwer.
Ein Hexenschuss kann sich nicht bücken,
und morsche Knochen leiden sehr.

Es wird nie wieder so wie heute.
Was die Erfahrung laut bekennt.
Schon morgen steht das Denkgebäude
auf einem andren Fundament.

© Roman Herberth
 

- 135 -

Man schenkt uns eine Stunde

Man schenkt uns heute eine Stunde.
Und jeder nutzt sie, wie er mag.
Der eine schläft noch eine Runde,
und zwar am frühen Nachmittag.

Durch einen Wald kann man spazieren,
mit Kind und Kegel und dem Hund.
Der späte Herbst lässt sich studieren,
man raschelt durch das Blätterbunt.

Sein Liebchen kann man länger lieben.
Kein Kuss wird nur dahin gehaucht.
Man nimmt sich Zeit für Wolke sieben,
weil das die wahre Liebe braucht.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 136 -

Man muss nicht eilen, muss nicht hetzen.
Und ist ein Stündchen früher dran.
Man kann sich deshalb glücklich schätzen,
denn niemand kommt verspätet an.

"Was bringt uns die geschenkte Stunde?
Und was hat man damit gemacht?"
So fragt man Morgen in die Runde.
'Man hat sie hinter sich gebracht.'

© Roman Herberth
 

- 137 -

Mit einer Stunde

Was macht man nur mit einer Stunde?
Man trödelt, und man lässt sich Zeit.
Schreibt einen Brief, an Kunigunde.
Und gönnt sich einen Meinungsstreit.

Man schläft sich aus, lässt sich nicht wecken.
Und schaut dann Vormittagsprogramm.
Man säubert seinen Dreck am Stecken,
und zieht den Scheitel mit dem Kamm.

Dann frönt man einem Däumchendrehen.
Die Hände legt man in den Schoß.
Man wird nicht nach dem Rechten sehen,
ist auch um uns der Teufel los.
  runter Lippen

- 138 -

Im Internet wird man sich tummeln,
und twittern, wie es uns gefällt.
Man kann auch Shoppen, Mausklick-Bummeln
in dieser virtuellen Welt.

Mit seinem Goldfisch kann man schweigen,
und unbekümmert glücklich sein.
Sich von der besten Seite zeigen,
und sich von schwerer Last befrei'n.

© Roman Herberth
 

- 139 -

In die Karten

Das Leben schaut dir in die Karten.
Es kennt dich deshalb haargenau.
Es trumpft nicht auf, denn es kann warten.
Nur selten stellt es sich zur Schau.

Bekannt sind ihm die Lebensziele.
Es mischt sich aber niemals ein.
Es fühlt mit dir die Bauchgefühle,
es stellt dir aber nie ein Bein.

Dein Staatsgeheimnis wird es hüten.
Es stellt dich nämlich niemals bloß.
Es überwacht dein 'Pläne schmieden',
und dient dir oft als Rettungsfloß.
  runter Lippen

- 140 -

Mit ihm wirst du sehr viel erleben.
Selbst Wunder hat es noch parat.
Und was es hat, wird es dir geben.
Denn es ist immer voll auf Draht.

So vieles lässt sich nicht erklären.
Dein Leben endet irgendwann.
Du kannst dich nicht dagegen wehren,
denn es gibt keinen, der es kann.

© Roman Herberth
 

- 141 -

Empfangsbereit

Man träumt vom Glück, und schmiedet Pläne.
Und übt sich in Gelassenheit.
Und ist für jede Freudenträne
rund um die Uhr empfangsbereit.

Uns stehen viele Wege offen.
Und nirgends lauert die Gefahr.
Und mit Bestimmheit darf man hoffen,
was man sich wünscht, wird endlich wahr.

Kein Miesepeter kann uns schaden,
denn keiner seiner Trümpfe sticht.
Belügt man uns nach Strich und Faden,
erklärt man ihn zum Bösewicht.
  runter Lippen

- 142 -

Der Weg ist frei für schöne Dinge.
Nur Gutes wird dem nachgesagt.
Man steckt den Kopf nicht in die Schlinge,
denn das wird jeden Tag vertagt.

Das Glück hat uns ins Herz geschlossen.
Das hat man sicher nie bereut.
Man hat es regelrecht genossen.
Und riesig hat man sich gefreut.

© Roman Herberth
 

- 143 -

Nicht zu Füßen

Die Welt liegt uns nicht oft zu Füßen.
Sie lässt es sogar meistens sein.
Das werden wir zwar nicht begrüßen,
jedoch man stellt sich darauf ein.

Im Abseits wird man häufig stehen,
worüber man zuweilen stöhnt.
Doch wenn wir ehrlich in uns gehen,
man hat sich längst daran gewöhnt.

Den Lorbeer möchte man erringen,
das funktioniert so gut wie nie.
Man weiß, das lässt sich nicht erzwingen,
bestätigt selbst die Garantie.
  runter Lippen

- 144 -

Man spornt sich an, bleckt seine Zähne,
und greift nach Bronze, Silber, Gold.
Und man erwischt vom Glück die Strähne,
das Schicksal lacht und ist uns hold.

Die weite Welt liegt uns zu Füßen.
Nicht ewig, doch für kurze Zeit.
Man sollte diesen Spaß genießen,
denn Freude macht sich in uns breit.

© Roman Herberth
 

- 145 -

Man spioniert uns aus

Man spioniert uns schamlos aus.
Und das ist keine Zeitungsente.
Verwanzt ist selbst das Kanzlerhaus,
und im Visier sind Prominente.

Doch nun entrüstet sich der Staat.
Verschnupft schimpft ein Parteigenosse.
Gekappt wird nun der gute Draht.
Und ähnlich handeln Wirtschaftsbosse.

Die Freundschaft legt man jetzt auf Eis.
Man wurde vor den Kopf gestoßen.
Und auf der Hand liegt der Beweis.
Nun pfeift man auf die roten Rosen.
  runter Lippen

- 146 -

Für jeden wird es offenbar.
Man lügt uns an nach Strich und Faden.
Und bissig wird ein Kommentar.
Der Abgehörte hat den Schaden.

Man kam uns 'hinterfotzig' nah,
um das Intime zu verletzen.
Der 'gute Freund', Amerika,
hält nichts von unsren Grundgesetzen.

© Roman Herberth
 

- 147 -

Man leugnet alles

Man leugnet alles, bis zum Schluss.
Man schwört und man hält Lügen feil.
Dann kommt, wie alles kommen muss.
Die Wahrheit spricht vom Gegenteil.

Der Freundin log man ins Gesicht.
Wen wundert's, dass sie sich empört.
Und was ihr jetzt ins Auge sticht,
das findet sie echt unerhört.

Sie wusste nichts vom 'Saitensprung',
und blieb dem 'Freund' verbindlich treu.
Vorüber, die Begeisterung.
Und diese Töne sind ganz neu.
  runter Lippen

- 148 -

Zehn Jahre ging das Gaunerspiel.
Intimes hat man ausgespäht.
Sie klagt entsetzt: "Das ist zu viel!"
So manches weiß sie jetzt konkret.

Ein 'Freund' ist in Erklärungsnot.
Denn eingestürzt, sein Kartenhaus.
Bei mir, da kriegt er Hausverbot.
Das juckt ihn nicht, er späht mich aus.

© Roman Herberth
 

- 149 -

Sich aufrichten

Wer fällt, der darf nicht liegen bleiben.
Sich aufzurichten, wird zur Pflicht.
Dann kann er sich die Hände reiben,
was sicher für sich selber spricht.

Oft lauert Böses an der Ecke.
Sei unbekümmert, doch gefasst.
Im Notfall bringe es zur Strecke.
Dann fällt es dir nicht mehr zur Last.

Du irrst dich, das ist keine Schande.
Das kommt in allen Kreisen vor.
Doch gib dir deshalb nicht die Kante,
Du weißt, das ist ein Eigentor.

Man setzt dir zu mit kurzen Beinen.
Die Lüge nimmt dich ins Visier.
Dem eine Tränen nach zu weinen,
mein guter Rat: 'Verkneif es dir!'

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 150 -

Uns ist Glück verheißen

Die Liebe singt ein schönes Lied,
und darin wird uns Glück verheißen.
Doch was man meistens übersieht,
in saure Äpfel muss man beißen.

Vor lauter Liebe wird man blind.
Das hat natürlich seine Folgen.
Man wird zu einem Sorgenkind,
und fällt darauf aus allen Wolken.

Man liebt mit Schmetterling im Bauch.
Doch plötzlich hat man Herzversagen.
Das Glücksgefühl steht auf dem Schlauch,
und liegt uns hinterher im Magen.
  runter Lippen

- 151 -

Am Anfang macht die Liebe 'high'.
Und glücklich sein, heißt die Devise.
Doch später klagt die Litanei.
Die Freundschaft stürzt in eine Krise.

Die Liebe träumt von Ewigkeit.
Das sollte sie sich besser sparen.
Denn Liebe gibt es nur auf Zeit.
Darüber sei man sich im Klaren.

© Roman Herberth
 

- 152 -

Die höhere Gewalt

Ich kann dir alles anvertrauen.
Und du gibst meinem Leben Sinn.
Auf deine Worte kann ich bauen.
Du nimmst mich einfach, wie ich bin.

Ich kann dich jederzeit erreichen.
Du hilfst mir auf aus jeder Not.
Du wirkst mit Wundern und mit Zeichen.
Und alles pendelt sich ins Lot.

Bin ich im Sumpf tief eingesunken,
und fehlt es mir an Kraft und Mut,
entfachst du einen Hoffnungsfunken,
und dann wird alles wieder gut.
  runter Lippen

- 153 -

Du stehst ganz fest an meiner Seite.
Zum Zuge kommt kein Bösewicht.
Wenn er dich sieht, sucht er das Weite.
Und schnell ist er dann außer Sicht.

Mit dir wird jeder Tag gelingen,
du bist die höhere Gewalt.
Mich kann man nicht zu Boden zwingen,
du bist mein Bollwerk und mein Halt.

© Roman Herberth
 

- 154 -

Rundum fit

Man spürt den Mumm in seinen Knochen.
Und auch mental fühlt man sich fit.
Man kommt nicht schwach daher gekrochen,
stattdessen tanzt der Wechselschritt.

Den Fahrstuhl wird man nicht besteigen.
Man joggt bis in den vierten Stock.
Und eines wird man nicht verschweigen,
man hat darauf so richtig Bock.

Gesünder will man sich ernähren.
Und Obst steht auf dem Speiseplan.
Es wird sich zweifellos bewähren,
ein erster Schritt ist schon getan.
  runter Lippen

- 155 -

Kontakte will man wieder pflegen,
doch keine Stammtischbruderschaft.
Nur Wert auf wahre Werte legen,
und daraus schöpft man neue Kraft.

Zu neuen Ufern will man finden.
Man lässt sich leiten, folgt der Spur.
Die Hürden kann man überwinden,
mit Leichtigkeit und mit Bravour.

© Roman Herberth
 

- 156 -

Nach meiner Schnur

Ich richte mich nach meiner Schnur.
Und stelle selber meine Weichen.
Ich tanke Kraft in der Natur,
und Gott löst meine Fragezeichen.

Mir ist nicht länger Angst und Bang.
Mein Glück will ich mit Händen fassen.
Und führt es in den Untergang,
will ich die Finger davon lassen.

Mein Gestern fällt nicht ins Gewicht.
Es soll nicht meine Zukunft lähmen.
Lacht mir die Bosheit ins Gesicht
dann soll sie sich gefälligst schämen.

Das eine ist mir völlig klar.
Die Zukunft mischt für mich die Karten.
Und was einst mein Verhängnis war,
von dem ist nichts mehr zu erwarten.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 157 -

Ein falsches Spiel

Man treibt mit uns ein falsches Spiel.
Und lockt uns in den Hinterhalt.
Die Bosheit findet schnell ans Ziel.
Und dass man leidet, lässt sie kalt.

Ein zuckersüßer Köder lockt.
Erst nimmt man ihn in Augenschein.
Man schnuppert, doch kein Atem stockt.
Dann beißt man frohgemut hinein.

Man führt uns gerne hinters Licht.
Das zieht uns meistens in den Bann.
Die Häme lacht uns ins Gesicht.
Und dabei schwindelt sie uns an.

  runter Lippen

- 158 -

Der Trugschluss macht uns etwas vor.
Er siegt bei jeder Diskussion.
Nur unser kleiner Mann im Ohr,
der hält anscheinend nichts davon.

Man wird 'ver arscht' von früh bis spät.
Und schamlos wird man ausgenützt.
Das ist verflixt und zugenäht.
Doch keiner, der uns davor schützt.

© Roman Herberth
 

- 159 -

Der ungebremste Wahn

Man jagt nach Dingen, die uns schaden.
Und ungebremst ist unser Wahn.
Dann kann man nicht in Unschuld baden,
man hätte es sehr gern getan.

Der schnöde Mammon wird uns blenden.
Man übersieht, was nahe liegt.
Das Böse wird dann Böse enden,
denn alles Gute wird besiegt.

Man lebt sich selber unzufrieden,
man hat genug, und will noch mehr.
Der Futterneid wird täglich wüten,
dem Teufel reist man hinterher.
  runter Lippen

- 160 -

Man habe, heißt es, seine Gründe.
Dem Guten zollt man keinen Dank.
Nur einzuheimsen, das ist Sünde.
Und wer nicht aufpasst, der wird krank.

Man hetzt nach Dingen, nichts darf fehlen.
Ein Haben wird bunt ausgemalt.
Erst wird man sich, dann andre quälen.
Es macht sich jedoch nicht bezahlt.

© Roman Herberth
 

- 161 -

Die Niederlagen ordnen

Ich ordne meine Niederlagen.
und suche eine Quintessenz.
'Ich stelle mich den großen Fragen',
sagt meine nackte Existenz.

Die alten Fehler zu kopieren,
das geht mir gegen jeden Strich.
Ich würde mich nur selbst blamieren,
das wäre dumm und ärgerlich.

Es ist nicht einfach zu bewerten.
Was führt zum Ziel, was führt zu weit.
Und im Disput sind die Gelehrten.
Ihr Rat, der ändert oft sein 'Kleid'.

Ich muss mir selbst die Antwort geben.
Die Lösung individuell.
Und ich durchforste dann mein Leben
mit dem Gedankenkarussell.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 162 -

Auf die Schliche

Das Leben kommt uns auf die Schliche,
selbst wenn man trickst und Fallen stellt.
Man landet schnell in Teufels Küche,
von der ein Grundsatz gar nichts hält.

Die Suppe sich selbst einzubrocken,
das war nicht klug, wie man erkennt.
Der Atemzug fängt an zu stocken,
das Herz pocht laut, der Pulsschlag rennt.

Im Nachhinein wird man erfahren.
Man hat das Heft nicht in der Hand.
Die Ruhe lässt sich nicht mehr wahren.
Man fühlt sich leer und ausgebrannt.
  runter Lippen

- 163 -

Ein gut gemeinter Rat ist teuer.
Kein Freund, kein Feind, kein Irgendwer,
legt für uns eine Hand ins Feuer.
Im Gegenteil man stellt sich quer.

Es liegt an uns, es selbst zu richten.
Man sei sein Retter in der Not.
Und scheitert ein Versuch zu schlichten,
soll man das Übel glatt vernichten,
sonst lauert auf uns noch der Tod.

© Roman Herberth
 

- 164 -

Total verfrüht

Man weiß, es ist total verfrüht.
Und dennoch wird man Ausschau halten,
ob schon ein Krokus sich bemüht,
sein wahres Wesen zu entfalten.

Die Neugier wird bereits konkret.
Vorüber ist ihr Däumchen drehen.
Sie sichtet jedes Blumenbeet.
Und will mit eignen Augen sehen.

Sie wird vertröstet, das ist klar.
Und die Geduld rät abzuwarten.
Es ist erst Mitte Januar.
Da schläft bei uns noch jeder Garten.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 165 -

Du bist die Antwort

Du bist die Antwort meiner Fragen.
Und meine Rettung in der Not.
Dem Bösen gehst du an den Kragen,
damit mir kein Verhängnis droht.

Ob Krise oder Bagatelle.
Ob morgens früh, ob abends spät.
'Ich brauche dich', du bist zur Stelle.
Und du bist der, der zu mir steht.

Auf dich kann ich mich voll verlassen.
Du lässt mich nämlich nie im Stich.
Vertrauen kann ich zu dir fassen,
ein Umstand, der begeistert mich.

Ich fühle mich bei dir geborgen.
Was mich bedrängt, bleibt außen vor.
Du nimmst dir Zeit für meine Sorgen,
und immer offen ist dein Ohr.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 166 -

Den fiesen Plan durchkreuzen

Zum Guten wird sich alles wenden.
Man folgt nicht mehr der schiefen Bahn.
Das Böse kann nicht Böse enden,
denn man durchkreuzt den fiesen Plan.

Das Glück harrt aus an unsrer Seite.
Die Freude beugt sich diesem Los.
Das Pech sucht, Gott sei Dank, das Weite.
Die Hoffnung fällt uns in den Schoß.

Es glätten sich die Sorgenfalten.
Sie sind nicht länger von Belang.
Wir lassen die Geschicke walten,
das Schöne nimmt man in Empfang.
  runter Lippen

- 167 -

Von Ängsten kann man sich befreien.
Gebändigt wird die 'liebe' Not.
Man richtet nicht, und wird verzeihen.
Das wird zum obersten Gebot.

Man glaubt an sich und seine Stärke.
Und dass das Schlechte unterliegt.
Man setzt und baut auf gute Werke,
dass alles sich zum Guten fügt.

© Roman Herberth
 

- 168 -

Man hat sich weh getan

Man lebt sein Leben, stößt an Grenzen,
und hat sich dabei weh getan.
Die eigne Dummheit will dann glänzen,
das wirft uns völlig aus der Bahn.

Gescheitert sind die großen Pläne.
Es läuft nur eckig und nicht rund.
Das Glück erkrankt dann an Migräne.
Umsonst sucht man nach einem Grund.

Bald wird man uns zur Minna machen.
Die leichte Schulter nimmt es schwer.
Und es vergeht uns dann das Lachen.
Denn man behandelt uns nicht fair.
  runter Lippen

- 169 -

Ein Feind wird uns den Schneid abkaufen.
Doch der Erlös bringt gar nichts ein.
Die Sache, die ist dumm gelaufen.
Auf einen Schwindler fiel man rein.

Man lebt sein Leben, stößt an Grenzen.
Man akzeptiert und zollt Respekt.
Und das hat seine Konsequenzen,
es wird nicht länger angeeckt.

© Roman Herberth
 

- 170 -

Du vertreibst die Einsamkeit

Du schenkst mir viele schöne Stunden.
Und du vertreibst die Einsamkeit.
Bei dir hab ich mein Glück gefunden.
Das ist uns treu zu jeder Zeit.

Es kribbeln meine Schmetterlinge,
wenn du mich in die Arme schließt.
Dann bin ich einfach guter Dinge,
was dann mein Glücksgefühl genießt.

Ich bin ein Schiff, du bist mein Hafen.
Mich lockt nicht mehr die hohe See.
Es war mein Glück, dass wir uns trafen.
Ich gehe nicht mehr auf Tournee.
  runter Lippen

- 171 -

Ich habe mich für dich entschieden.
Du bist mein Anker, der mich hält.
Du bist mein Schutz, mein Seelenfrieden,
mein größter Schatz in dieser Welt.

Mit dir darf ich den Traum erleben.
Ich fühle mich sehr wohl dabei.
Benimmt sich mal ein Streit daneben,
bricht unser Glück nicht gleich entzwei.

© Roman Herberth
 

- 172 -

Ein gewagter Schritt

Sich an der eignen Nase fassen,
das wäre ein gewagter Schritt.
Die Finger wird man davon lassen,
befürchtet wird ein Stiefeltritt.

Die andren möchte man belehren.
Und man weiß immer guten Rat.
Wird sich ein Stolz mit Füßen wehren,
dann wandelt er auf schmalem Grat.

Sich selbst zu bessern, wird meist scheitern.
An eignen Fehlern hält man fest.
Den Horizont will man erweitern,
wenn es sich leicht gestalten lässt.

Man kommt sich selber auf die Schliche.
Was man nach außen gern vertuscht.
Statt Tacheles, nur dumme Sprüche,
ins Handwerk wird uns dann gepfuscht.

© Roman Herberth Gedichtband, 8-lich, achtlich,

runter Lippen

- 173 -

Der Meinungsstreit

Zwei Menschen denken unterschiedlich.
Das führt zu einem Meinungsstreit.
Man diskutiert am Anfang friedlich,
und zeigt sich später kampfbereit.

Erst trumpft man auf mit Argumenten,
und das erhitzt die Diskussion.
Ins Schwitzen kommen Kontrahenten,
und schärfer wird der Umgangston.

Kurz über lang ist man in Rage.
Was dann im Anschluss eskaliert.
Und jeder fürchtet die Blamage,
bei der man seinen Ruf verliert.

Den Kampf wird keiner miterleben,
fährt auch die Wut aus ihrer Haut.
Der Klügere pflegt nachzugeben,
und rettet dadurch seine Haut.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 174 -

Ich möchte...

Ich möchte, wenn der Himmel weint,
ein lautes Halleluja singen.
Und wenn im Park die Sonne scheint,
mal über meinen Schatten springen.

Ich möchte, wenn die Wiese blüht,
mit Bienen um die Wette fliegen.
Und wenn mein Wunsch den Kürzer'n zieht,
nicht tief gekränkt zu Boden liegen.

Ich möchte mit den Grillen grillen,
mit Mann und Maus im Waldcafé.
Und meine Sehnsucht will ich stillen
in lauer Nacht am Baggersee.

Ich möchte Sorgen von mir schieben,
damit mich nicht das Pech ereilt.
Und unbekümmert will ich lieben,
ein großes Glück wird angepeilt.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 175 -

Man müht sich ab

Man müht sich ab zu allen Zeiten.
Verzweifelt jagt man nach dem Glück.
Und wenn wir die Prinzipien reiten,
folgt einem Lob die Selbstkritik.

Man träumt von einer runden Sache.
Doch damit ist es nicht weit her.
Im Hinterhalt liegt längst die Rache,
und die macht uns das Leben schwer.

Mit sich wird man ein Hühnchen rupfen.
Es bleibt nicht aus, man stellt sich bloß.
Man kränkelt, niest, und man hat Schnupfen.
Und später ist der Teufel los.
  runter Lippen

- 176 -

Aus großen Plänen wird nichts werden.
Das Schicksal legt uns übers Knie.
Man plagt sich ab mit Herzbeschwerden.
Und machtlos steht man vis-à-vis.

Man müht sich ab sein ganzes Leben.
Das ist und war seit jeher Brauch.
Die Hoffnung muss ihr Letztes geben,
sonst steht die Zukunft auf dem Schlauch.

© Roman Herberth
 

- 177 -

Starallüren

Man fegt gern vor den fremden Türen.
Und man verbreitet klugen Rat.
Und Auslauf haben Starallüren,
und später hat man den Salat.

Was auch geschieht, man weiß es besser.
Dann gibt man seinen Senf dazu.
Man meidet heimische Gewässer,
dort sind die Sprüche streng tabu.

Man fühlt sich immer Gott begnadet.
Die Zukunft ist ein off'nes Buch.
Wir wissen was uns demnächst schadet,
voraus eilt unser böser Fluch.
  runter Lippen

- 178 -

Vor allem kennt man jede Masche.
An uns vorbei geht jeder Krug.
Und steigt uns einer in die Tasche,
dann kommt die Polizei zum Zug.

Man rühmt sich seiner Heldentaten,
weil uns ein großer Wurf gelingt.
Doch hinterher hat man den Schaden,
weil unser Lob zum Himmel stinkt.

© Roman Herberth
 

- 179 -

Große Einigkeit

Man hat sich lieb seit vielen Jahren.
Und es herrscht große Einigkeit.
Den Kummer kann man sich ersparen,
die Tränen und den Meinungsstreit.

Man war sich immer gut gesonnen.
Und man hält das, was man verspricht.
Und damit ist schon viel gewonnen.
Nichts stört das Seelengleichgewicht.

Ein Ärger, nur von kurzer Dauer,
weil man dem Partner stets verzeiht.
Und liegt das Schräge auf der Lauer,
dann ist ein Kontra auch nicht weit.
  runter Lippen

- 180 -

Man pflegt bewusst, 'sich lieb zu haben'.
Man ist noch immer Liebespaar.
Ein Kriegsbeil wird nie ausgegraben.
Gemeinsam macht man Träume wahr.

'Ob das so stimmt', stellt sich die Frage.
'Das wäre nämlich nicht normal.'
Ich nicke kurz, bevor ich sage:
'Ich dachte an ein Ideal.'

© Roman Herberth
 

- 181 -

Die Kräfte schwinden

Wir sind erschöpft, die Kräfte schwinden,
weil alles aussichtslos erscheint.
An einen Strohhalm sich zu binden,
das ist ein Fressen für den Feind.

So wie es ist, wird es nicht bleiben.
Wir stehen nicht mehr unsren Mann.
Die Strömung wird uns rückwärts treiben.
Wir kommen nicht dagegen an.

Wir finden zur Verliererstraße.
Und holpern über Stock und Stein.
Die Hoffnung fällt dann auf die Nase.
Die Angst gibt sich ein 'stell dich ein'.

Wir werden klanglos untergehen.
Es lauert hämisch der Ruin.
Nun heißt es, zu sich selber stehen.
Und eisern sei die Disziplin.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 182 -

Neue Ziele setzen

Du sollst dir neue Ziele setzen,
und das verändern, was nichts zählt.
Dann kannst du dich bald glücklich schätzen.
Vermeide alles, was dich quält.

Den Lorbeerkranz kannst du erringen,
doch ohne Mühe keinen Preis.
Auch Schwieriges wird dir gelingen.
Dein Lebenslauf führt den Beweis.

Du denkst, du steckst in tausend Zwängen.
Und bist gefangen in der Pflicht.
Du musst die Eisenketten sprengen,
dann findest du ins Sonnenlicht.
  runter Lippen

- 183 -

Du musst dich um dich selbst bemühen.
Es fällt dir gar nichts in den Schoß.
Du wirst nur schlechte Karten ziehen,
und letztlich ist der Teufel los.

Steh dir und deinem Glück zur Seite.
Dann pendelst du ins rechte Lot.
Sei deine eigne Kragenweite,
Und sei dein Traum, dein Rettungsboot.

© Roman Herberth
 

- 184 -

Sehnsucht nach dem Glück

Man sehnt sich nach dem wahren Glück.
Die Dinge haben ihren Haken.
Das Glück lebt nur im Augenblick,
kurz später wird es sich vertagen.

Man sucht es hier, man sucht es dort.
Und manchmal lässt man sich auch blenden.
Dann wirft man es enttäuscht von Bord.
Ein Glück, das kann nicht Böse enden.

Es folgt beharrlich hinterher,
dann wieder stürmt es in die Weite.
Es macht uns mal das Leben schwer,
und später steht es uns zur Seite.
  runter Lippen

- 185 -

Man spürt es kaum, wenn man es hat.
Und fühlt es stark beim Abschiednehmen.
Das setzt uns zu, das setzt uns matt.
Und das wird uns in Zukunft lähmen.

Sei dankbar für das kleine Glück.
Doch lass das Haar in deiner Suppe.
Und bitte, übe nie Kritik,
verhalte dich, als sei's dir schnuppe.

© Roman Herberth
 

- 186 -

Aus der Ruhe bringen

Nichts kann mich aus der Ruhe bringen.
Egal was kommt, was auch geschieht.
Kein böser Geist kann mich bezwingen.
Kein Unheil, das die Fäden zieht.

Das pure Glück lässt sich erfahren.
Und wenn ein Leidensweg beginnt,
dann bin ich mir bestimmt im Klaren,
dass er nur wenig Land gewinnt.

Mit ganzem Herzen darf ich hoffen.
Ich werde nicht mehr eingeengt.
Nun stehen mir die Wege offen,
und jede Fessel wird gesprengt.

Nichts kann mich aus der Ruhe bringen.
Und das steht unumstößlich fest.
Und es wird keinem mehr gelingen.
Und das beweist ein Härtetest.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 187 -

Glück und Leid

Wir haben Glück und Leid erfahren.
An unsren Nerven wird gesägt.
Wir sind uns voll und ganz im Klaren,
vom Leben wurden wir geprägt.

Man kennt das Gute und das Böse.
Und eine Jagd nach dem Phantom.
Es geht um Macht, um Gelderlöse,
da steht die Menschheit unter Strom.

Es ist ein Geben und ein Nehmen.
Doch ausgeglichen soll es sein,
sonst führt das Ganze zu Problemen,
und nur ein Unmut stellt sich ein.
  runter Lippen

- 188 -

Wir haben Stärken als auch Schwächen.
Man geht durch dünn, durch knüppeldick.
Perfekt zu sein, ist ein Verbrechen,
denn es stößt immer auf Kritik.

Nicht immer lachen Freudentränen.
Und oft ist es zum Frühling weit.
Man kämpft mit Löwen und Hyänen,
doch die Erlösung bringt die Zeit.

© Roman Herberth
 

- 189 -

Was nahe liegt

Was nahe liegt, wird übersehen.
Bald ist die Lage angespannt.
Dem Unheil kann man nicht entgehen.
Und im Getriebe steckt der Sand.

Was wichtig ist, wird aufgeschoben.
Man hilft nicht einer lieben Not.
Der Aufstand möchte sich erproben.
Doch man erteilt ihm Streikverbot.

Was weiter führt, lässt man links liegen.
Aus einem Feigling wird kein Held.
Wer klug ist, lässt sich nicht verbiegen,
er achtet, dass kein Groschen fällt.
  runter Lippen

- 190 -

Was Wellen schlägt, führt zu Problemen.
Das Ganze wird falsch eingeschätzt.
Das wird uns erst den Atem nehmen,
bevor man sich in Nesseln setzt.

Was offenbar ist, lässt uns hoffen.
Und wenn uns Schönes wiederfährt,
dann ist der Weg zum Himmel offen.
Und gut wird das, was lange währt.

© Roman Herberth
 

- 191 -

Viele Wege

Viele Wege führn ins Glück.
Jeder schwört auf seinen.
Immer kämpft man mit Kritik
und mit Stolpersteinen.

Jeder will ans eigne Ziel.
In Angriff wird er's nehmen.
Und kein Weg ist ihm zu viel.
Keiner lässt sich lähmen.

Was man vorhat, das gelingt.
Das steht außer Frage.
Wer den Schweinehund bezwingt,
der wird Herr der Lage.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 192 -

Nicht überstrapazieren

Das Glück, nicht überstrapazieren,
sonst geht der Schuss nach hinten los.
Man kann sich dabei leicht blamieren,
im schlimmsten Fall stellt man sich bloß.

Man darf auch nicht zu viel erwarten.
Ein Scheitern liegt dann auf der Hand.
Im Anschluss hat man schlechte Karten.
Und es rotiert noch der Verstand.

Es bockt und sturt, wenn wir es hetzen.
Man soll es nehmen, wie es ist.
Sonst wird man sich nie glücklich schätzen,
das wäre ausgesprochen, Mist.
  runter Lippen

- 193 -

Nach keiner Pfeife wird es tanzen.
Die Dinge wägt es mit Bedacht.
Es ist im Großen und im Ganzen,
ein Zustand, der zufrieden macht.

Das Glück fühlt sich auch dir verpflichtet.
Doch bitte übe die Geduld.
Ansonsten wird es nicht gesichtet,
und dann bist du an allem Schuld.

© Roman Herberth
 

- 194 -

Der Wunsch verläuft im Sand

Der Urlaub liegt am Palmenstrand.
Das kann er sich nicht jährlich leisten.
Der Wunsch verläuft sehr oft im Sand.
Und so wie ihm, ergeht's den meisten.

Er hat gespart, nun ist er hier.
Im Wind kann sich die Seele baumeln.
Die Sonne nimmt er ins Visier,
er sieht auch Schmetterlinge taumeln.

Die Nächte, lau und sternenklar.
Und unaufhörlich flüstern Wellen.
Und in der kleinen Hafenbar,
kann man sich einen Rum bestellen.
  runter Lippen

- 195 -

Die Tage, golden, himmelblau.
Türkis die Bucht, wo Gäste baden.
Man denkt an kein Novembergrau,
auch nicht an weiße Nebelschwaden.

Die schöne Zeit verfliegt im Nu.
Es heult schon die Fabriksirene.
Das schlechte Wetter setzt uns zu.
Es macht uns täglich eine Szene.

© Roman Herberth
 

- 196 -

Tief stapeln

Man stapelt tief und hoch und breit.
Und unser Ziel sind Leckerbissen.
Man geht oft einen Schritt zu weit.
Das lastet schwer auf dem Gewissen.

Oft hat man seinen Weg verfehlt.
Man will es sich nicht eingestehen.
Und man hält fest an dem, was quält.
So wird man vor die Hunde gehen.

Das Unglück hat die Hand im Spiel.
Man wehrt sich, doch muss Federn lassen.
Die Hinterlist gelangt ans Ziel.
Das kann man überhaupt nicht fassen.

Man setzt uns immer wieder zu.
Man hofft umsonst auf eine Wende.
Das Schicksal landet einen Coup,
und hinterlässt ein böses Ende.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 197 -

Den Kampf ansagen

Man soll dem Feind den Kampf ansagen.
Zum Guten halten, Tag und Nacht.
Und täglich kleine Schritte wagen,
nicht nur, wenn eine Sonne lacht.

Man soll nicht vor die Hunde gehen.
Sich mühen, wenn der Tag beginnt.
Und der Versuchung widerstehen.
Sie macht ansonsten tränenblind.

Man soll nicht seinen Launen frönen.
Die Bosheit sei nicht unser Ding.
Man soll nicht spotten und nicht höhnen.
Und keinen schätze man gering.
  runter Lippen

- 198 -

Man meide eine dreiste Lüge,
die nur auf ihren Vorteil pocht.
Man kämpfe gegen die Intrige,
denn sie ist fies und ausgekocht.

Das ewig Gute soll uns leiten.
Man schenke ihm die Zeit, den Raum.
Die Hoffnung möge uns begleiten,
und es erfülle sich ein Traum.

© Roman Herberth
 

- 199 -

Ein kleiner Schritt

Voran bringt uns ein kleiner Schritt.
Erst dadurch wird es vorwärts gehen.
Und wem das zusagt, der macht mit.
Man wird nicht länger Däumchen drehen.

Zuweilen fehlt ein wenig Mut.
Man stockt und steht, und wird verharren.
Und keiner zieht vor uns den Hut,
und flott kriegt man nicht seinen Karren.

Ein Ausweg leider nicht in Sicht.
Auf Hilfe ist man angewiesen.
So mancher fühlt sich in der Pflicht.
Der Helfer wird dann hoch gepriesen.
  runter Lippen

- 200 -

So geht es durch den Lauf der Zeit.
Mal als Versager, mal als Retter.
Doch man erfährt auch Tränenleid,
ein Unglück, und ein Donnerwetter.

Die Mühe fordert unsren Fleiß.
Man muss sein Allerbestes geben.
Die Dinge haben ihren Preis,
am Ende zahlt man mit dem Leben.

© Roman Herberth
 

- 201 -

Mein Halt, mein Schutz

Du bist mein Halt auf allen Wegen.
Mein Schutz, wenn ein Verhängnis droht.
Dein off'ner Arm kommt mir entgegen.
Du bist mein Retter in der Not.

Mein Alltag wird durch dich gelingen.
Die Hinterlist kommt nicht zum Zug.
Und über Schatten kann ich springen.
Aus Fehlern wird die Seele klug.

Du rettest mich vor tausend Zwängen.
Ich bin geborgen, dennoch frei.
Nur du kannst meine Fesseln sprengen.
Das Böse bricht durch dich entzwei.

Mich selber muss ich überwinden.
Und dazu ist mein Herz bereit.
So kann ich Trost und Ruhe finden,
auf meiner Irrfahrt durch die Zeit.


© Roman Herberth

  runter Lippen

- 202 -

Selbst ein Loblied singen

Du musst dir selbst ein Loblied singen.
Kein andrer ist dazu bereit.
Und einen andren dazu zwingen,
ja, da vergeudest du nur Zeit.

Du musst dir selbst zur Seite stehen.
Und sei auch der, der dich bewacht.
Kein Freundschaftsschwur wird nach dir sehen.
Er hat sich aus dem Staub gemacht.

Du musst dir selbst am Herzen liegen,
den andren bist du piep egal.
Die meisten wollen dich verbiegen,
sie pfeifen auf dein Jammertal.
  runter Lippen

- 203 -

Du musst auf deine Stimme hören.
Und selbst entscheiden, gut und schlecht.
Du musst dir selbst die Ruhe stören,
bist du nur stur und selbstgerecht.

Du musst dich deinem Leben stellen,
mit Disziplin und Samthandschuh.
Doch bitte sei in allen Fällen,
ganz unverwechselbar, nur du.

© Roman Herberth
 

- 204 -

Mit Haken und mit Ösen

Man kämpft mit Haken und mit Ösen.
Man kämpft für eine bess're Welt.
Man setzt sich ein, bekämpft die Bösen,
weil man das für ganz wichtig hält.

Man kämpft gewaltfrei für den Frieden.
Und man bekämpft die Korruption.
Man lässt sich nicht mehr alles bieten,
doch lähmend manchmal Spott und Hohn.

Man kämpft, befürchtet Niederlagen,
man steht nicht immer seinen Mann.
Und man hat Angst vor dem Versagen.
Man kämpft mit Macht dagegen an.
  runter Lippen

- 205 -

Man kämpft und will nicht unterliegen.
Man steht gewaltig unter Dampf.
Wer kämpft, der will am Ende siegen,
und deshalb stellt er sich dem Kampf.

Wer nicht mehr kämpft, hat längst verloren.
Man treibt mit ihm ein böses Spiel.
Er wird gerupft und kahl geschoren.
Er dient als Scheibe und als Ziel.

© Roman Herberth
 

- 206 -

Dich zu Tode grämen

Du sollst dich nicht zu Tode grämen,
denn damit ist nicht viel erreicht.
Du sollst das Schwere leichter nehmen,
damit es seine Segeln streicht.

Du sollst dich nicht zum Narren halten.
Und Fünf darf auch mal g'rade sein.
Du sollst dein Können voll entfalten,
und stelle dir nie selbst ein Bein.

Doch tanze nie nach fremden Pfeifen.
Sei mit den Bösen nicht vereint.
Ihr Ziel ist es, dich einzuseifen.
Und sie entpuppen sich als Feind.
  runter Lippen

- 207 -

Nach andren musst du dich nicht richten.
Verfolge immer deinen Plan.
Dem Guten sollst du dich verpflichten.
Sei dabei locker und spontan.

Was Kummer bringt, das sollst du meiden.
Sonst sind die Dinge nicht im Lot.
Du sollst dich stets für dich entscheiden,
das sei dein oberstes Gebot.

© Roman Herberth
 

- 208 -

Zur Weißglut bringen

Ein Huhn will dich zur Weißglut bringen.
Du siehst den Zaunpfahl, und weichst aus.
Der fiese Plan kann nicht gelingen.
Du machst der Bosheit den Garaus.

Das Huhn gibt sich noch nicht geschlagen.
Und stochert in ein Wespennest.
Doch die Geduld muss es ertragen,
weil du dir alles bieten lässt.

Dem Ärger gehst du nicht entgegen.
Du haderst nicht mit einem Streit.
Dein Vorsatz, dich nicht aufzuregen,
der schont konkret dein Nervenkleid.

Du machst dich, kurz darauf, vom Acker.
Und du vermeidest den Verdruss.
Nun hörst du nicht mehr das Gegacker.
Als schlau erweist sich der Entschluss.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 209 -

Das Glück nicht wahr nehmen

Man nimmt das Glück oft gar nicht wahr.
Wir leiden keine liebe Not.
Und nirgends lauert die Gefahr.
Man hat auch Wurst zum täglich' Brot.

Es schmerzt uns nichts, man ist gesund.
Kein Arzt versagt uns den Genuss.
Man sieht nicht schwarz, stattdessen bunt.
Es quält uns auch kein Hexenschuss.

Die Freunde kommen zu Besuch.
Kein Mensch macht uns das Leben schwer.
Und Muße schenkt ein gutes Buch.
Man ist zu sich, und andren fair.
  runter Lippen

- 210 -

Man schenkt uns das, worauf man hofft.
Ein großer Wunsch, der sich erfüllt.
Und hat sich unser Streit gezofft,
dann ist der Frieden bald im Bild.

Man denkt nicht nur ans eigne Bier.
Verkostet wird ein Sahnestück.
Die Sonne nimmt uns ins Visier.
Das alles ist, verdammt viel Glück.

© Roman Herberth
 

- 211 -

Die Zukunft, rosig

Die Zukunft, rosig, himmelblau.
Das dauert an, und hält für Wochen.
Und ganz entspannt sind Mann und Frau.
Man hat sich nicht zu viel versprochen.

Man düngt die Liebe, sie gedeiht.
Man hat sich lieb, und ist sich einig.
Doch Pfeffer führt zum Meinungsstreit.
Dann sind ganz kurz die Wege steinig.

Doch schon nach einer Galgenfrist
hat man das Thema abgeschüttelt.
Und weil man Störendes vergisst,
wird wieder Gutes wachgerüttelt.
  runter Lippen

- 212 -

Man gibt sich liebenswert und zahm.
Kein Partner kann dem widerstehen.
So legt man die Probleme lahm.
Man handelt, als sei nichts geschehen.

Die Zukunft rosig, himmelblau.
Kein Wölkchen kann den Himmel trüben.
Und eines weiß man ganz genau:
Die Zeit ist wieder reif zum Lieben.

© Roman Herberth
 

- 213 -

Wer stellt die Weichen

Der Himmel stellt für mich die Weichen.
Ich folge dem durchdachten Plan.
Und was sich quer legt, muss sich schleichen.
Denn wo man hobelt, fällt ein Span.

Ich kann mich einfach fallen lassen.
Mein Gottvertrauen fängt mich auf.
Die Bösewichte müssen passen,
und es gelingt mein Lebenslauf.

Ich bin beschützt auf meinen Wegen.
Und schlechte Karten hat mein Feind.
Sein böses Sinnen steht im Regen,
weil eine Sonne für mich scheint.
  runter Lippen

- 214 -

Mein Schicksal lässt sich furchtlos treiben.
Und täglich findet es Asyl.
Es kann sich seine Hände reiben.
Und wenn es kommt, dann an sein Ziel.

Ich möchte deine Gnade preisen.
Du bist die höhere Gewalt.
Und du wirst mir die Wege weisen.
Durch dich erfährt mein Leben Halt.

© Roman Herberth
 

- 215 -

Wir denken quer Wir lesen rückwärts, denken quer.
Wir suchen Ziffern oder Zeichen.
Und das Gehirn hinkt hinterher.
Doch Segel möchte keiner streichen.

Gedanken-Jogging, unser Sport.
Und das schult unsre sieben Sinne.
Wir träumen schon vom Weltrekord.
Und unser Bleistift hält nicht inne.

Die Schritte walken durch den Flur.
Und dabei sind wir uns im Klaren.
Man richte sich nach seiner Schnur.
Doch es gilt, Haltung zu bewahren.
  runter Lippen

- 216 -

Nur Gutes wird uns eingeprägt.
Der Abend wird spazierengehen.
Wenn einer unsre Nerven sägt,
dann lässt man ihn im Dunklen stehen.

Wir saugen alles in uns auf.
Erörtert werden 'heiße' Themen.
Und bald wird unser Lebenslauf
ganz sicher eine Wende nehmen.

© Roman Herberth
 

- 217 -

Wo hält es Rast

Das Glück geht seine eignen Wege.
Und keiner weiß, wo hält es Rast.
Es kommt uns selten ins 'Gehege'.
Und ist ein gern geseh'ner Gast.

Es liegt uns manchmal treu zu Füßen.
Und hocherfreut sind Mann und Maus.
Man kann es in die Arme schließen,
es fühlt sich wohl bei uns zu Haus.

Vergessen werden alle Sorgen.
Umgangen wird der heiße Brei.
Kein Kummer köpft den Rotweinkorken.
Man fühlt sich einfach einwandfrei.

Das Glück trumpft auf mit guten Karten.
Und das nimmt jeder gern in Kauf.
Es kommt, wenn wir es nicht erwarten.
Ich freue mich schon jetzt darauf.


© Roman Herberth

  runter Lippen

- 218 -

Nicht nur künstlich

Die Dinge haben einen Haken.
Man regt sich nicht nur künstlich auf.
Dem Übel geht man an den Kragen,
dann nimmt der Ärger seinen Lauf.

Man weist uns nämlich in die Schranken.
Verbittert tobt ein Meinungsstreit.
Und bissig werden die Gedanken
und die verletzte Eitelkeit.

Die Wut springt an die Zimmerdecke.
Ein Unding, das wohl keiner braucht.
Sie bleibt nicht einfach auf der Strecke,
und ist noch lange nicht verraucht.
  runter Lippen

- 219 -

Man liegt sich mächtig in den Haaren.
Verebbt ist längst die Diskussion.
Die Angelegenheit, verfahren.
Und äußerst schroff der Umgangston.

Der Anstand schlittert in die Krise.
Und er wird regelrecht vergeigt.
Und boshaft sein, wird zur Devise,
indem man sich den Vogel zeigt.

© Roman Herberth
 

- 220 -

Man jagt nach Dingen

Man jagt nach Dingen, die nur schaden.
Dem Teufel reicht man seine Hand.
Und sang- und klanglos geht man baden.
Darunter leidet der Verstand.

Man pocht auf Werte, die nichts zählen.
Und richtet sich nach deren Schnur.
Man muss sich durch die Tage quälen.
Das Leben wird dann zur Tortur.

Man überschreitet seine Grenzen.
Dass das nicht gut geht, ist uns klar.
Die eigne Dummheit wird dann glänzen,
es überrascht ihr Repertoire.
  runter Lippen

- 221 -

Man stößt an den gesteckten Rahmen.
Der Ruf nach Freiheit, er verhallt.
Dann flucht man laut, ruft Gottes Namen.
Und beide Fäuste sind geballt.

Man übersieht in vielen Fällen,
das kleine, zarte Pflänzchen Glück.
Das Ziel, sich darauf einzustellen,
erfordert äußerst viel Geschick.

© Roman Herberth

- 222 -

Man strebt und strebt

Man strebt nach Glück, nach Wohlergehen,
nach einem sonnigen Gemüt.
Den blauen Himmel will man sehen,
und einen Kirschbaum, wenn er blüht.

Die Träume mögen sich erfüllen.
Und alles Schöne werde wahr.
Das Leben soll die Sehnsucht stillen.
Und was uns schadet, werde rar.

Verzichten will man auf den Plunder.
Auf wahre Werte ist man 'heiß'.
Am Wegrand wachsen kleine Wunder.
Sie ernten einen Schönheitspreis.
  runter Lippen

- 223 -

Dem Gestern liest man die Leviten,
und damit wird es abgehakt.
Und eines das ist unumstritten,
das letzte Wort ist dann gesagt.

Man strebt nach Glück zu allen Zeiten.
Und hofft auf eine heile Welt.
Man lässt sich viel zu oft verleiten,
und denkt, man braucht dazu viel Geld.

© Roman Herberth

- 224 -

Das passt uns nicht

Man muss im Leben Federn lassen.
Und das legt unsre Flügel lahm.
Die Täter kriegt man nie zu fassen.
Das passt uns gar nicht in den Kram.

Die großen Pläne sind zu streichen.
Es platzt dann eine blinde Wut.
Die Ziele kann man nicht erreichen.
Und mit der Zeit, da kocht das Blut.

Man hadert, knirscht mit seinen Zähnen.
Das Schicksal lehnt sich weit zurück.
Es kennt die geifernden Hyänen,
und würdigt sie mit keinem Blick.
  runter Lippen

- 225 -

Das Fass ist fast am Überlaufen.
Die blinde Wut gibt dann klein bei.
Sie steht vor einem Scherbenhaufen.
Und laut klagt ihre Litanei.

Man hat im sicheren Gehege,
die Rechnung ohne Wirt gemacht.
Das Schicksal zeigt sich als Stratege,
und es gewinnt die letzte Schlacht.

© Roman Herberth

- 226 -

Die Moral pfeift auf die Sitte

Die Fehler kennen ihre Gründe.
Und Lügen sind uns wohl vertraut.
Man schmiedet Pläne mit der Sünde.
Und auf die Pauke wird gehaut.

Und die Moral pfeift auf die Sitte.
Der Anstand ist nicht mehr intakt.
Das Laster wird zur Lebensmitte.
'Was sich gehört', wird abgewrackt.
  runter Lippen

- 227 -

  Der Hochmut fühlt sich überlegen.
Und er kommt keineswegs zu Fall.
Man wird ihn 'hätscheln' ihn umhegen.
Und er bleibt jeden Tag am Ball.

Zum Bösen macht man gute Miene.
Und es wird ihm Tribut gezollt.
Wir haben darin viel Routine.
Und heucheln, das sei 'Gott gewollt'.

© Roman Herberth

- 228 -

Mein Schirm bei Dauerregen

Du bist mit mir auf allen Wegen.
Und führst mich sicher durch die Nacht.
Du bist mein Schirm bei Dauerregen.
Mein Schatten, wenn die Sonne lacht.

Du stehst mir immer treu zur Seite.
Wo ich auch bin, du bist nicht fern.
Und du bist meine Kragenweite,
Ich habe dich 'zum Fressen' gern.

Mit Händen bist du nicht zu fassen.
Und dennoch baue ich auf dich.
Ich kann mich voll auf dich verlassen,
du lässt mich nämlich nie im Stich.

Du hilfst mir auf, wenn ich versage.
Und du gibst meinem Leben Halt.
Du kennst das Ende meiner Tage.
Du bist die höhere Gewalt.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 229 -

Man hadert

Man hadert mit dem großen Glück.
Die Dummheit macht ihm eine Szene.
Man übersieht ein Sahnestück.
Und später nervt uns die Migräne.

Wir ernten leider Spott und Hohn.
Und mulmig schaut das Denkgebäude.
Die heile Haut kommt nicht davon,
es meckert laut die Schadenfreude.

Die gute Laune ist verstimmt.
Das schlägt auf den nervösen Magen.
Und wer es sich zu Herzen nimmt,
der hat dann schwer daran zu tragen.
  runter Lippen

- 230 -

Das Schicksal legt sich kreuz und quer.
Das lässt sich leider nicht vermeiden.
Der frohe Sinn wird sekundär.
Die Seelenruhe wird dann leiden.

Doch anderntags winkt uns das Glück.
Man ist nicht länger graues Mäuschen.
Und ist im nächsten Augenblick
beseelt und völlig aus dem Häuschen.

© Roman Herberth

- 231 -

Wenn alle Stricke reißen

Du bist bei mir, wenn alle Stricke reißen.
Und bin ich krank, reichst du die Medizin.
Du weist mir Wege, die mir Glück verheißen.
Du schützt mich jeden Tag vor dem Ruin.

Mit dir gelingen meine Zukunftspläne.
Und du bist alles, was mich glücklich macht.
Und meinen Feinden zeigst du deine Zähne.
Und meine Hoffnung wird durch dich entfacht.

Im Bodenlosen wirst du zu mir stehen.
Und du beflügelst mich zur Heldentat.
Was auch geschieht, ich kann nicht untergehen,
denn mir zur Seite steht dein kluger Rat.

Und sollte ich dann doch den Halt verlieren,
führt mich mein Weg in eine Finsternis.
Dann lässt du mich nicht jämmerlich 'krepieren'.
Du nimmst dich meiner an, das ist gewiss.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 232 -

Man lebt sein Leben

Man lebt sein Leben, glaubt ans Gute.
Man haut uns deshalb übers Ohr.
Und dann ist uns nicht wohl zumute.
Und das kommt leider öfter vor.

Man hält nicht viel von dreisten Lügen.
Vergöttert wird ein Ideal.
Man wird zum Opfer von Intrigen.
Und das ist nicht das erste Mal.

Man glaubt an Liebe, Freundschaft, Treue.
Und an den Schwur, der ewig hält.
Doch man warf Perlen vor die Säue,
das hat man später festgestellt.
  runter Lippen

- 233 -

Man pflegt noch seine großen Träume.
Stabil ist unser Kartenhaus.
Und in den Himmel wachsen Bäume.
Sie wachsen über sich hinaus.

"Die Wahrheit will ich gar nicht wissen",
erklärte mir ein Realist,
"im Grunde ist sie nur besch...
Was leider nicht zu ändern ist."

© Roman Herberth

- 234 -

Man nimmt den Mund voll

Man nimmt den Mund voll und schwingt Reden.
Doch keiner hat danach verlangt.
Man hat es sich dann noch verbeten.
Und kurz darauf wird laut gezankt.

Es züngeln wilde Diskussionen.
Man bietet unaufhörlich Schach.
Den Gegner möchte man nicht schonen.
Man steigt ihm permanent aufs Dach.

Wie unter Strom, die Kontrahenten.
Sie stehen förmlich unter Dampf.
Das Ganze wird noch Böse enden.
Verbissen tobt der Hahnenkampf.

Nun liegt man in des Gegners Wolle.
Man keift sich an wie Hund und Katz'.
Verloren hat man die Kontrolle.
Und ich verließ den 'Kriegsschauplatz'.

© Roman Herberth

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- 235 -

Sich unbekümmert weiter drehen

Die Welt ist selten aus dem Schneider.
Sie stört sich aber nicht daran.
Sie dreht sich unaufhörlich weiter.
Und folgt brav ihrer Umlaufbahn.

Es kommt die Nacht, sie steht im Schatten.
Sie nimmt es hin. Das stört sie nicht.
Das führt zu keinerlei Debatten,
denn immer wahrt sie ihr Gesicht.

Sie ist die Beste aller Welten.
Denn sie ist einzig, weit und breit.
Nur ihre Regeln lässt sie gelten,
das spürt man im Verlauf der Zeit.
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- 236 -

Sie ist präsent seit Jahrmillionen.
Betäubend war der erste Knall.
Und sie entstand aus Explosionen,
ihr Anfang war ein Feuerball.

Wie kam der Mensch auf Mutter Erde?
Seit wann lebt er im Vaterland?
Es spekuliert oft der Gelehrte.
Die Wahrheit, die bleibt unbekannt.

© Roman Herberth
 

- 237 -

Später stellt man fest

Zu oft riskiert man Kopf und Kragen.
Doch später hat man festgestellt.
Die Sache liegt uns schwer im Magen,
weil man nun nichts mehr von ihr hält.

Geopfert wurde Zeit und Mühe.
Vergeblich, wie man später weiß.
Statt Brocken ernten wir nur Brühe.
Und ganz umsonst war unser Fleiß.

Den Lorbeer möchte man erringen.
Jedoch es hat nicht sollen sein.
Ein Fehltritt konnte uns bezwingen,
gebrochen hat man sich ein Bein.

Wir halten Ausschau nach dem Schönen.
Und nach dem süßen Sahnestück.
Den Leidenschaften will man frönen,
doch mehr als zickig ist das Glück.


© Roman Herberth

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- 238 -

Der Kontostand

Das 'Glücklich sein' liegt nicht im Haben.
Es schaut nicht auf den Kontostand.
Die Sparsamkeit der 'alten Schwaben'
führt nicht in das gelobte Land.

Du brauchst nicht Gold, nicht teure Güter.
Und keinen dicken Wohlstandsbauch.
Denn das erhitzt nur die Gemüter,
und menschliches steht auf dem Schlauch.

Von Nöten sind Geduld und Spucke,
mit Zuversicht, Gelassenheit.
Doch bitte werde nicht meschugge,
sonst rächt sich irgendwann die Zeit.

Mit Blindheit bist du oft geschlagen.
Du übersiehst, was Sache ist.
Du kannst nicht jammern und nicht klagen,
Und merkst nicht, dass du glücklich bist.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 239 -

An grauen Tagen sieht es rot

Das Leben hat mich an der Leine.
An grauen Tagen sieht es rot.
Dann macht es meinem Frohsinn Beine.
Ich kämpfe mit der lieben Not.

Es ist mein täglicher Begleiter.
Und ist mein allerbestes Stück.
Zwar ist es ein Prinzipienreiter.
Doch manchmal badet es im Glück.

Es macht mir öfter, schwer zu schaffen.
Das habe ich nicht eingeplant.
Es degradiert mich dann zum Affen,
dem leider nur noch Böses schwant.

Das Leben hat so viele Seiten.
An die man äußerst selten denkt.
Es bietet tausend Möglichkeiten,
und Mutter hat es mir geschenkt.

© Roman Herberth
 

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- 240 -

Nichts ist von Dauer

Die Ebbe wartet auf die Flut.
Die Sonne lacht nach jedem Regen.
Die Ente sorgt für ihre Brut.
Ihr Erpel, der hat nichts dagegen.

Man liebt sich, und gerät in Streit.
Die Hoffnung lechzt nach einem Funken.
Die Zeit träumt von der Ewigkeit.
Ein Zecher, von den Bierspelunken.

Die Tage münden in die Nacht.
Und auf die Freude folgt die Trauer.
Der Mann im Mond gibt auf uns acht.
Und überhaupt nichts ist von Dauer.
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- 241 -

Es schmückt sich jede Innenstadt.
Und es erklingen Weihnachtslieder.
Die Augen sehen sich nicht satt.
Es gilt das: Alle Jahre wieder.

Das Jahr ist langsam auf dem Sprung.
Dann ist es nicht mehr zu gebrauchen.
Zurück bleibt die Erinnerung,
jedoch selbst sie wird untertauchen.

© Roman Herberth
 

- 242 -

Spaß am Leben

Das Glück hat richtig Spaß am Leben.
Es freut sich über jeden Tag.
Nach schönen Dingen wird es streben.
Das Gute nimmt es in Beschlag.

Das Glück denkt nicht an schlechte Zeiten,
weil das nur Kümmernisse weckt.
Mit Missgeschicken sich zu streiten,
das ist ihm immer sehr suspekt.

Das Glück genießt das Hier und Heute.
Was morgen wird, 'das weiß kein Schwein'.
So wird es nie des Wahnsinns Beute.
Und das verhilft zum Glücklich sein.
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- 243 -

Das Glück geht, Gott sei Dank, nicht baden.
Es bleibt sich alle Tage treu.
Es meidet jeden Satansbraten.
Und trennt den Weizen von der Spreu.

Das Glück ist glücklich, keine Frage.
Dass das so bleibt, das ist sein Ziel.
Und es wird immer Herr der Lage,
denn es gewährt sich selbst Asyl.

© Roman Herberth
 

- 244 -

Sie gewinnt die Wort-Gefechte

Die Dummheit pocht auf ihre Rechte.
Sie setzt sich 'elegant' ins Bild.
Und sie gewinnt die Wort-Gefechte.
Wenn nicht, dann wird ihr Ärger wild.

Sie hat erstaunlich viel zu sagen.
Und keiner kommt an ihr vorbei.
Es fällt oft schwer, sie zu ertragen.
Sie weiß stets, 'wie es besser sei'.

Sie ist sehr oft in aller Munde.
Die Wahrheit rückt sie sich zu Recht.
Dann dreht sie eine Ehrenrunde.
Man sieht ihr an, ihr geht's nicht schlecht.
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- 245 -

Parat hat sie die Argumente.
Und werden ein paar Zweifel wach.
Dann ist zwar ihr Latein am Ende,
doch ihre Frechheit bietet Schach.

Im Grunde kann sie nichts verbocken.
Sie findet stets ein Publikum.
Und ihre Schäfchen, die sind trocken,
denn sie ist ganz bestimmt nicht dumm.

© Roman Herberth
 

- 246 -

Hoffnung, Träume, Glück und Leid.
Sie bestimmen unser Leben.
Was gedeihen will, braucht Zeit.
Und sein Bestes muss man geben.

Überhaupt nichts hat Bestand.
Lobeslieder, Spötterzungen.
Manches geht uns von der Hand.
Viel ist nur im Traum gelungen.

Heute Hüh, und morgen Hott.
Selbst ein Fels gerät ins Wanken.
Jeden Karren kriegt man flott,
das behaupten die Gedanken.

Manchmal fehlt es uns an Kraft,
um die Bäume auszureißen.
Ohne echte Leidenschaft
ist uns niemals Glück verheißen.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 247 -

Ein Jahr liegt vor uns

Das Jahr bringt Licht, und sucht den Schatten.
Es grünt im Frühjahr, wonnt im Mai.
Es sommert in den Hängematten,
und nimmt im Juli hitzefrei.

Der Schnee fällt gern aus allen Wolken.
Ins Rutschen kommt die Schneckenpost.
Für Pflanzen hat das schwere Folgen.
Bedrohlich klirrt der Bodenfrost.

Der Meister Lenz lockt flotte Bienen.
Die Rosen ranken vor dem Haus.
Der Urlaub sichtet Burgruinen.
Und lebt die Freiheit richtig aus.
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- 248 -

An Baggerseen wird man grillen.
Die Kinder spielen brav im Sand.
Den großen Hunger wird man stillen
mit einer Bratwurst in der Hand.

Die Blätter fallen von den Bäumen.
Die Innenstadt wird zugeparkt.
Die heile Welt gerät ins Träumen,
es glüht der Wein am Weihnachtsmarkt.

© Roman Herberth
 

- 249 -

Der eine, der andre

Der eine träumt von Gut und Geld.
Von Höhenflügen, fernen Reisen.
Der andre von der heilen Welt.
Vom Geigenspiel, und zarten Weisen.

Der eine träumt von Ruhm und Macht.
Vom Kampf mit einem Satansbraten.
Vom Sieg in der Entscheidungsschlacht.
Von Ehre, Ruhm und Heldentaten.

Man träumt, man wäre Superstar.
Und unser Fund, der Stein der Weisen.
Geheimes wird dann offenbar,
dann fällt es schwer, uns zu besch...

Man träumt von einer schönen Zeit.
Von Liebe und vertrauten Stunden.
Man träumt nicht mehr, die Zweisamkeit
hat nun ein neues Glück gefunden.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 250 -

Das Leben spricht von seinen Plänen.
Ich höre zu und bin ganz Ohr.
Es spricht vom Hobeln, und von Spänen,
denn es hat noch so manches vor.

'Ich stelle selber meine Weichen,
denn keiner kennt mich so wie ich.
Und was ich will, will ich erreichen.
Mein Tatendrang setzt voll auf mich.

Die Vorfahrt kann mir keiner nehmen,
nur meine Wünsche sind am Zug.
Es kann mich nichts und niemand lähmen,
kein Hinterhalt, kein Lug und Trug.
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- 251 -

Die Sehnsucht wird mich vorwärts treiben.
Ich folge meinem Sturm und Drang.
Die Ziele lassen sich beschreiben,
sie nehmen mich dann in Empfang.'

Das Leben hat so viel zu bieten,
ein Land, wo Milch und Honig fließt.
Den Schrebergarten, und den Frieden,
und eine Hoffnung, die dort sprießt.

© Roman Herberth
 

- 252 -

Du bist mein Traum, mein Ideal

Du hast mich lieb an allen Tagen,
und nicht nur wenn die Sonne lacht.
Auf Händen möchtest du mich tragen,
wenn mir der Alltag Kummer macht.

Du möchtest meine Sorgen teilen,
und mich von schwerer Last befrei'n.
Und bei Gefahr schnell zu mir eilen.
Und meine letzte Rettung sein.

Du rettest mich vor Niederlagen.
Und alles Böse hältst du fern.
Du bist die Antwort meiner Fragen.
Und du hast mich unendlich gern.

Ich suche dich, wo magst du stecken.
Du bist mein Traum, mein Ideal.
Ich kann dich nirgendwo entdecken,
und das zum wiederholten Mal.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 253 -

Noch nicht...

Das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Die letzte Träne nicht geweint.
Die Lunten werden noch gerochen.
Noch wird man attackiert vom Feind.

Das letzte Glück, noch nicht gefunden.
Das letzte Ziel, noch nicht erreicht.
Noch immer bluten tiefe Wunden.
Kein Schmerz, der sich von dannen schleicht.

Noch immer zählen große Pläne.
Die kühnen Träume, unerfüllt.
Noch immer lauert die Hyäne.
Und Lügen setzen sich ins Bild.

Noch immer Quer- und Seitenhiebe.
Noch immer kommt es knüppeldick.
Noch immer glaubt man an die Liebe,
und an ein kleines Quäntchen Glück.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 254 -

Verzaubert wurden...

Verzaubert wurden Mann und Frau.
Die Liebe wächst und sie gedeiht.
Kein Wölkchen trübt das Himmelblau,
für Schönes nimmt man sich nun Zeit.

Gemeinsam macht man Träume wahr.
Und man versprüht vor allem Charme.
Das frisch gekrönte Liebespaar,
das liegt sich ganz beseelt im Arm.

An allen Tagen blüht das Glück,
weil man sein Allerbestes gibt.
Und jeder wird ein Sahnestück,
man ist noch immer schwer verliebt.

Man macht sich nicht das Leben schwer.
Es werden keine Pferde scheu.
Das Streiten höchstens sekundär,
denn seiner Liebe bleibt man treu.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 255 -

Es zahlt sich selten aus

Man setzt sehr viel auf eine Karte.
Das zahlt sich leider selten aus.
Und was ich mir davon erwarte,
das stößt nicht immer auf Applaus.

Vor Augen hat man klare Ziele.
Der Weg dorthin wird uns verbaut.
Man erntet keine Glücksgefühle,
weil unsre Wäsche ganz dumm schaut.

Es geht nicht nur nach unsrer Nase.
Die Hoffnung läuft oft gründlich schief.
Uns bleibt nur die Verliererstraße.
Darüber wird man depressiv.

Ein Umstand hat uns fast 'geplättet'.
Der letzte Drücker kam zum Zug.
Das hat die Lage dann gerettet.
Nun setzt man an zum Höhenflug.

© Roman Herberth
 

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- 256 -

Kernprobleme lösen

Man möchte Kernprobleme lösen.
Von allen Seiten droht Gefahr.
Im Wege stehen Haken, Ösen.
Ein Teil davon ist unsichtbar.

Man will sich dennoch dazu stellen.
Sonst wird die Flut noch riesengroß.
Und höher schlägt der Wind die Wellen,
legt man die Hände in den Schoß.

Der Heldenmut bläst zur Attacke.
Und jede Kimme sitzt im Korn.
Man prescht voran, und zeigt dann Flagge.
Und aufgewiegelt wird der Zorn.

Um wahre Werte wird gerungen.
Man setzt sich ein mit voller Kraft.
Am Ende ist ein Sieg gelungen.
Probleme werden abgeschafft.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 257 -

Die Wahrsagerei

Kein Mensch weiß, was die Zukunft bringt.
Kein Kaffeesatz kann es beschreiben.
Ob uns ein schönes Schicksal winkt,
das wird wohl stets im Dunklen bleiben.

Oft wird ein Horoskop bemüht.
Die Sterne sollen Auskunft geben.
Wer weiß schon, was uns morgen blüht.
Prognosen liegen meist daneben.

Man schaut in Kugeln, und sagt wahr.
Ein andrer lässt sein Pendel kreisen.
Die Wünschelrute beugt sich zwar,
doch letztlich kann sie nichts beweisen.

"Nun ist es höchste Eisenbahn,
dass sie riskante Schritte wagen."
So weissagt uns ein Scharlatan.
Konkretes kann er uns nicht sagen.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 258 -

Man war darauf nicht gefasst

Die Krankheit hat sich eingefunden.
Was uns natürlich gar nicht passt.
Nun dreht sie ein paar Ehrenrunden.
Und darauf war man nicht gefasst.

Sie fuchtelt wild, und man muss leiden.
Die Pläne werden uns verstellt.
Sie wird uns durch den Tag begleiten,
obwohl man gar nichts davon hält.

Man muss so einiges verschmerzen.
Was anderen ins Auge sticht.
Man ist nicht aufgelegt zum Scherzen.
Und oft verzieht man sein Gesicht.

  runter Lippen

- 259 -

Die Seele fühlt ein Unbehagen.
Auch sie ist stark gehandicapt.
Es fällt ihr schwer, die Last zu tragen.
Und was ihr fehlt, ist ein Konzept.

Nun geht man endlich neue Wege.
Und ist schon auf dem Katzensprung.
Der Weg führt in die Apotheke,
und man verspricht sich Linderung.

© Roman Herberth
 

- 260 -

Man kränkelt

Wer kränkelt, hängt meist in den Seilen.
Die Decke fällt ihm auf den Kopf.
Und 'lange' pflegt er sich zu 'weilen'.
Bedauernswert, der arme Tropf.

Und werden die Symptome schlimmer.
Und wird man nicht beschwerdefrei,
dann hockt man rum im Wartezimmer.
Da führt kein Weg daran vorbei.

Dort wird gehustet und genossen.
Die Viren haben leichtes Spiel.
Man hat sie gleich ins Herz geschlossen.
Und sie erreichen schnell ihr Ziel.
  runter Lippen

- 261 -

Nun hat man Grund, das Bett zu hüten.
Von Kopf bis Fuß ist man geschafft.
Nun braucht die Ruhe ihren Frieden.
Das Fieber raubt uns jede Kraft.

Kein Appetit, nichts wird uns munden.
Kein Schritt führt einen Schritt zu weit.
Ganz langsam wird man dann gesunden.
Denn alles kostet seine Zeit.

© Roman Herberth
 

- 262 -

Sich glücklich schätzen

Ein Umstand kann sich glücklich schätzen,
wenn ein gewagter Coup gelingt.
Erfreut wird man den Schnabel wetzen,
ein stimmungsvolles Lied erklingt.

Wenn wir den Lorbeer heimwärts führen,
dann sind wir außer Rand und Band.
Und es gedeihen Starallüren,
die fußen nicht auf Wüstensand.

Und riesengroß wird unsre Freude.
Man feiert bis zum Morgengrau'n.
Und man genießt das schöne Heute,
das laute auf die Pauke hau'n.
  runter Lippen

- 263 -

Der Folgetag hat andre Karten.
Ernüchtert ist der Freudentanz.
Das war nicht anders zu erwarten.
Man akzeptiert es voll und ganz.

Nur selten schöpft man aus dem Vollen.
Doch wenn, dann leert man diesen Krug.
Kurz später ist Tribut zu zollen.
Doch unser Glück war auch am Zug.

© Roman Herberth
 

- 264 -

Die Liebe ist im Element

Die Liebe ist im Element.
Sie will dich in die Arme schließen.
Sie träumt von einem Happy End.
Und möchte es mit dir genießen.

Sie lässt dich nicht im Regen stehen.
Und pflegt gern eine Zweisamkeit.
Die Treue wird nicht untergehen,
und sie geht keinen Schritt zu weit.

Du kannst dich voll auf sie verlassen,
und zwar in jedem Augenblick.
Und sie wird prima zu dir passen.
Und sie wird bald dein 'bestes Stück'.
  runter Lippen

- 265 -

Nun wachsen in den Himmel Bäume,
was dich besonders fasziniert.
Und die Erfüllung deiner Träume,
die wird nun amtlich garantiert.

Die Liebe ist im Element.
Wer auf sie trifft, wird es begrüßen.
Sie liegt für jeden voll im Trend,
und läge gern auch dir zu Füßen.

© Roman Herberth
 

- 266 -

Mal so, und mal so

Mal Jammertal, mal Happy End.
Und mal steigt Phoenix aus der Asche.
Mal hackedicht, mal abstinent.
Dann wieder Wodka aus der Flasche.

Mal Höhenflug, mal schwer geknickt.
Und manchmal wird die Dummheit glänzen.
Mal stinknormal, und mal verrückt.
Mal zieht das Leben Konsequenzen.

Mal faustdick hinter jedem Ohr.
Mal sind wir gar nicht bei der Sache.
Mal wirft ein Gegner uns was vor.
Mal greift die blinde Wut zur Rache.
  runter Lippen

- 267 -

Mal Hirn verbrannt, mal Geistesblitz.
Mal schweben wir auf Wolke sieben.
Mal fliegt man aus dem Schleudersitz.
Mal streitet man mit seinen Lieben.

Mal ungestüm, mal mit Geduld.
Mal lässt sich nirgends Land entdecken.
Mal sind die andren daran Schuld.
Mal hat man selber Dreck am Stecken.

© Roman Herberth
 

- 268 -

Jede Rechnung geht auf

Mit dir geht jede Rechnung auf.
Das Schicksal lässt sich leicht ertragen.
Du ordnest meinen Lebenslauf.
Und Feinden gehst du an den Kragen.

Du nimmst mich einfach wie ich bin.
Und nimmst doch Einfluss auf mein Leben.
Den Tagen gibst du einen Sinn.
Der Hoffnung wirst du Nahrung geben.

Wenn ich dich brauche, bist du da.
Und es ist klug, auf dich zu bauen.
Denn du bist immer greifbar nah.
Ich kann dir voll und ganz vertrauen.
  runter Lippen

- 269 -

Und führt mein Weg ins Jammertal.
Und bin ich scheinbar nicht zu retten.
Erlöst du mich von meiner Qual,
denn du wirst mich auf Rosen betten.

Ob Glück, ob Leid, du stehst zu mir.
Du glättest meine Sorgenfalten.
Du bist mein Lebenselixier,
denn du wirst immer zu mir halten.

© Roman Herberth
 

- 270 -

Man erntet nicht nur rote Rosen.
An manchen Tagen kommt es dick.
Nur düster klingen die Prognosen.
Und man ist weit entfernt vom Glück.

Oft wird man uns für dumm verkaufen.
Man fällt auf diesen Schwindel rein.
Dann wird man uns die Haare raufen,
und keiner schaut begeistert drein.

Ein Scharlatan macht reiche Beute.
Er nimmt uns aus wie eine Gans.
Das schmälert unsre Lebensfreude,
und führt zu keinem Freudentanz.

Es läuft nicht alles rund im Leben,
denn Böses führt ein Feind im Schild.
Statt hinzuwerfen, aufzugeben,
da wird man 'fuchs- und teufelswild'.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 271 -

Die Sorgen soll man von sich schieben,
denn sie sind nicht der Rede wert.
Man soll sich täglich darin üben.
Zufriedenheit wird uns beschert.

Man jammert, und wird sich beklagen.
Man überhäuft sich nur mit Leid.
Das liegt uns hinterher im Magen.
Verplempert wird die schöne Zeit.

Wenn wir ein fremdes Futter neiden,
dann schießen wir ein Eigentor.
Das sollte man partout vermeiden.
Man sehe sich am besten vor.
  runter Lippen

- 272 -

Und schielt dein Jagdinstinkt nach Zaster.
Dann wirst du für das Gute blind.
Der schnöde Mammon wird zum Laster.
Und du bist völlig durch den Wind.

Nach links und rechts willst du nicht sehen.
Du hast allein mit dir Geduld.
Wenn Arme vor die Hunde gehen,
dann sagst du, 'sie sind selber Schuld'.

© Roman Herberth
 

- 273 -

Blamiert, bis auf die Knochen

Man ist blamiert bis auf die Knochen.
Und unwohl fühlt sich unsre Haut.
Die Lunte hat man nicht gerochen.
Der Gegner wurde nicht durchschaut.

Man wird ein Opfer der Intrige.
Die Hinterlist war hundsgemein.
Und ganz infam sprach eine Lüge.
Man fiel auf ihren Schwindel rein.

Nun hadert man, und will sich wehren.
Doch sehr gerissen ist der Feind.
Sein Rechtsanwalt wird uns erklären,
er habe es nur gut gemeint.
  runter Lippen

- 274 -

Den Hopfen haben wir verloren.
Genauso ging es unsrem Malz.
Man fühlt sich wie ein Schaf geschoren.
Und man hat einen dicken Hals.

Man trieb ein Spiel mit unsren Schwächen.
Ein böses, was nur Sorgen bringt.
Das wird sich eines Tages rächen,
weil jedes Pendel rückwärts schwingt.

© Roman Herberth
 

- 275 -

Übers Ohr hauen

Man haut uns heftig übers Ohr.
Und hinterher hat man den Schaden.
Und das kommt nicht nur einmal vor.
Und schuldig ist ein Satansbraten.

Er schleimt sich lächelnd bei uns ein.
Und zuckersüß sind seine Themen.
Die Unschuld raspelt ungemein.
Und das wird uns den Atem nehmen.

Er hat uns wirklich fest im Griff.
Wir liegen ihm noch treu zu Füßen.
Und er kennt jeden faulen Kniff.
Er lullt uns ein, was wir begrüßen.
  runter Lippen

- 276 -

Die böse Absicht lastet schwer.
Man fühlt sich hinterher besch...
Doch das wird später sekundär.
Im Grunde will ihn keiner missen.

Man wird zum Opfer seiner Tat.
Er wird uns in die Pfanne hauen.
Am Ende hat man den Salat,
doch man wird weiter auf ihn bauen.

© Roman Herberth
 

- 277 -

Die Chancengleichheit

Den Reichen ist man wohl gesonnen.
Die Kleinen nimmt man in die Pflicht.
Ein Blumentopf wird zwar gewonnen.
Er leckt, und ist nicht wasserdicht.

Wer reich ist, kann auf Hilfe hoffen,
denn Wirtschaftsmittel sind parat.
Die Wege stehen für ihn offen.
Und Steuern schenkt ihm Vater Staat.

Dem Armen geht man an die Wäsche,
selbst wenn er sich dagegen stemmt.
Man springt für ihn nicht in die Bresche,
und raubt sein letztes Unterhemd.

Am langen Hebel sitzen Reiche.
Den Kürzer'n zieht ein armer Wicht.
So zeigt sich oft das Chancengleiche.
Ein Übel, das ins Auge sticht.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 278 -

Unser Schicksal passt uns nicht,
deshalb wird mit ihm gehadert.
Und man zerrt es vor Gericht.
Andern Tags sind wir verkatert.

Immer macht es, was es will.
Selten wird es auf uns hören.
Und es hält kein Weilchen still.
Unsre Kreise wird es stören.

Pläne stellt es auf den Kopf.
Mit den Ohren wird es wackeln.
Und man wird zum armen Tropf,
denn es wird nicht lange fackeln.
  runter Lippen

- 279 -

Träumen macht es den Garaus.
Fremd ist ihm das Rücksicht nehmen.
Kompromisse schlägt es aus.
Und wohl keiner kann es zähmen.

Wenn man es zur Rede stellt,
sieht man nur sein freches Grinsen.
Und dann geht die heile Welt
unwillkürlich in die Binsen.

© Roman Herberth
 

- 280 -

An Idealen festhalten

Halte fest an Idealen.
Nimm dir für das Schöne Zeit.
Leise treten, anstatt prahlen.
Finger weg vom Futterneid.

Wenn du tickst, dann bitte richtig.
Über Stränge schlage nicht.
Sich selbst treu sein, das ist wichtig.
Keine Freiheit, ohne Pflicht.
  runter Lippen

- 281 -

Setze deinen Träumen Grenzen.
Halte Abstand von der Gier.
Ziehe klare Konsequenzen.
Denk nicht nur ans eigne Bier.

Eines Tages wirst du siegen.
Und kein Dritter setzt dir zu.
Lass dich bitte nicht verbiegen,
denn sonst bist du nicht mehr du.

© Roman Herberth
 

- 282 -

Man liebt sich innig

Man liebt sich innig, manchmal heiß.
Und schwebt vereint auf Wolke sieben.
Doch alles kostet seinen Preis,
selbst wenn wir uns von Herzen lieben.

Am Anfang, eitel Sonnenschein.
Die Tage können wir genießen.
Wir werden rundum glücklich sein.
Kein Mensch kann uns den Spaß vermiesen.

Man denkt nur noch an seinen Schatz.
Und nächtens wird man von ihm träumen.
Nichts andres hat im Großhirn Platz
Vor Freude wird man überschäumen.
  runter Lippen

- 283 -

Das legt sich meistens mit der Zeit.
Man sieht die Dornen einer Rose.
Und ab und an gibt es dann Streit.
Die Liebe geht dann in die Hose.

Man hat sich weiterhin noch lieb.
Und deshalb kommt es zur Versöhnung.
Verletzt man dieses Grundprinzip,
dann folgt der Liebe die Entwöhnung.

© Roman Herberth
 

- 284 -

Was wichtig schien

Was wichtig schien, wird sekundär.
So nach und nach wird es vergessen.
Das Tragische wird halb so schwer.
Es zählen andre Interessen.

Man überwindet mit der Zeit
die Kränkungen und Niederlagen.
Das führt in die Glückseligkeit,
zumindest an den schönen Tagen.

Ein Thema saß im ersten Rang.
Man pflegte, darauf Wert zu legen.
Geweiht ist es dem Untergang,
denn es steht ungeschützt im Regen.
  runter Lippen

- 285 -

Von Bord warf man auch den Ballast
der Nichtig- und der Eitelkeiten.
Und den Entschluss hat man gefasst,
sich nicht mehr mit sich selbst zu streiten.

Was wichtig schien, wird ausrangiert.
Und sein Gewicht hat es verloren.
Und nun wird Neues ausprobiert.
Man fühlt sich gleich, wie neu geboren.

© Roman Herberth

- 286 -

Es ist nicht kopflos

Das wahre Glück geht nie zu Ende.
Und kopflos stürmt es nicht voran.
Es bleibt sich treu. Und es spricht Bände.
Es steht am liebsten seinen Mann.

Wer es erfährt, wird es genießen.
Verliebten reicht es seine Hand.
Dann werden bunte Träume sprießen.
Sie führen in ein Märchenland.

Es lässt dich nicht ins Unglück rennen.
Und Böses führt es nie im Schild.
Es wird dich stets beim Namen nennen.
Was auch in Ewigkeiten gilt.
  runter Lippen

- 287 -

Das Glück kommt stets auf seine Kosten.
Jedoch es kostet keinen Preis.
Und steht es auf verlor'nem Posten.
Dann macht es dir die Hölle heiß.

Es möchte dir ein Ständchen bringen.
Und wartet auf den Kerzenschein.
Und Wunder wird es dann vollbringen.
Mit jedem will es glücklich sein.

© Roman Herberth

- 288 -

An jedem Wegrand

An jedem Wegrand wächst das Glück.
Doch viele geben gar nicht acht.
Es drängt die Zeit, kein Blick zurück.
Man zieht es selten in Betracht.

Gedanklich sind wir längst am Ziel.
Und schmieden schon am neuen Plan.
Wir fressen einen Besenstiel,
und zwar in einem Affenzahn.

Wir halten keine lange Rast.
Zum Horizont schweift unser Blick.
Und weiter geht dann unsre Hast.
Ein Umweg stößt nur auf Kritik.
  runter Lippen

- 289 -

Für ein Gelächter fehlt die Zeit,
die man für äußerst wichtig nimmt.
Und auf dem Weg zur Ewigkeit
ist das Verhalten ernst gestimmt.

Der Weg gleicht einem Labyrinth.
Und immer fühlt man sich gehetzt.
Für Schönes ist das Auge blind.
Und keiner, der sich glücklich schätzt.

© Roman Herberth

- 290 -

Das Leben, eine Achterbahn

Das Leben gleicht 'ner Achterbahn.
Der Höhenflug stürzt in die Tiefe.
Der Weisheit zieht man einen Zahn.
Und deshalb schreibt sie Abschiedsbriefe.

Der Weg zum Gipfel ist meist steil.
Doch Ruhe gilt es zu bewahren.
Die Unvernunft hält Affen feil,
das sollte sie sich besser sparen.

Es ist ein stetes Auf und Ab.
Mal oben und dann wieder unten.
Das Ganze hält uns voll auf Trab.
Erst ist man frei, und dann gebunden.
  runter Lippen

- 291 -

Was auch geschieht, nichts hat Bestand.
Man findet nicht den Stein des Weisen.
Den Teufel malt man an die Wand.
Kein Paradies ist uns verheißen.

Ein Hüh gelingt erst nach dem Hott.
Nach jedem Aufstieg folgt ein Nieder.
Es scheitert selbst der Alltagstrott.
Die Regelmäßigkeit kehrt wieder.

© Roman Herberth

- 292 -

Ergraut in allen Ehren

Die Ehre fühlt sich leicht gekränkt.
Ein Fremder hielt sie glatt zum Narren.
Zwar hat sie gütlich eingelenkt.
Doch dann fuhr er ihr an den Karren.

Im höchsten Grat war sie entsetzt.
Sie stürzte tief in die Misere.
Den Schnabel hat sie laut gewetzt,
denn es ging schließlich um die Ehre.

Vor allen Dingen war sie stolz.
Sie ließ sich dennoch leicht erschüttern.
Sie griff zum harten Nudelholz,
da böse Stimmen sie verbittern.
  runter Lippen

- 293 -

Sie legte auf sich selbst viel Wert.
Und dabei musste sie entdecken.
Nicht jeder hat sie groß verehrt,
die weiße Weste hatte Flecken.

Die Ehre wächst und sie gedeiht.
Das kann sich keiner recht erklären.
Jedoch schon nach geraumer Zeit
ergraut sie dann in allen Ehren.

© Roman Herberth

- 294 -

Man wird umgarnt

Man wird umgarnt von dreisten Lügen.
Sie setzen sich geschickt ins Licht.
Und sie bereiten uns Vergnügen.
Es strahlt das blasse Bleichgesicht.

Die Unwahrheit kann man nicht ahnen.
Man trottet auf der Lügenspur.
Und lässt sich gern von ihr verplanen,
als wäre sie die Wahrheit pur.

Sie lockt uns auf die falsche Fährte.
Ein blinder Eifer wird geweckt.
Ins Schweigen hüllt sich die Beschwerde,
die Unvernunft hat Blut geleckt.
  runter Lippen

- 295 -

Nun sind wir, ohne es zu wissen,
im Spinnennetz von Lug und Trug.
Und dann wird auf Granit gebissen,
dem Tiefschlag folgt kein Höhenflug.

Letztendlich wird man unterliegen.
Und nirgends ist ein Land zu seh'n.
Im Meer der Lügen und Intrigen
wird jede Wahrheit untergeh'n.

© Roman Herberth

- 296 -

Kraft und Segen

Du gibst mir Halt auf meinen Wegen.
Du rettest mich aus jeder Not.
Du gibst mir Kraft und deinen Segen.
Mein Fehltritt kommt durch dich ins Lot.

Du lässt mich nicht ins Unglück laufen.
Du zeigst mir auf, was Sache ist.
Man kann mich nicht für dumm verkaufen,
da du an meiner Seite bist.

Mit dir kann ich mein Leben meistern.
Zu allem weißt du klugen Rat.
Und wenn Probleme scheibenkleistern,
dann schützt mich deine Heldentat.
  runter Lippen

- 297 -

Ich soll mich anfangs selbst bemühen.
Zu Hilfe eilt mir mein Verstand.
Dann soll ich meine Lehren ziehen.
Vielleicht wird das Problem gebannt.

Doch sollte die Vernunft versagen.
Und wird mir dabei Angst und Bang,
gehst du dem Übel an den Kragen,
besiegelt ist sein Untergang.

© Roman Herberth
 

- 298 -

Was wird geschehen

Man fragt sich oft, 'Was wird geschehen'.
Ist es noch weit zum Paradies?
Kann man dem Lauf der Welt entgehen?
Wer rettet uns aus dem Verlies?

Was wird das Schicksal uns bescheren?
Hat es noch Glück für uns parat?
Zieht man besonnen seine Lehren?
Folgt großen Worten eine Tat?

Wie wird man Schmerz und Leid verkraften?
Wie heißt das oberste Gebot?
Was für ein Pech bleibt an uns haften?
Und wer erteilt uns Hausverbot?
  runter Lippen

- 299 -

Wer wird sich zärtlich an uns binden?
Wer schenkt uns noch Geborgenheit?
Wo kann man seinen Frieden finden
in dieser und in nächster Zeit?

Im Raum, da stehen große Fragen,
sie kennen leider kein Tabu,
pflegt man die eine abzuhaken,
dann kommen mehr als zwei dazu.

© Roman Herberth

- 300 -

Eine Auszeit nehmen

Sich eine kleine Auszeit nehmen,
die Seele baumelt mit dem Wind,
dann hält man Abstand von Problemen
und spielt nicht mit dem Sorgenkind.

Es geht uns gar nichts an die Nieren,
man frönt der Faulheit, liegt am Strand,
dort kann uns keiner schikanieren,
und weit entfernt das Vaterland.

Man lässt sich Zeit, nichts mahnt zur Eile.
Es geht uns blendend, rundum gut.
Man wandert täglich eine Meile,
vor Ärger ist man auf der Hut.
  runter Lippen

- 301 -

Am Abend winkt man fixen Sternen,
lauscht Grillen, trinkt den Sonnenschein
in Bauernschenken und Tavernen,
und lässt noch Fünf gerade sein.

Die Seele kam auf ihre Kosten,
doch damit ist es jetzt vorbei.
Sie muss zurück auf ihren Posten,
bald steckt sie tief im Alltagsbrei.

© Roman Herberth

- 302 -

Auf Anhieb

Nicht alles wird auf Anhieb klappen,
denn der Verstand steht auf dem Schlauch.
Doch über sollte man nicht schnappen,
sonst landet man nur auf dem Bauch.

Wer Meister werden will, muss üben.
Nicht dienlich ist ein Bummelstreik.
Man fischt dann allenfalls im Trüben
und kommt auf keinen grünen Zweig.

Willst du den Zielstrich nicht verfehlen,
dann folge einfach deinem Spleen.
Denn du kannst immer auf ihn zählen,
doch eisern sei die Disziplin.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 303 -

Man schuftet hart

Man schuftet hart und wie besessen.
Noch mehr an Geld, das ist das Ziel.
Die letzten Kräfte wird man messen,
sein Leben setzt man so aufs Spiel.

Man ackert wild, jagt nach Moneten.
Das geht so zu von früh bis spät.
Die Dummheit platzt aus allen Nähten.
Dem Mammon gilt das Dankgebet.

Das rechte Maß hat man verloren,
denn der Verstand ist außer Kraft.
Er wurde kurz und kahl geschoren,
und letzten Endes abgeschafft.
  runter Lippen

- 304 -

Wohin das führt, ist leicht zu ahnen.
Ganz langsam kommt man auf den Hund.
Doch man versäumt, das einzuplanen,
aus einem unbekannten Grund.

Sich dem entziehen wäre besser.
Fast keiner lässt sich darauf ein.
Erst läuft man in ein offnes Messer,
doch hinterher steht man allein.

© Roman Herberth

- 305 -

Es lässt sich leichter tragen

Das Leben lässt sich leichter tragen,
wenn du an meiner Seite bist.
Nichts Schweres liegt mir dann im Magen.
Und ich vergesse Zank und Zwist.

Was mich belastet, das wird weichen.
Die Sorgen werden sekundär.
Gelassenheit statt Fragezeichen.
Ich nehme Dinge halb so schwer.

Dann hat die Bosheit nichts zu melden.
Der Schnee von gestern ist getaut.
Ich tauche ein in andre Welten,
und wohl fühlt sich auch meine Haut.
  runter Lippen

- 306 -

Nichts kann mich aus der Fassung bringen.
Du stehst zu mir, du gibst mir Halt.
Die Pläne werden mir gelingen,
vielleicht nicht gleich, doch sicher bald.

Ins Unglück kann ich gar nicht laufen,
denn du hast diesen Weg blockiert.
Man kann mich nicht für dumm verkaufen,
und das hast du mir garantiert.

© Roman Herberth
 

- 307 -

Es platzt der Traum

Es platzt der Traum, die Seifenblase.
Ein Hinterhalt schlägt plötzlich zu.
Mein Unsereins fällt auf die Nase,
denn ausgefuchst war dieser Coup.

Man nimmt mich heftig in die Zange.
Der große Schreck hat mich gelähmt.
Die Bosheit fackelt selten lange,
wie immer ist sie unverschämt.

Man möchte mir ins Handwerk pfuschen.
Ich setze an zur Gegenwehr.
Mein Handeln möchte man vertuschen.
Man zieht mich dann aus dem Verkehr.
  runter Lippen

- 308 -

Es mangelt leider an Beweisen.
Man führt mich lächelnd hinters Licht.
Im Grunde will man mich besch...
Was mir sofort ins Auge sticht.

Noch schillert bunt die Seifenblase.
Doch eines ist mir völlig klar.
Ich bin auf der Verliererstraße,
das nehmen auch die andren wahr.

© Roman Herberth
 

- 309 -

Auf Schritt und Tritt

Du gehst mit mir auf Schritt und Tritt,
bei Regen und im Sonnenschein.
Den größten Blödsinn machst du mit.
Und du bist gern mit mir allein.

Du kennst mich, und du kennst mich gut.
Ein Vorurteil ist nicht dein Ding.
Du ziehst vor mir den Fingerhut.
Ich wäre gern dein Schmetterling.

Wenn ich dich brauche, bist du da
und ungerufen gleich vor Ort.
Du bist mir meist gedanklich nah.
Was falsch ist, wirfst du über Bord.
  runter Lippen

- 310 -

Alltäglich gibst du mir Geleit.
Und ohne dich läuft vieles quer.
Du schenkst mir Raum und deine Zeit.
Und du bist immer zu mir fair.

Noch nie hast du dich aufgedrängt.
Du treibst mit mir kein falsches Spiel.
Bei Streit hast du stets eingelenkt.
Und du ziehst gar nichts ins Kalkül.

© Roman Herberth
 

- 311 -

Die Muse küsst mich auf die Stirn.
Wie auf Kommando purzeln Worte.
Und angeregt wird mein Gehirn.
Es öffnet schließlich seine Pforte.

Ich staune dann, wovon es spricht,
denn viele Sprüche sind auf Lager.
Sie rücken sich ins Rampenlicht.
Doch einige sind dünn und mager.

Ich nehme sie dann doch beim Wort.
Beschlossen wird, sie aufzupäppeln.
Dann treiben die Gedanken Sport,
und das hilft später beim Veräppeln.

Die Muse nimmt sich für mich Zeit.
Ich hoffe sehr, das wird so bleiben.
Denn zwischen uns herrscht Einigkeit.
Mir macht es Spaß, davon zu schreiben.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 312 -

Aufs falsche Pferd setzen

Wir setzen oft auf falsche Pferde.
Dann hält das Leben uns auf Trab.
Es kommt zur Dienstaufsichtsbeschwerde.
Und es geht steil mit uns bergab.

Wir lassen nicht die Klugheit walten,
und ziehen Dummes ins Kalkül.
Dadurch gelangen Sorgenfalten
auf breiter Front zu ihrem Ziel.

Die Frechheit lassen wir uns bieten.
Und ganz perplex wird reagiert.
Wir ziehen Lose, leider Nieten.
Sie wurden vorher präpariert.
  runter Lippen

- 313 -

Wir landen schnell in Teufels Küche.
Das haben wir meist selbst verbockt.
Wir kommen uns nicht auf die Schliche,
und unser kurzer Atem stockt.

Den falschen Freunden zu vertrauen,
davor hat man noch nie gescheut.
Doch weil wir immer auf sie bauen,
wird das im Nachhinein bereut.

© Roman Herberth
 

- 314 -

Damit nichts schief läuft

Das Leben sollte man genießen.
Wer klug ist, nimmt sich dafür Zeit.
Dann sieht er, wie die Blumen sprießen.
Und baut den Schneemann, wenn es schneit.

Man sollte stets die Ruhe wahren.
Sonst laufen Dinge gründlich schief.
Dann wird man im Verlauf von Jahren
aus gutem Grund nur depressiv.

Was Freude bringt, soll man nicht meiden.
Man danke jedem Quäntchen Glück.
Man sollte sich für sich entscheiden,
und zwar in jedem Augenblick.
  runter Lippen

- 315 -

Was morgen wird, kann keiner wissen.
Man lebe deshalb in den Tag.
Es warten nicht nur Leckerbissen.
Vereinzelt droht ein Schicksalsschlag.

Verzichte nicht auf schöne Stunden.
Und schenke ihnen Zeit und Raum.
Probleme werden überwunden,
und in Erfüllung geht ein Traum.

© Roman Herberth
 

- 316 -

Erste Sahne

Mit dir ist alles erste Sahne.
Du bist ein Glück, das zu mir passt.
Wenn ich mit dir ein Treffen plane,
dann fallen wir uns nie zur Last.

Mein Leben willst du nicht gestalten.
Du lässt mich einfach wie ich bin.
Und du wirst dennoch zu mir halten,
in meinen Augen macht das Sinn.

Wir greifen nach den fixen Sternen,
trotz Rücken- oder Gegenwind.
Der eine kann vom andren lernen,
weil wir ganz unterschiedlich sind.
  runter Lippen

- 317 -

Wir finden immer eine Brücke
auf unsren Wegen durch die Zeit.
Wir akzeptieren die Geschicke,
und wissen über uns Bescheid.

Mit dir ist prima Kirschen essen.
Du kennst mich, wie mich keiner kennt.
Wir teilen ein paar Interessen,
und überwinden, was uns trennt.

© Roman Herberth
 

- 318 -

Süßholz raspeln

Süßholz raspeln, nicht gefragt.
Muss nich groß nach Worten ringen.
Und die Wahrheit wird gesagt.
Keiner muss mich dazu zwingen.

Lügenmärchen, streng tabu.
Und ich halte mein Versprechen.
Und sogar ein Samthandschuh
kann sich in der Zukunft rächen.

Keine Zeit für Lug und Trug.
Deshalb bin ich lieber ehrlich.
Keine Dummheit ist am Zug,
denn sie ist total entbehrlich.
  runter Lippen

- 319 -

Ohne Ösen, frei und frank.
Ohne jedes Hintertürchen.
Ohne Zorn und ohne Zank.
Und selbst ohne ein Plaisierchen.

Keine Pflicht, kein Zwang, kein Muss..
Nirgends lauern Paragraphen.
Und ich fasse den Entschluss,
wo du bist, dort ist mein Hafen.

© Roman Herberth
 

- 320 -

Nach dem Rechten sehen

Du lässt mich nicht im Regen stehen.
Und du machst jeden Blödsinn mit.
Stets wirst du nach dem Rechten sehen.
Du bist bei mir auf Schritt und Tritt.

Ich kann mich voll auf dich verlassen.
Du bändigst jegliche Gefahr.
Mein Glück ist manchmal nicht zu fassen,
denn du machst meine Träume wahr.

Du hilfst, ich muss nicht lange bitten.
Doch bin ich einmal neben mir,
dann liest du mir auch die Leviten,
und weil du Recht hast, dank ich dir.
  runter Lippen

- 321 -

Die Bosheit kann mich nicht besiegen,
nicht die infame Hinterlist.
Sie werden letztlich unterliegen,
weil du an meiner Seite bist.

Man kann mich nicht ins Unrecht setzen.
Denn es verpufft der blinde Hass.
Ich kann mich wirklich glücklich schätzen,
auf deine Hilfe ist Verlass.

© Roman Herberth
 

- 322 -

Es ist nicht ratsam

Es ist nicht ratsam auszuflippen,
weil sonst der Wahnsinn nach uns schnappt.
Man wird aus seinen Latschen kippen,
bevor man in den Fettnapf tappt.

Und wer wie ein Berserker wütet.
der erntet einen scheelen Blick.
Ein faules Ei wird ausgebrütet,
und heftig tobt dann die Kritik.

Die blinde Wut wird um sich schlagen,
und sie versprüht ein Nervengift.
Dann hat man schwer daran zu tragen,
weil sie oft eine Unschuld trifft.
  runter Lippen

- 323 -

Man haut uns einfach in die Pfanne.
Und meistens fackelt man nicht lang.
Man tut es heftig, volle Kanne.
Besiegelt, unser Untergang.

Es drohen manchmal die Gebärden.
Das zieht uns selten in den Bann.
Aus ihnen wird bestimmt nichts werden,
sie greifen etwas später an.

© Roman Herberth
 

- 324 -

Du bist verschnupft

Man nimmt dich heftig in die Zange.
Dann wird mit dir ein Huhn gerupft.
Am Anfang ist dir Angst und Bange,
doch hinterher bist du verschnupft.

Die Bosheit geht dir an die Wolle.
Sie lässt an dir kein gutes Haar.
Versagt hat die Beschützerrolle.
Dein gutes Recht nimmt keiner wahr.

Umsonst wirst du um Gnade flehen.
Man spottet noch, dich trifft der Hohn.
Dann lässt man dich im Regen stehen.
Die heile Haut kommt nicht davon.

Du wurdest übel zugerichtet,
was sicherlich nach Rache schreit.
Du hast dann doch darauf verzichtet,
weil stets der Klügere verzeiht.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 325 -

Man kann Segel setzen

Es werden sich die Wogen glätten.
An Macht verliert ein Sturmorkan.
Der Herr im Himmel wird dich retten,
und Ruhe gibt der Ozean.

Die Segel kann man wieder setzen.
Man freut sich, dass sich das nicht rächt.
Der Sturm reißt sie nicht mehr in Fetzen.
Er hat sich nämlich abgeschwächt.

Zu neuen Ufern kann man finden.
Erfreut ist unsre Gegenwart.
Das ist ganz einfach zu begründen,
von nun an hat man freie Fahrt.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 326 -

Eine frohe Kunde

Du bist bereits in aller Munde,
obwohl es dich noch gar nicht gibt.
Allein durch eine frohe Kunde
sind wir schon ganz in dich verliebt.

Du bist schon Teil von unsrem Leben,
weil man nun innig an dich denkt.
Du kannst uns neue Hoffnung geben,
denn Träume hast du uns geschenkt.

Was aus dir wird, steht in den Sternen.
Du machst dich in Gedanken breit.
Bald werden wir dich kennenlernen
bei passender Gelegenheit.
  runter Lippen

- 327 -

Lass dir nur Zeit, du musst nicht hetzen.
Denn es steht vieles auf dem Spiel.
Wir können uns bald glücklich schätzen,
und du kommst sicher an dein Ziel.

Wir werden uns demnächst begegnen.
Wir freuen uns aus gutem Grund.
Der Himmel soll dich täglich segnen,
und bleibe weiterhin gesund.

© Roman Herberth
   

 

- 328 -

Auf dich ist Verlass

Du schenkst mir Kraft, und gibst mir Halt.
Du bändigst jeden Satansbraten.
Du bist die höhere Gewalt.
Verlässlich wirst du mich beraten.

Du bietest Schutz und ein Asyl.
Du bist der Weg, um zu verstehen.
Du bist der Anfang und das Ziel.
Das Werden, Wachsen und Vergehen.

Bei dir ist Trost im Missgeschick.
Und geht mir etwas an die Nieren.
Dann trägst du mich ein kleines Stück.
Du lässt mich nicht den Kopf verlieren.
  runter Lippen

- 329 -

Den Fehltritt wirfst du mir nicht vor.
Doch du empfiehlst mir, mich zu ändern.
Am Anfang bin ich gar nicht Ohr,
und höre doch, um nicht zu kentern.

So vieles liegt nicht auf der Hand.
Nur du kannst geben, was ich brauche.
Du führst mich ins gelobte Land,
doch erst nach einer Feuertaufe.

© Roman Herberth
 

- 330 -

Unbekümmert leben

Man könnte unbekümmert leben,
und macht sich doch die Hölle heiß.
Man wird sich fast die Kugel geben,
denn man folgt einem Teufelskreis.

Man lügt uns an, und wird uns blenden.
Dann weiß man weder aus noch ein.
Und das wird später Böse enden.
Das Schicksal stellt uns frech ein Bein.

Die eigne Dummheit geht dann baden,
obwohl sie nicht gut schwimmen kann.
Und dünn wird unser Lebensfaden.
Auf einmal hängt man doch daran.

Entschlüsse werden Hoffnung schöpfen.
Noch bleibt uns eine Galgenfrist.
Dann heißt es, ab mit alten Zöpfen.
Man ändert, was zu ändern ist.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 331 -

Man lässt sich blenden

Man lässt sich immer wieder blenden.
Und jagt nach dem, was Kummer macht.
Erst wenn die Dinge böse enden,
wird ernsthaft drüber nachgedacht.

Es lockt uns häufig ein Versprechen.
Man schwärmt von einer heilen Welt.
Man glaubt daran. Das wird sich rächen,
indem man auf die Nase fällt.

Den Lügnern wird man Glauben schenken.
Man nimmt sie selten ins Gebet.
Sie werden reinen Wein einschenken,
nur dann, wenn es nicht anders geht.
  runter Lippen

- 332 -

Man wird belogen und betrogen.
Und nur der Schein wahrt seinen Schein.
Die Absicht flegelt ungezogen.
Auf jeden Schwindel fällt man rein.

Erst spannt man uns vor einen Karren,
dann treibt man mit uns Schabernack.
Kurz später hält man uns zum Narren,
und holt den Knüppel aus dem Sack.

© Roman Herberth
 

- 333 -

Sich etwas vormachen

Es liegt mir fern, mir etwas vorzumachen.
Ich will nicht anders scheinen als ich bin.
Die Schadenfreude, 'sich ins Fäustchen lachen',
ergibt für mich im Grunde keinen Sinn.

Ich möchte nicht bei allem 'besser' wissen.
Ich bin noch lange nicht ein weiser Mann.
Mein roter Faden ist schon oft gerissen.
Noch nicht am Ziel zu sein, das spornt mich an.

Noch äußerst viele Hürden sind zu nehmen.
Ich zweifle an mir selbst, und gebe auf.
Doch mit den Tagen kommen andre Themen,
dann nehme ich selbst schwieriges in Kauf.

Wenn etwas schief läuft, weinen Friedenstauben.
Ich sehe nur verschwommen und nicht klar.
An meine eignen Stärken muss ich glauben,
dann trotze ich wohl jeglicher Gefahr.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 334 -

Die Henne gluckt

Die Henne gluckt mir oft ins Ohr.
Und ihre Dummheit schnappt den Ball.
Sie schießt ein glattes Eigentor.
In Aufruhr ist der Hühnerstall.

Schon morgens kräht sie mit dem Hahn.
Und denkt, dass das geboten sei.
Und keiner zieht ihr diesen Zahn.
Sie fühlt sich deshalb wohl dabei.

Das Eierlegen wird bestreikt.
Sie wahrt nicht ihren guten Schein.
Sie hätte es bestimmt vergeigt,
und lässt es deshalb lieber sein.
  runter Lippen

- 335 -

Gerät ein blindes Huhn in Zorn,
dann hat es einen schweren Stand.
Denn sie verscharrt ihr Weizenkorn
zwei Meter links im losen Sand.

Die Henne gackert Tag und Nacht.
Sie macht sich dabei lächerlich.
Nicht immer ist es angebracht.
Und wenn sie denkt, dann nur an sich.

© Roman Herberth
 

- 336 -

Das Gute bewährt sich

Das Gute wird sich stets bewähren.
Man weiß, dass es die Wahrheit spricht.
Es muss sich niemals groß erklären,
und bringt die Dunkelheit ans Licht.

Wer Gutes pflegt, erlebt viel Freude,
weil es oft die Erfüllung bringt.
Stabil wird unser Denkgebäude,
und was man vorhat, das gelingt.

Wer ihm vertraut, zieht keine Nieten.
Die Nächte werden glockenhell.
Man findet seinen Seelenfrieden.
Und fordert keinen zum Duell.

Das Gute sollte man bewahren.
Man mache oft Gebrauch davon.
Dann wird es jeder bald erfahren,
denn schließlich hat es Tradition.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 337 -

Wie ich bin

Du nimmst mich einfach wie ich bin.
Ich muss mich nicht vor dir verstellen.
Dem Leben gibst du einen Sinn.
Ein Vorurteil wirst du nicht fällen.

Vor dir sind alle Menschen gleich.
Und jedem schenkst du deine Gnade.
Du richtest nicht nach arm und reich,
denn du bist dir dafür zu schade.

Du zeigst den Weg, der gangbar ist.
Und er steht allen Menschen offen,
Ob gläubig oder Atheist,
auf deine Hilfe kann man hoffen.

Das ganze Leben ruht auf dir.
Doch du trägst leicht an dieser Bürde.
Du öffnest allen Tor und Tür,
und lässt den Menschen ihre Würde.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 338 -

Vieles lässt sich nicht vermeiden

Man fällt, das lässt sich nicht vermeiden.
Dann liegt man da, und klagt sein Leid.
Man fragt, wem ist das anzukreiden.
Und so verschwendet man die Zeit.

Man lässt nicht locker, will es wissen.
Vergeblich, wie sich später zeigt.
Denn man hat auf Granit gebissen,
der sicher auch in Zukunft schweigt.

Man möchte gerne Schuld zuweisen,
weil unser Zorn allmählich funkt.
Man lässt dann die Gedanken kreisen,
und findet keinen Anhaltspunkt.
  runter Lippen

- 339 -

Man fühlt sich unwohl und verraten.
Man hadert mit der ganzen Welt.
Und man beklagt den Seelenschaden.
Und weint, weil keiner zu uns hält.

Wer fällt, der sollte nicht verzagen.
Doch Aufzustehen wird zur Pflicht.
Gefasst soll man sein Schicksal tragen,
sonst schwankt das Seelengleichgewicht.

© Roman Herberth
 

- 340 -

Auf deine Kosten

Die Lüge lügt auf deine Kosten.
Sie führt dich dabei hinters Licht.
Dann stehst du auf verlor'nem Posten,
bist ahnungslos, und merkst es nicht.

Sie schnappt dich an der schwachen Stelle,
erwischt wirst du auf falschem Fuß.
Du denkst: 'Nur eine Bagatelle!'
Doch kurz darauf singst du den Blues.

Ans Gute kannst du nicht mehr glauben,
denn du bist ein gebranntes Kind.
Du fürchtest weiße Friedenstauben,
und selbst den milden Rückenwind.
  runter Lippen

- 341 -

Die Unschuld hat man dir genommen.
Du bist nicht länger hilfsbereit.
Und heißen Freunde dich willkommen.
Dann zweifelst du zur falschen Zeit.

Im Hinterhalt gedeiht die Lüge.
Kein Mensch zieht sie zur Rechenschaft.
Sie wächst heran, wird zur Intrige.
Das Wahre setzt sie außer Kraft.

© Roman Herberth
 

- 342 -

Man drangsaliert dich

Dich drangsaliert ein böser Wicht.
Denn ständig klopft er dumme Sprüche.
Und Fratzen zieht sein Bleichgesicht,
du wünscht ihn fort in Teufels Küche.

Er schert sich aber nicht darum,
und packt dich heftig am Schlafittchen.
Das nimmst du ihm natürlich krumm,
du konterst: 'Du gehörst ins Kittchen.'

Die Häme lacht, das stellt dich bloß.
Du fühlst die Wut. Bald wird sie platzen.
Und demnächst ist der Teufel los.
Gewaltig wird es dann rabatzen.

Doch es wird anders als gedacht.
Ein Lied singt in den höchsten Tönen.
Es kommt nicht zur Entscheidungsschlacht,
denn man beschließt, sich zu versöhnen.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 343 -

An sich selbst glauben

Man hat nicht an sich selbst geglaubt.
Die falsche Meinung ließ man gelten.
Und man war dümmer als erlaubt,
deswegen hat man nichts zu melden.

Man ängstigt sich vor der Kritik.
Und das begründet unser Schweigen.
Und deshalb kommt es knüppeldick.
Man sollte besser Flagge zeigen.

Man gibt sich häufig unbedacht,
nach trocknen Schäfchen wird man schielen.
Man gibt nicht auf sich selber acht,
und wird bald keine Rolle spielen.

Die Wahrheit nehme man in Kauf.
Man soll sich nicht davor verstecken.
Und geht die Rechnung nicht mehr auf,
ist das ein Grund, um anzuecken.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 344 -

Nicht im gewohnten Trott

Man trottet neben seiner Spur.
Mit uns ist nicht viel anzufangen.
Man findet nicht die eigne Schnur,
und würde gern dorthin gelangen.

Doch leider ist man ungeschickt.
Und so wird jeder Coup misslingen.
Der Heldenmut ist eingeknickt.
Von keinem lässt er sich erzwingen.

Der Traum von der Karriereleiter
rückt häufig in den Vordergrund.
Doch wir sind selten aus dem Schneider,
man kämpft mit seinem Schweinehund.

Es wird oft kein Erfolg verbucht.
Und was man anpackt, scheint zu scheitern.
Doch wer nach neuen Wegen sucht,
wird seinen Horizont erweitern.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 345 -

Das Ziel verfehlt

Man hat das große Ziel verfehlt.
Auf beiden Augen war man blind.
Man hat sich sinnlos abgequält.
Nun ist man völlig durch den Wind.

Man setzte auf ein falsches Pferd.
Es scheute vor dem Hindernis.
Ein Lorbeer wird uns nicht beschert.
Und diese Folge ist gewiss.

Ein Vorteil hat sich abgesetzt.
Gewonnen hat er neues Land.
Und falsch hat man sich eingeschätzt.
Der Blick, nur bis zum Tellerrand.

Der Einsatz hat sich nicht bewährt.
In Fallen ist man noch getappt.
Und unser Handeln war verkehrt.
Nun ist man mit sich eingeschnappt.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 346 -

Nun haut man wieder auf die Pauke.
Man freut sich riesig, und man lacht.
Den Frohsinn nimmt man gern ins Auge,
und alles, was uns glücklich macht.

Es kullert eine Freudenträne.
Und jede Sache ist geritzt.
Es macht uns keiner eine Szene.
Kein Umstand hat sich zugespitzt.

Mit andren teilt man sein 'Gelächter'.
Und nichts, was uns den Tag vermiest.
Man wird zum glühenden Verfechter,
wenn man das wahre Glück genießt.

Nichts kann uns aus der Fassung bringen.
Und unser Herz denkt positiv.
Und man hat Freude an den Dingen.
Und wenn was krumm läuft, läuft nichts schief.

Man sieht nur bunt, statt schwarz zu sehen.
Man öffnet Träumen Tür und Tor.
Das Pech lässt man im Regen stehen,
und schiebt ihm einen Riegel vor.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 347 -

Und das tagtäglich

Man stößt, und das an jedem Tag,
auf unbequeme Fragezeichen.
Ein Unding, das man gar nicht mag.
Sie lassen sich jedoch nicht streichen.

Sie stehen morgens mit uns auf.
Und können uns den Atem nehmen.
Sie haben Teil am Lebenslauf,
und führen häufig zu Problemen.

Man kennt sie, denn sie sind nicht neu.
Sie löffeln mittags mit uns Suppe.
Und sie sind unwahrscheinlich treu.
Uns selber sind sie völlig schnuppe.
  runter Lippen

- 348 -

Die Fragen stehen oft im Raum.
Und hitzig sind die Diskussionen.
'Doch Lösungen, die gibt es kaum.'
Und keine Antwort wird sich lohnen.

Sie kommen zu uns ungefragt.
Und werden nie von dannen schleichen.
Man hätte sie gern abgehakt.
Beharrlich sind die Fragezeichen.

© Roman Herberth
 

- 349 -

Sein letztes Hemd verspielt

Man hat sein letztes Hemd verspielt.
Das Glück fiel heftig auf die Nase.
Ein Treffer wurde nicht erzielt.
Man steht auf der Verliererstraße.

Nun ist man regelrecht geschockt.
Das schlägt auf den nervösen Magen.
Man hat sich fürchterlich verzockt.
Die Fassung kann es kaum ertragen.

Wie konnte das denn nur gescheh'n?
Das Glück schien doch auf unsrer Seite.
Dann konnte man es nicht mehr seh'n.
Und man erlebte eine Pleite.
  runter Lippen

- 350 -

Nun setzt uns die Enttäuschung matt.
Vor allem nagt dann die Erkenntnis.
Das war bestimmt kein Ruhmesblatt.
Und dennoch hofft man auf Verständnis.

Verspielt hat man sein letztes Hemd.
Und 'schuld sein' kann hier nur der Teufel.
Denn andre Gründe sind uns fremd.
Und deshalb hegt man keinen Zweifel.

© Roman Herberth
 

- 351 -

Die Zukunft ist der Zeit voraus.
Was aus ihr wird, kann keiner ahnen.
Die Vorschau fällt deswegen aus.
Was demnächst wird, lässt sich nicht planen.

Das Künftige bleibt unbekannt.
Ein Schleier legt sich um sein Werden.
Kein Kaffeesatz geht nicht zur Hand.
Es streiten sogar die Gelehrten.

Das eine wissen wir genau,
dass wir trotz Wissenschaft nichts wissen.
Die Klugheit wird daraus nicht schlau,
auch sie hat auf Granit gebissen.

Die Zukunft legt man sich zurecht.
Und ein Modell wird man lobpreisen.
Ist es ein Knüller oder schlecht?
Das wird wohl erst die Zukunft weisen.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 352 -

Eine Vernunftehe

Vergessen ist nun Streit und Zank.
Ein Liebespaar hat sich gefunden.
Man sitzt auf der Regierungsbank.
Probleme werden überwunden.

Es ist kein Bund für alle Zeit.
Und dennoch sucht man seine Nähe.
Man träumt nicht von der Ewigkeit,
nur die Vernunft bedingt die Ehe.

Man hat dem andren abgekauft,
dass es gelingt zu koalieren.
'Zusammen' hat man sich 'gerauft'.
Vier Jahre will man nun regieren.

Bedenken warf man über Bord.
Ein Bund auf Dauer wird geschlossen.
Ob 'Ja', ob 'Nein', das letzte Wort,
das haben die Parteigenossen.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 353 -

Ein schweres Schicksal

Ein schweres Schicksal geht uns an den Kragen.
Ein Abgrund lauert, und der Fall ist tief.
Man geht gestärkt hervor aus Niederlagen.
Und hinterher lacht sich das Leben schief.

Man träumt von Rosen, doch die Dornen stechen.
Ein mulmiges Gefühl macht sich dann breit.
Vom wahren Glück wird man sich viel versprechen,
doch es taucht ein in eine Traurigkeit.

Man scheitert an den eigenen Gedanken.
Die Ziele hat man viel zu hoch gesteckt.
Das Denkgebäude kommt dabei ins Wanken.
Und neue Wege werden nicht entdeckt.

Man findet Trost, und einen Hoffnungsfunken.
Er bringt uns Licht, indem er sich entfacht.
Nun sind wir froh gestimmt, statt tief gesunken,
weil uns das Leben wieder Laune macht.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 354 -

Die letzten Kräfte schwinden

Es tobt ein Sturm, die letzten Kräfte schwinden.
Es ist noch weit zur nächsten Hafenstadt.
Das Schiff kann seine 'Straße' nicht mehr finden.
Die Wucht der hohen Wellen setzt es matt.

Der Kapitän auf der Kommandobrücke
erkennt die Lage, und es ist ihm bang.
Der wilde Sturmorkan mit seiner Tücke
besiegelt fast des Schiffes Untergang.

Und immer höher schlagen Gischt und Wogen.
Die Crew bekämpft die Angst, und kann nicht mehr.
Dann hat sich der Taifun zurückgezogen.
Dem Tod entronnen, atmet jeder schwer.

Das Meer hält still, als wäre nichts gewesen.
Man dachte erst, dass man zugrunde geht.
Die Sorgen und der Kummer sind genesen.
Zum Himmel steigt ein langes Dankgebet.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 355 -

Wenn alle Stricke reißen

Du hältst zu mir, wenn alle Stricke reißen.
Du bist bei mir, wenn keiner mit mir lacht.
Als fester Felsen wirst du dich mir erweisen.
Ein Hoffnungsfunken wird durch dich entfacht.

Bei dir ist Trost, selbst in den schweren Stunden.
Du bist die letzte Rettung in der Not.
In dir hat jeder einen Freund gefunden.
Dem Scharlatan erteilst du Hausverbot.

Wer auf dich hört, der findet seinen Frieden.
Und das ist das, wonach wohl jeder strebt.
Das Leben könnte uns nichts Schön'res bieten.
Wer es erlebt, der sagt, er hat gelebt.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 356 -

Man hätte gern

Man hätte gern vom Glück die Strähne.
Im grauen Haar, den Lorbeerkranz.
Und das Gelingen unsrer Pläne.
Und eine fette Weihnachtsgans.

Man träumt vom Paradies auf Erden.
Vom Trostpreis und vom Hauptgewinn.
Vom Fehlen jeglicher Beschwerden.
Und darauf zielt das Handeln hin.

Nach Zweisamkeiten wird man streben.
Nach Liebe auf den ersten Blick.
Die Hoffnung kann uns Hoffnung geben,
doch später stößt das auf Kritik.

Man möchte 'frei sein', und gebunden.
Ein Zirkusclown, ein ernster Mann.
Man schwärmt von zuckersüßen Stunden,
auf die man auch verzichten kann.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 357 -

Das gelobte Land

Wir suchen das gelobte Land,
doch in den Fettnapf wird man treten.
Dann ist die Lage angespannt.
Statt Steckerlfisch erhält man Gräten.

Man strebt nach dem, was Glück verheißt.
Man wird sich oft umsonst bemühen.
Das Leben wird, wie sich erweist,
kurz später andre Schlüsse ziehen.

Man möchte seine Fesseln sprengen.
Im Anschluss will man hoch hinaus.
Jedoch man steckt in tausend Zwängen.
Die Höhenflüge fallen aus.

Man möchte wahres Glück erleben,
das zu uns hält für alle Zeit.
Doch nur ein Traum kann Hoffnung geben,
denn anders 'denkt' die Wirklichkeit.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 358 -

Was ich möchte

Ich möchte mit dir Glück erleben.
Und nach den fixen Sternen schielen.
Mit dir zum siebten Himmel schweben,
um mich dort pudelwohl zu fühlen.

In deinen Armen will ich liegen,
die Alltagssorgen von mir schieben.
Nicht nur gedanklich auf dich fliegen,
und dich dann heiß und innig lieben.

Auf Händen möchte ich dich tragen.
Und dir die Welt zu Füßen legen.
Und selbst an Sonn- und Feiertagen
mit dir vertrauten Umgang pflegen.

Ich möchte mit dir Glück erfahren.
Und was nicht ist, das soll noch werden.
Bei einem bin ich mir im Klaren,
du wirst mein Paradies auf Erden.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 359 -

Ein andrer Blickwinkel

Man klagt, doch jeder Schmerz verjährt.
Dann ist er nicht mehr von Belang.
Dann wirkt man wieder abgeklärt.
Und Schönes nimmt man in Empfang.

Ein Kummer lässt uns nicht mehr los.
Wir werden von ihm schikaniert.
Man legt die Hände in den Schoß,
Nach kurzer Frist wird er halbiert.

Die Sorge, die uns niederdrückt,
gewinnt an Größe und an Macht.
Jedoch weil uns das Schicksal glückt,
verliert sie die Entscheidungsschlacht.
  runter Lippen

- 360 -

Ein Himmelhoch fällt plötzlich tief.
Man weiß nicht, wie es dazu kam.
Man sieht es später positiv,
denn es passt gut in unsren Kram.

Die tiefen Wunden heilt die Zeit.
Wohl keiner der davor erschrickt.
Und es versiegt das Tränenleid,
weil unser Winkel anders blickt.

© Roman Herberth
 

- 361 -

Im Überfluss

Der Reichtum lebt im Überfluss.
Und dennoch wird er sich beklagen.
Und jeder zieht daraus den Schluss,
am Hungertuch scheint er zu nagen.

Wer viel besitzt, ist meist gewieft.
Und seine Schäfchen, die sind trocken.
Doch eines, das wird uns verbrieft.
Er jammert, anstatt zu frohlocken.

Der Reichtum geht einher mit Geiz.
Er zielt darauf, sich zu vermehren.
Und darin sieht er seinen Reiz,
nichts Schön'res kann man ihm bescheren.
  runter Lippen

- 362 -

Das Haben steht im Vordergrund.
Und Geld und Silber werden blenden.
Es übersieht den armen Hund.
Und lässt ihn in der Gosse enden.

Die Armut prägt, der Reichtum auch.
In Kasten werden wir geboren.
Dem einen winkt ein Wohlstandsbauch,
die andren, hoffnungslos verloren.

© Roman Herberth
 

- 363 -

Jammern und klagen

Es wird gejammert und geklagt.
Mit allem ist man unzufrieden.
Kaum einer, der was Gutes sagt.
Wir ziehen, heißt es, ständig Nieten.

Die Ziele, viel zu hoch gesteckt.
Für keinen sind sie zu erreichen.
Doch Wünsche haben sie geweckt.
Man träumt davon, statt sie zu streichen.

Und deshalb steht man auf dem Schlauch,
und hält sich selber noch zum Narren.
Man denkt, das sei ein guter Brauch.
Doch man steckt fest mit seinem Karren.
  runter Lippen

- 364 -

So macht man sich das Leben schwer.
Kein Blumentopf ist zu gewinnen.
Was wirklich zählt, wird sekundär,
denn man ist nicht mehr ganz bei Sinnen.

Es wird gejammert und geklagt.
Warum? Das kann man nicht verstehen.
Denn unsrer Zeit wird nachgesagt,
es könnte ihr nicht besser gehen.

© Roman Herberth
 

- 365 -

Gift und Galle

Menschen werden zu Hyänen.
Gift und Galle wird versprüht.
Und dann weinen bitt're Tränen,
die man sonst nur selten sieht.

Freude will man unterbinden.
Und die Mühe erntet Lohn.
Neue Ufer, nicht zu finden.
Der Ersatz ist Spott und Hohn.
  runter Lippen

- 366 -

Böses waltet und will kränken.
Folglich wird der Ärger groß.
Weiße Fahnen wird man schwenken,
doch sie bleiben chancenlos.

Einer möchte mich vernaschen.
Doch zum Kampf bin ich bereit.
Und das wird ihn überraschen.
Hinterher klagt er sein Leid.

© Roman Herberth
 

- 367 -

Die hohlen Nüsse

An hohlen Nüssen hat man schwer zu kauen.
Es gibt wohl keinen, der sich glücklich preist.
Sie machen Ärger, wenn wir sie verdauen,
dann gehen sie uns mächtig auf den Geist.

Den Rücken werden sie wohl keinem stärken.
An allen Tagen fallen sie zur Last.
Man wird es anfangs überhaupt nicht merken.
Doch später sind sie, ungeliebter Gast.

Die hohle Nuss lässt sich nicht einfach knacken.
Und sehr geschickt ist ihre Gegenwehr.
Und an der Wurzel lässt sie sich nicht packen.
Sie ist ganz unverschämt, und legt sich quer.

Ein weicher Kern, in einer rauen Schale.
Man rechnet nicht mit Ärger und Verdruss.
Man ist enttäuscht, zum wiederholten Male.
Die hohle Nuss, die führt nicht zum Genuss.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 368 -

Wie es besser sei

Ich störe mich an manchen Dingen.
Sie zu verändern, steht mir frei.
Es will mir nicht so recht gelingen.
Ich weiß nicht, wie es besser sei.

Nicht alles finde ich gelungen.
Und vieles leuchtet mir nicht ein.
Jedoch selbst meine Spötterzungen
sind oft am Ende vom Latein.

So manches wirkt auf mich besch ...
Ich nehme es dem 'Schuldner' krumm.
Zum Ändern mangelt es an Wissen.
Wie baue ich die Sache um.

(Du sollst nicht die Kritik verschweigen.
Doch sei nicht der, der hämisch lacht.
Wer kritisiert, soll Wege zeigen,
wie man es künftig besser macht.)

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 369 -

Kein fauler Zauber

Zum Guten wird sich alles wenden,
so dass dein Jubellied erklingt.
Dann stehst du da mit vollen Händen,
und das Unmögliche gelingt.

Kein fauler Zauber kann dir schaden.
Und jedes Unheil sputet sich.
Du gehst nicht sang- und klanglos baden.
Ein böser Geist macht keinen Stich.

Wer dich bedrängt, hat nichts zu lachen.
Sein Angriff wird zum Bumerang.
Das wird ihm sicher Beine machen,
er fürchtet seinen Untergang.
  runter Lippen

- 370 -

So richtig kannst du es nicht fassen,
dass dir kein Übel widerfährt.
Du denkst zunächst ans 'Federn lassen',
das Gegenteil wird dir beschert.

Zu deinen Gunsten lacht das Leben.
Und fröhlich stehst du deinen Mann.
Du bist dem Schicksal treu ergeben,
und nimmst das Schöne dankend an.

© Roman Herberth
 

- 371 -

An sich glauben

Man sollte immer an sich selber glauben.
Die andren lassen uns ganz gern im Stich.
Und unsre Seelenruhe wird man rauben.
Vielleicht nicht immer, doch gelegentlich.

Am besten ist man selber aus dem Schneider.
Man halte zu sich selbst beim Schicksalsschlag.
Sonst hört man nur das kleine Wörtchen, leider,
und das verfolgt uns selbstgerecht an jedem Tag.

Man legt dir nahe, Fremden zu vertrauen.
Doch in den meisten Fällen läuft das schief.
Man wird dich nämlich in die Pfanne hauen.
Ein Optimist wird letztlich depressiv.

Für viele Dinge kann man sich begeistern.
Die Karten seien stets in deiner Hand.
Sonst werden deine Pläne scheibenkleistern.
Man bringt dich hundsgemein um den Verstand.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 372 -

Der durchdachte Plan

Du wirst umsonst im Dreieck springen,
es scheitert dein durchdachter Plan.
Er wird dir nur im Traum gelingen.
Und schnell hast du dir wehgetan.

Die Feinde möchtest du besiegen.
Und dir zur Seite steht dein Mut.
Wer sorglos wird, wird unterliegen.
Sei bitte davor auf der Hut.

Du wirst verlieren und gewinnen,
denn alles pendelt hin und her.
Ein Ende wird stets neu beginnen.
Und was dir leicht fällt, nimmst du schwer.
  runter Lippen

- 373 -

Du haderst mit Gegebenheiten.
Und stellst dich ungern darauf ein.
Doch sinnlos wäre hier das Streiten.
So wie es ist, so muss es sein.

Dein Leid verharrt in tausend Zwängen.
Was weder dir noch andren nützt.
Du möchtest diese Fesseln sprengen,
doch keiner, der dich unterstützt.

© Roman Herberth
 

- 374 -

Schmieden und Planen

Es wird geschmiedet und geplant.
Und die Gedanken dürfen kreisen.
Es kommt oft anders, als man ahnt,
doch das wird erst die Zukunft weisen.

Oft hat man sich das Hirn verrenkt,
um eine Wahrheit aufzuspüren.
Doch es kommt anders, als man denkt.
Und das wird zum Verhängnis führen.

Man fühlt der Zukunft auf den Zahn.
Und hofft, das wird uns weiterbringen.
Doch wo man hobelt, fällt ein Span.
Nicht jeder Traum wird uns gelingen.

Man modelliert an der Kontur.
Der Umriss ist schon wahrzunehmen.
Verfolgt wird weiter diese Spur.
Und das verschont uns vor Problemen.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 375 -

"Es geht um mich"

"Es geht im Grunde nur um mich",
erklärt die Wurst nach allen Seiten.
Man nickt, denn das bestätigt sich.
Und keiner könnte das bestreiten.

Auf Brötchen wird sie oft geknickt,
dann lässt sie sich ganz leicht verzehren.
Und manche sind nach ihr verrückt,
und riesengroß ist ihr Begehren.

Man liebt sie innig, heiß und kalt.
Ein Messer rückt ihr auf die Pelle.
Der Bärenhunger macht nicht halt.
Verdrückt wird sie oft auf der Stelle.
  runter Lippen

- 376 -

Ein Duft 'umgarnt' den Imbiss-Stand.
Und davon lässt man sich verführen.
Und mit der Bratwurst in der Hand,
kann man die weite Welt studieren.

"Es geht im Grunde nur um mich."
Die Wurst nutzt jede unsrer Schwächen.
Jedoch es wird gelegentlich
die Extrawurst dem widersprechen.

© Roman Herberth
 

- 377 -

Auf unseriösen Pfaden

Du wandelst nun auf unseriösen Pfaden.
Doch deine Absicht habe ich durchschaut.
Du Hinterfotz, du wolltest mir nur schaden.
Das hätte ich dir niemals zugetraut.

In Zukunft werde ich mich vor dir hüten.
Dir aus dem Weg zu gehen, ist mein Ziel.
Das lasse ich mir künftig nicht mehr bieten.
Denn du ziehst böse Dinge ins Kalkül.

Natürlich tappte ich in deine Falle.
Nun sehe ich den Schlitz in deinem Ohr.
Und ich verspürte deine "spitze Kralle",
dem schiebe ich demnächst den Riegel vor.
  runter Lippen

- 378 -

Du hast geglaubt, ich wäre eine Memme.
Die Rechnung ging dann nur befristet auf.
Ich saß nur kurze Zeit in einer Klemme.
Nun nimmt mein Leben den gewohnten Lauf.

Ich hab genug von deinen faulen Schlichen.
Und in ein Abseits hast du dich gestellt.
Du fühlst dich klug mit deinen dummen Sprüchen.
Und denkst, du bist der Mittelpunkt der Welt.

© Roman Herberth
 

- 379 -

Im Herzen wohnt das Glück

Ein Glücksmoment liegt uns am Herzen.
Dann macht der Kummer keinen Stich.
Der Alltag lässt sich leicht verschmerzen.
Man denkt nur an: Ich liebe dich.

Im Kleinhirn werden Rosen ranken.
Und es gedeiht die Zuversicht.
Die Sonne scheint auf die Gedanken,
von denen man sich viel verspricht.

Und es kann kommen, was da wolle.
Die Aussicht, die bleibt ungetrübt.
Der frohe Sinn spielt eine Rolle.
Von Kopf bis Fuß ist man verliebt.

Nichts kann uns aus der Fassung bringen,
denn schön ist jeder Augenblick.
Das Schwierigste wird uns gelingen,
denn tief im Herzen wohnt das Glück.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 380 -

Ein Gletscherspalt

Man lockt mich in den Hinterhalt.
Das kann ich anfangs gar nicht fassen.
Dann öffnet sich ein Gletscherspalt,
ich stürze, und muss Federn lassen.

Man schmeichelt mir, und trickst mich aus.
Der faule Zauber kann mich blenden.
Auf meiner Leber rennt die Laus.
Mein Ärger wird dann böse enden.

Aufs Glatteis werde ich geführt.
Ich kann dem leider nicht entrinnen.
Weil man das Gleichgewicht verliert,
lässt sich kein neues Land gewinnen.
  runter Lippen

- 381 -

Die miese Absicht tut mir weh.
Und die Lawine kommt ins Rollen.
Ich ziehe zwar ein Resümee.
Man überhört mein lautes Grollen.

Ich leide, denn man macht mich rund.
Es fällt mir schwer, das zu verstehen.
Denn dafür gibt es keinen Grund.
Das wird mir an die Nieren gehen.

© Roman Herberth
 

- 382 -

Nur dein Engel

Nicht jeder will dir Gutes tun.
Oft will man dir die Haare raufen.
Man lässt nicht locker, will nicht ruh'n,
und möchte dich für dumm verkaufen.

Es lauert frech ein Hinterhalt.
Er lässt dich leider nicht zufrieden.
Die Bosheit wütet durchgeknallt,
dem solltest du Paroli bieten.

Man raspelt Süßholz, schleimt sich ein.
Der Eitelkeit wird es gefallen.
Die Absicht ist nicht lupenrein,
man lässt dich auf den Boden knallen.
  runter Lippen

- 383 -

Man ist zu dir nicht zimperlich.
Und möchte dir an deine Wäsche.
Das ähnelt einem Messerstich.
Und keiner springt dann in die Bresche.

Du hast oft einen schweren Stand.
Und das beginnt man auszunützen.
Dein Rücken steht längst an der Wand.
Nun kann dich nur dein Engel schützen.

© Roman Herberth
 

- 384 -

Das Schreiben

Ich schreibe mir den Kummer von der Seele.
Und hinterher kommt Fröhliches zu Wort.
Ich brauche dafür keine Marschbefehle.
Und reime gut gelaunt auch im Akkord.

Mich faszinieren meist die Tagesthemen.
Die Sonne scheint, und das ist ein Gedicht.
Ich halte mich gern auf bei Randproblemen.
Und denke nach, wenn mich der Hafer sticht.

Die kleinen Dinge sind mir äußerst wichtig.
Mir sind sie deshalb viele Worte wert.
Ein andrer meint vielleicht, der tickt nicht richtig.
Und hält mein Schreiben dann für grundverkehrt.
  runter Lippen

- 385 -

Vergeblich sucht man einen roten Faden.
Und in den Reimen fehlt ein schwarzer Zwirn.
Mit großen Sätzen geh' ich meistens baden.
Das liegt allein an meiner Denkerstirn.

Ich muss mich nicht nach meinen Lesern richten.
Wer mich nicht lesen will, der lässt es sein.
Mir macht es Spaß, zu reimen und zu dichten.
Doch manchmal fällt mir überhaupt nichts ein.

© Roman Herberth
 

- 386 -

Ich bin kein Huhn

Ich bin kein Huhn, doch du hast mich gerupft.
Das wird dir meine Zukunft übel nehmen.
Noch bin ich fieberfrei, jedoch verschnupft.
Und deshalb solltest du dich wirklich schämen.

Was dich dazu bewog, bleibt schleierhaft.
Und wie entstand die Absicht, mich zu kränken?
Die Bosheit hat mich fast dahin 'gerafft'.
Du kannst mir glauben, das gibt mir zu denken.

Du willst nichts Gutes, und du wirst zum Feind.
Du zählst für mich zur Gattung 'frecher Nieten'.
Ich habe es mit dir nur gut gemeint.
Doch meine Vorsicht wird sich künftig hüten.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 387 -

In Empfang nehmen

Das Schicksal bringt uns Glück und Leid.
Das 'In Empfang', das Abschied nehmen.
Die Freude und die Traurigkeit.
Es kann beflügeln oder lähmen.

Es bringt, wonach man gar nicht sucht,
dann wird man sich teils glücklich schätzen.
Im andren Fall wird laut geflucht,
denn uns obliegt, das Nesseln setzen.

Ob gut, ob schlecht, das weiß man nie.
Denn das wird sich erst künftig klären.
Es blüht und sprüht die Phantasie.
Nicht immer wird sie sich bewähren.
  runter Lippen

- 388 -

Man stellt sich auf sein Leben ein.
Man gibt und nimmt, und man wird hoffen.
Doch vieles hat nicht sollen sein.
Es bleiben immer Wünsche offen.

Das Schicksal klopft uns hart und weich.
Man wird verlieren und gewinnen.
Der Hölle und dem Himmelreich,
dem kann kein Menschenkind entrinnen.

© Roman Herberth
 

- 389 -

Dein Hinterhalt

Dein Hinterhalt hat frech gelauert.
Mit heiler Haut kam ich davon.
Das hast du sicherlich bedauert,
du ganz infamer Hurensohn.

In eine Pfanne mich zu hauen,
das war dein angepeiltes Ziel.
Ich konnte dich, Gott lob, durchschauen,
so scheiterte dein böses Spiel.

Ich weiß, du bist mir nicht gewogen.
Im Grunde bist du ganz arm dran.
Und Schlüsse habe ich gezogen.
Du bist kein ehrenwerter Mann.

Nun kannst du mich nicht länger blenden.
Ich kenne deine Masche gut.
Und Böse kann sie nicht mehr enden,
von nun an bin ich auf der Hut.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 390 -

Der gute Ruf

Seinen Ruf aufs Spiel zu setzen,
das ist niemals angebracht.
Keiner wird sich glücklich schätzen,
wenn er sich zur Minna macht.

Selbstkritik wird keinem schaden.
Sachlich sei der Umgangston.
Häufig will die Unschuld baden,
doch sie kommt nicht heil davon.

Vieles gilt es zu bedenken.
Gut geschult ist der Verstand.
Und sich selber Glauben schenken,
das liegt einfach auf der Hand.

Seinem Schicksal sich zu stellen,
ist für jedermann gewohnt.
Doch man weiß, in manchen Fällen,
dass ein Widerstand sich lohnt.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 391 -

Dich trifft die blinde Wut

Nicht jeder meint es mit dir gut.
Die Bosheit will dir an den Kragen.
Dich trifft der Hass, die blinde Wut.
Das liegt dir später schwer im Magen.

Es lockt 'vertrauensvoll' die List.
Den Hinterhalt kannst du nicht sehen.
Nach einer kurzen Galgenfrist
wirst du kopfüber untergehen.

Man schwört, man will dein Seelenheil.
Und darauf wirst du dich verlassen.
Doch man zielt auf das Gegenteil.
Das ist natürlich nicht zu fassen.
  runter Lippen

- 392 -

Es ködert dich vom Trug der Schluss.
Er wäre, sagt er, gern dein Bruder.
Nach hinten löst sich dann ein Schuss.
Und es läuft alles aus dem Ruder.

Vom Untergang wirst du bedroht.
Du weidest sorglos auf der Wiese.
Man schwärzt dich an, und du siehst rot,
dann schlitterst du in eine Krise.

© Roman Herberth
 

- 393 -

Ein böser Geist

Ein böser Geist will mich bezwingen.
Doch du hältst schützend deine Hand.
Es wird ihm deshalb nicht gelingen.
Und die Gefahr hast du gebannt.

Die spitze Zunge will mir schaden.
Nun setzt sie an zu Spott und Hohn.
Doch sang- und klanglos geht sie baden.
Und du trägst den Triumpf davon.

Das schwarze Korn sitzt in der Kimme.
Dann werde ich zum Zielobjekt.
Doch du erhebst dann deine Stimme,
bis sich der Bösewicht versteckt.
  runter Lippen

- 394 -

Will mir ein Gegner an die Wäsche,
dann zeigst du dich, und stehst zu mir.
Du springst dann einfach in die Bresche.
Und nimmst den Strolch ins Kreuzvisier.

Ein Hinterhalt liegt auf der Lauer.
Er fackelt kurz, und bändigt mich.
Sein Sieg ist nur von kurzer Dauer.
Du lässt mich nämlich nicht im Stich.

© Roman Herberth
 

- 395 -

Du heuchelst

Nichts Gutes ist dir nachzusagen,
denn du verhältst dich wie ein Schwein.
Mit Fassung kann ich es nicht tragen,
du heuchelst nämlich hundsgemein.

Nach deinem Vorteil wirst du schielen,
doch es misslingt dein mieser Coup.
Und mit gezinkten Karten spielen,
das wäre eigentlich tabu.

Du lässt nur deine Regeln gelten.
Denn du bist 'über und geschnappt'.
Es trennen uns von nun an Welten.
Auf frischer Tat wirst du ertappt.
  runter Lippen

- 396 -

Du wolltest mir das Fürchten lehren.
Total gescheitert, dein Projekt.
Ich halte dich nicht mehr in Ehren,
weil Dreck an deinem Stecken steckt.

Um meinen Lohn willst du mich prellen.
Das geht auf keine 'Rindvieh Haut'.
Du wolltest mich ins Abseits stellen.
Die Absicht habe ich durchschaut.

© Roman Herberth
 

- 397 -

Szenen einer Ehe

Man hat sich vieles vorzuwerfen.
Und ganz entrüstet, Mann und Frau.
Man geht sich mächtig auf die Nerven.
Und wird nicht aus dem andren schlau.

Dann sucht man, früher oder später,
mit ungezähmter Wissbegier
nach dem gemeinen Übeltäter,
und nimmt den Partner ins Visier.

'Nur du bist Schuld an der Misere!'
Krakeelen beide im Duett.
Man packt den andren an der Ehre,
und droht, 'wir trennen Tisch und Bett.'
  runter Lippen

- 398 -

Den Partner wird man laut verdammen.
Man lässt an ihm kein gutes Haar.
Doch jeder Streit, der schweißt zusammen.
In Einklang schwelgt das Liebespaar.

Man ist entfernt von Gut und Böse.
Und hat sich wieder innig lieb.
Vergessen wird schnell das Getöse,
und der versetzte Seitenhieb.

© Roman Herberth
 

- 399 -

Wenn nichts mehr geht

Du bist mit mir auf allen Wegen,
von morgens früh, bis abends spät.
Du gibst mir Kraft und deinen Segen.
Du rettest mich, wenn nichts mehr geht.

Verzweifelt klagen meine Bitten.
Und manchmal flehe ich zu dir.
Und eines ist dann unumstritten,
du hilfst mir auf, und hältst zu mir.

Kein Übel kann mir widerfahren.
Und wenn mir ein Verhängnis droht,
dann rätst du, Ruhe zu bewahren,
und stehst mir bei in meiner Not.
  runter Lippen

- 400 -

Auf dich kann ich mich voll verlassen.
Die rechte Richtung weist dein Pfeil.
Du wirst mich an den Händen fassen,
und führst mich in mein Seelenheil.

Auf deine Stärke kann ich bauen,
und zwar in jedem Augenblick.
Und dir kann ich mich anvertrauen.
Du schenkst mir alle Tage Glück.

© Roman Herberth
 

- 401 -

Verhasst sind mir

Verhasst sind mir die Haken und die Ösen.
Ich liege nicht versteckt im Hinterhalt.
Den Kindern will ich keine Angst einflößen.
Und ich verzichte immer auf Gewalt.

Ich will mir selber keine Falle stellen.
Auch andre werden stets von mir verschont.
Mir ist bewusst, dass sich das Zechen prellen,
nicht heute und auch nicht in Zukunft lohnt.

Wenn ich nichts weiß, dann will ich lieber schweigen.
Denn viel zu häufig wird nur hohl getönt.
Auf andre hämisch mit den Fingern zeigen,
das hab' ich mir schon lange abgewöhnt.
  runter Lippen

- 402 -

Doch was mir nicht behagt, ist leisetreten.
Und 'keine Meinung haben' finde ich suspekt.
Wer mitdenkt, hat ein Wörtchen mitzureden.
Nicht alles was man denkt, ist gleich perfekt.

Das Körnchen Wahrheit sucht nach einer Kimme.
Mit etwas Glück gelangt es an sein Ziel.
Und was man gern vergisst, hat eine Stimme.
Und das bedeutet eigentlich recht viel.

© Roman Herberth
 

- 403 -

Den Hut ziehen

Den Lügen geht man selten an den Kragen.
So mancher zieht vor ihnen noch den Hut.
Doch später liegen sie uns schwer im Magen.
Denn problematisch, ihr Gedankengut.

Der Anstand ist bei ihnen Mangelware.
Sie denken nur an sich, und sind infam.
Der Wahrheit sträuben sich die Nackenhaare.
Die Lügen schöpfen nur vom süßen Rahm.

Sie blenden uns, und hohl sind ihre Sprüche.
Und häufig führen sie uns hinters Licht.
Wer an sie glaubt, ist schnell in Teufels Küche.
Und dort schwankt jedes Seelengleichgewicht.

Man müsste sie ... doch sie sind sehr gerissen.
Und man hat Mitleid mit dem kurzen Bein.
Und immer wieder hat man angebissen,
und immer wieder fällt man auf sie rein.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 404 -

Man fühlt sich wohl

Man fühlt sich wohl, und das aus gutem Grund.
Ins Abseits stellt man seine schlechten Seiten.
Und an die Leine kommt der Schweinehund,
dann muss man sich mit ihm nicht länger streiten.

Man bleibt dem guten Vorsatz endlich treu.
Und schließt nicht ständig faule Kompromisse.
Vor den Prinzipien zeigt man keine Scheu.
Man handelt klug, und knackt selbst hohle Nüsse.

Man meidet alles, was uns Kummer macht.
Mit seiner Dummheit möchte man nicht baden.
Kein Dritter, der sich dann ins Fäustchen lacht,
weil wir bestrebt sind, uns nicht selbst zu schaden.

Dem Laster schiebt man einen Riegel vor.
Und dadurch kann es sich nicht mehr entfalten.
Und kein Gedanke schießt ein Eigentor,
man wird gekonnt die Übersicht behalten.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 405 -

Gute Gründe

Man hat für alles gute Gründe.
Bestechend klingt ein Argument.
Und so erklärt man seine Sünde,
von der man sich nur ungern trennt.

Und wenn wir uns ins Unrecht setzen,
dann pochen wir auf gutes Recht.
Es fliegen hinterher die Fetzen,
den Widersachern geht es schlecht.

Die Gegner kommen an die Leine.
Auf trock'ne Schafe legt man Wert.
Doch dabei denkt man nur an seine.
Das wirkt gekonnt und abgeklärt.
  runter Lippen

- 406 -

Ein Vorteil ist uns recht und billig.
Man duldet keinen Widerspruch.
Die enge Stirn ist eigenwillig.
Sie zeigt bewusst ihr rotes Tuch.

Im Grunde sollten wir uns schämen.
Und sollten manchmal ganz bewusst,
nicht nur uns selber wichtig nehmen.
Doch darauf hat man keine Lust.

© Roman Herberth
 

- 407 -

Nicht nur Zucker schlecken

Das Leben ist nicht immer Zuckerschlecken.
Kein Kelch geht ohne Spur an uns vorbei.
Man fragt sich oft, was mag dahinterstecken
bei einer großen Massenschlägerei.

Das Schicksal 'latscht' uns manchmal auf die Füße.
Wer dem entrinnt, stürzt in den Teufelskreis.
Dort lauert auf uns eine Seelenkrise.
Man macht uns kurz darauf die Hölle heiß.

Wir schwanken immer zwischen Gut und Böse.
Das haben wir uns selbst nicht ausgedacht.
Es liegt am Haken und an einer Öse.
Und die Probleme sind nie hausgemacht.

Wir müssen viele Hürden überwinden.
Es führt kein Weg vorbei am Härtetest.
Und sollten wir in Zukunft zu uns finden,
dann feiern wir ein großes Freudenfest.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 408 -

Gelassenheit

Wir meistern jede Schwierigkeit.
Und nichts kann uns den Atem nehmen.
Wir zeigen stets Gelassenheit
bei Rand- sowie bei Kernproblemen.

Wir machen uns nur wenig vor.
Bestand hat nur die Analyse.
Wir glauben nicht dem Mann im Ohr,
denn das führt in die Seelenkrise.

Wir pochen auf die Wissenschaft.
Ein fauler Zauber möchte blenden.
Wir setzen ihn schnell außer Kraft.
Die Absicht kann nicht böse enden.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 409 -

Du willst nichts hören

Das Glück klopft laut an deine Tür.
Du hörst es, doch du willst nichts hören.
Du nimmst dir keine Zeit dafür.
Es würde deine Ruhe stören.

Viel lieber bist du vogelfrei.
Und willst dich nur für dich entscheiden.
Denn dir ist gar nicht wohl dabei,
und fremde Pfeifen willst du meiden.

Das wird nicht allseits akzeptiert.
Und man versucht dich weich zu klopfen.
Dass hat dich aber nicht tangiert,
verloren wurde Malz und Hopfen.

Das Glück steht vor dem Scheunentor.
Es hadert und es ist verdrossen.
Denn du schobst ihm den Riegel vor.
Und ein paar Tränen sind geflossen.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 410 -

Nicht wie geschmiert

Es läuft nicht immer wie geschmiert.
Der Missmut stößt auf eine Öse.
Die breite Front ist irritiert.
Es lauert ungestüm das Böse.

Nicht jede Sache wird begrüßt.
Die Weitsicht will sich widersetzen.
Und weil sie sich dazu entschließt,
wird sie sich später glücklich schätzen.

Die Wirklichkeit, die setzt uns zu.
Es klappt nicht alles wie am Schnürchen.
Am Ende aber klappt der Coup,
er fand ein kleines Hintertürchen.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 411 -

Nach meiner Schnur

Ich richte mich nach meiner Schnur.
An meiner Seite will ich stehen.
Probleme löst dann die Bravour.
Und nichts wird in die Binsen gehen.

Ich suche das, was glücklich macht.
Und halte Ausschau nach dem Schönen.
Wenn meine Lebensfreude lacht,
dann werden sich Erfolge krönen.

Ich frage oft nach Zweck und Sinn.
Und wohin führt mich meine Reise?
Ich muss mich nehmen, wie ich bin.
Denn jeder lebt auf seine Weise.

Ich wäre gerne abgeklärt,
doch mannigfaltig die Beschwerden.
Das soll sich, wenn es sich bewährt,
in naher Zukunft anders werden.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 412 -

Mein neuer Weg ins Glück

Du bist mein neuer Weg ins Glück.
Und wir durchqueren Zeit und Raum.
Der Blick voraus, und nicht zurück.
Und in Erfüllung geht ein Traum.

Wir halten uns am Guten fest.
Was schaden könnte, wird verbannt.
Und weil das Glück uns nicht verlässt,
begrüßt uns ein gelobtes Land.

Die Sorgen finden kein Quartier.
Und fremd bleibt jedes Tränenleid.
Das Schöne steht dort stolz Spalier.
Es herrschen Frieden, Einigkeit.

Das wird zum allgemeinen Trend.
Dann kosten wir vom Augenblick.
Wir finden in ein Happy End.
Und das färbt ab auf unser Glück.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 413 -

Vorsätze zum Neuen Jahr

Die Lippe will ich nicht riskieren,
wenn es um krumme Dinge geht.
Den Anstand will ich nicht verlieren,
wenn man mich durch die Mangel dreht.

Und zwängt man mich in eine Rolle,
die mir im Grunde nicht behagt.
Dann übe ich die Selbstkontrolle,
so wird das Thema abgehakt.

Will einer mich zu Boden ringen,
dann fällt es ihm bestimmt nicht schwer.
Der Schwächste könnte mich bezwingen.
Ich leiste keine Gegenwehr.
  runter Lippen

- 414 -

Ich will mir täglich Grenzen setzen.
Klein beizugeben, ist mein Ziel.
Den Schnabel will ich nicht mehr wetzen.
Und der Verstand kommt nicht ins Spiel.

Die Worte möchte ich mir sparen.
Auch wenn der Groschen manchmal fällt.
Natürlich bin ich mir im Klaren,
dass sich mein ICH nicht daran hält.

© Roman Herberth
 

- 415 -

Was bringt die Zukunft

Wer weiß schon, was die Zukunft bringt.
Bringt sie uns Pech, bringt sie uns Segen?
Man hofft, dass jeder Tag gelingt.
Das käme uns dann sehr gelegen.

Vielleicht ist uns das Schicksal hold.
Dann schmieden wir am heißen Eisen.
So wird dem Glück Tribut gezollt.
Nichts wird uns in die Schranken weisen.

Die Zukunft nimmt uns in Empfang.
Sie kann uns schinden oder schonen.
Geht man gebückt am Stock entlang?
Wird sich die Zukunft für uns lohnen?

Wir wissen nichts vom nächsten Jahr.
Denn unser Schicksal mischt die Karten.
Und was es bringt, ist keinem klar.
Man kann es dennoch kaum erwarten.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 416 -

Nimm nichts tragisch

Lass dir Zeit, du musst nicht hetzen.
Rase nicht im Affenzahn.
Keiner wird sich glücklich schätzen,
schlittert er auf schiefer Bahn.

Niemand soll dein Glück vermiesen.
Halte dankbar an ihm fest.
Jeden Tag sollst du genießen.
Gib dem Ärger Hausarrest.

Wünsche nur, was dich beflügelt.
Schieße nie ein Eigentor.
Fehler werden ausgebügelt.
Doch vor allem, sieh dich vor.
  runter Lippen

- 417 -

Sei zufrieden und bescheiden.
Trage leicht an deiner Last.
Lasse nicht die andren leiden,
wenn dir etwas gar nicht passt.

Zeige Mut, statt aufzugeben.
Nimm nichts tragisch oder schwer.
Steh dir bei in deinem Leben.
Sei zu dir und andren fair.

© Roman Herberth
 

- 418 -

Voller Schwermut die Gedanken

Nur selten blüht die Zuversicht.
Und voller Schwermut die Gedanken.
Und tief im Herzen fehlt ein Licht.
Und das Gemüt gerät ins Wanken.

Man findet nicht, wonach man sucht.
Vom Regen kommt man in die Traufe.
Man hadert, und es wird geflucht.
Bestand hat nicht die Feuertaufe.

Man schlingert, strauchelt und man fällt.
Bedrängt wird man von allen Seiten.
Und keiner, der dann zu uns hält.
Die Aussicht düster, und bescheiden.
  runter Lippen

- 419 -

Den andren gibt man gern die Schuld.
Man fühlt sich selber meist erhaben.
Dann reißt der Faden der Geduld.
Ein Kriegsbeil wird noch ausgegraben.

Und was sonst froh stimmt, geht am Stock.
Man haut sich selber in die Pfanne.
Man hat zwar darauf keinen Bock.
Und tut es dennoch, volle Kanne.

© Roman Herberth
 

- 420 -

Grund zur Freude

Man hat nicht immer Grund zur Freude,
denn Dinge laufen gründlich schief.
Es bröckelt unser Denkgebäude,
man strauchelt in ein Abgrundtief.

Belästigt uns ein Unbehagen,
bleibt keiner von uns unberührt.
Es werden Hilferufe klagen,
man fragt sich dann, wohin das führt.

Nicht immer ist man aus dem Schneider.
Was uns in jedem Fall entsetzt.
Man zeigt sich als Prinzipienreiter,
wohl keiner, der sich glücklich schätzt.
  runter Lippen

- 421 -

Oft will man uns das Fürchten lehren.
Es wartet die Entscheidungsschlacht.
Doch sich beim lieben Gott beschweren,
ist äußerst selten angebracht.

Man möchte sich ins Fäustchen lachen,
und hätte es so gern getan.
Jedoch man wird uns Beine machen.
Das wirft uns völlig aus der Bahn.

© Roman Herberth
 

- 422 -

Die Wogen glätten

Alle Wogen wirst du glätten.
Sorgen finden keinen Halt.
Und ich könnte darauf wetten:
'Meine Gegner stellst du kalt.'

Wird ein Unding problematisch,
weißt du dennoch klugen Rat.
Und du hilfst, nicht nur sporadisch,
immer bist du voll auf Draht.

Wenn die bösen Triebe ranken,
nimmst du sie sofort aufs Korn.
Und du weist sie in die Schranken,
und sie fürchten deinen Zorn.
  runter Lippen

- 423 -

Möchte mir ein Unheil schaden,
schlägt das alle Tage fehl.
Sang- und klanglos geht es baden.
Doch ich selber bin fidel.

Stürme können mich nur biegen,
nur für einen Augenblick.
Keiner kann mich ganz besiegen,
Keiner bricht mir das Genick.

© Roman Herberth
 

- 424 -

Die Sonne flutet

Die Sonne flutet in das Tal.
Und herzlich heißt man sie willkommen.
Sie strahlt und lacht, wie jedes Mal.
Von jedem wird sie wahrgenommen.

Sie rückt den Tag ins rechte Licht.
Natürlich wird man das begrüßen.
Und sie verbreitet Zuversicht.
Entzückt liegt ihr die Welt zu Füßen.

Entsorgt hat sie die Nebelwand.
Und deshalb ist man von den Socken.
Die Wolkendecke wird verbannt,
und unsre Schäfchen bleiben trocken.
  runter Lippen

- 425 -

Man sieht statt schwarz nur himmelblau.
Und nichts kann unsre Aussicht trüben.
Darüber freut sich Mann und Frau,
denn Sorgen kann man von sich schieben.

Die Sonne hat uns angelacht.
Wohl keiner kann da widerstehen.
Sehr oft hat man an sie gedacht.
Sie lässt sich endlich wieder sehen.

© Roman Herberth
 

- 426 -

Der Himmel segnet dich

Dir winkt das Glück auf deinen Wegen.
Und alle Wunder werden wahr.
Der Himmel gibt dir seinen Segen.
Und er beschützt dich vor Gefahr.

Dann kann nichts aus dem Ruder laufen.
Die Zügel hast du fest im Zaum.
Man kann dich nicht für dumm verkaufen.
Und in Erfüllung geht dein Traum.

Was dir missfällt, das muss sich schleichen.
Besiegelt ist sein Untergang.
Das Böse muss dem Guten weichen.
Dir ist nicht länger Angst und Bang.
  runter Lippen

- 427 -

Selbst Schwieriges wird dir gelingen.
Die Richtung, die du einschlägst, stimmt.
Und du musst keine Opfer bringen.
Und nichts, was dir den Atem nimmt.

Du freust dich, und das ist kein Wunder,
denn Glück macht sich im Herzen breit.
Das Heer der Sorgen taucht kopfunter,
und das auf unbestimmte Zeit.

© Roman Herberth
 

- 428 -

Den Sorgen an den Kragen

Den Sorgen gehst du an den Kragen.
Sie meiden dich, was willst du mehr.
Sie liegen dir nicht mehr im Magen.
Und ziehen sich aus dem Verkehr.

Sie wollen nicht mehr bei dir landen.
Ins Abseits hast du sie gestellt.
Sie kamen nach und nach abhanden.
Zurück bleibt eine heile Welt.

Nun können sie dich nicht mehr lähmen.
Verschlossen bleiben Tür und Tor.
Du zählst sie zu den Randproblemen.
Und du schiebst dem den Riegel vor.

Nun bist du frei von allen Sorgen.
Und du empfindest tiefes Glück.
Du hoffst darauf, sie kehren morgen
nicht an den Ausgangspunkt zurück.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 429 -

Man kämpft mit spitzem Ellenbogen.
Doch das hat uns kein Glück gebracht.
Das große Los wird nicht gezogen.
Das Schicksal hat uns ausgelacht.

Man wollte eines, nämlich siegen.
Und darauf war man ganz fixiert.
Man dachte nicht ans Unterliegen.
Doch leider ist es uns passiert.

Man sprengt fast den gesteckten Rahmen.
Und denkt; so finde ich zum Ziel.
Es hilft uns weder Ja noch Amen.
Denn man zieht Falsches ins Kalkül.

Man schmiedet selbstbewusst ein Eisen.
Man hofft, so wird mir Glück beschert.
Als Folge wird sich dann erweisen,
das war der Mühe gar nicht wert.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 430 -

Was wird werden

Was bringt die Zukunft? Was wird werden?
Und wie entwickelt sich die Zeit?
Im Dunklen tappen selbst Experten.
Jedoch ein jeder prophezeit.

Sie raten uns, doch sie sind Blinde.
Kein Fünkchen Wahrheit kommt ans Licht.
Das liegt an ihrer Augenbinde,
verhindert wird die freie Sicht.

Ein andrer spricht mit Engelszungen.
Er liest aus einem Kaffeesatz.
Ein hohes Lied hat er gesungen.
Doch es ist leider für die Katz'.
  runter Lippen

- 431 -

Was morgen wird, das will man wissen.
Und was schenkt uns das Neue Jahr.
Die Antwort hat nicht angebissen,
und deshalb sagt man gerne wahr.

Man hofft, die Zukunft wird sich lohnen.
Es mache sich kein Kummer breit.
Die Sorgen mögen uns verschonen,
tagein, tagaus, zu jeder Zeit.

© Roman Herberth
 

- 432 -

Nur zum eignen Vorteil

Auf eignen Vorteil wird man pochen.
Man denkt, wie immer, nur an sich.
Sein eignes Süppchen will man kochen,
man lässt sich dabei nicht im Stich.

Man kämpft gewieft um seine Ehre,
auch wenn das unsre Gegner trifft.
Doch schlittert man in die Misere,
verbreitet man ein Schlangengift.

Sich aufzublähen, fast schon Sitte.
Man macht sich leider etwas vor.
Und unsre Waffe, Stiefeltritte.
Man schießt 'gekonnt' ein Eigentor.

Aufs Teilen möchte man verzichten.
Beansprucht wird das ganze Stück.
Die Wahrheit kann davon berichten.
Doch keiner übt daran Kritik.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 433 -

Weder Not noch Mangel

Wir kennen weder Not noch Mangel.
Und unser Tisch ist reich gedeckt.
Ums Essen gibt es kein Gerangel.
Und von der Krim stammt unser Sekt.

Ob Gänseleber, Rindsroulade,
sich vollzufressen, das ist Brauch.
Auch Pralinées und Schokolade,
die wandern in den Wohlstandsbauch.

Verkostet werden Leckerbissen.
Das stößt auf gute Resonanz.
Und man vertröstet sein Gewissen.
Man mästet sich wie eine Gans.
  runter Lippen

- 434 -

Tagtäglich gibt es ein Gelage.
Man gabelt, löffelt und man schlemmt.
Im Badezimmer stöhnt die Waage,
die sich mit Macht dagegen stemmmt.

Das Fressen führt zu Herzattacken.
Und auch der Kreislauf kriegt was weg.
Und im Gesicht die Hamsterbacken
sind Teil von unsrem Kummerspeck.

© Roman Herberth
 

- 435 -

An den Kragen

Man geht sich selber an den Kragen,
doch das ist Dummheit zum Quadrat.
Man liegt sich später schwer im Magen.
Und letztlich hat man den Salat.

Man sollte nach dem Rechten schauen.
Wer das auf lange Sicht versäumt,
den wird man in die Pfanne hauen,
und er hat vorerst ausgeträumt.

Man soll sich oft mit sich befassen,
doch dabei sei man auf der Hut.
Ansonsten muss man Federn lassen.
Und das tut sicher keinem gut.

Sein Leben soll man umgestalten,
wenn es den Bach hinuntergeht.
Und es ist klug, zu sich zu halten,
denn dafür ist es nie zu spät.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 436 -

Wenn Stricke reißen

Wenn alle Stricke reißen,
wird keiner bei dir sein.
Nur Geier werden kreisen,
du bist mit dir allein.

Auf Rettung wirst du warten.
Vergeblich, wie sich zeigt.
Denn du hast schlechte Karten,
die erste Hilfe streikt.

Man steht dir treu zur Seite
im hellen Sonnenlicht.
Jedoch man sucht das Weite,
wenn eine Nacht anbricht.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 437 -

Rundum zufrieden

Ich kann mit mir zufrieden sein.
Und habe das, was man so braucht.
Die Arbeit ist kein Klotz am Bein.
Ich werde nicht von ihr geschlaucht.

Ich liege nicht im Clinch mit mir.
Mit sich zu streiten, führt nicht weit.
In meinem eigenen Revier
herrscht immer eitel Einigkeit.

Ich mache mir das Leben leicht.
Und halte nichts von Depression.
Auf Sorgen bin ich nicht geeicht.
Den Kummer jage ich davon.
  runter Lippen

- 438 -

Ich habe keinen dicken Freund,
die machten sich schon früher dünn.
So mancher wurde mir zum Feind.
Im Nachhinein macht alles Sinn.

Ich lebe einfach in den Tag.
Am Morgen eine kurze Pflicht.
Doch schon beim nächsten Glockenschlag
fällt nur die Freiheit ins Gewicht.

© Roman Herberth
 

- 439 -

Valentinstag

Ich habe dich von Herzen lieb.
Und stehe stolz an deiner Seite.
Du kennst mich, und auch mein Prinzip,
ich suche sicher nie das Weite.

Ich bin dir treu seit Jahr und Tag.
Das Glück kann ich mit Händen fassen.
Und weil ich dich gut leiden mag,
kannst du dich voll auf mich verlassen.

Auch wenn es ungeheuer scheint:
Die Dornen nützen jeder Rose.
Denn piesackt dich ein fieser Feind,
geht seine Absicht in die Hose.

Du bist mein Licht, mein Augenstern.
Wir haben uns 'zum Glück' gefunden.
"Zum Fressen habe ich dich gern".
Und innig bin ich dir verbunden.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 440 -

Lob und Tadel

Jeder führt sein eignes Leben.
Es kommt dünn, und manchmal dick.
Lob und Tadel wird es geben,
und ein unverhofftes Glück.

Pure Lust und Herzversagen,
stehen oft auf dem Programm.
Und man geht uns an den Kragen.
Vor sich selber steht man stramm.

Jedes Auf bedingt ein Nieder.
Nichts auf Erden hat Bestand.
Es verwelkt der weiße Flieder.
Der Granit wird loser Sand.
  runter Lippen

- 441 -

Jedes Werden wird vergehen.
Meistens sind wir dafür taub.
An der Zeit kann keiner drehen.
Letztlich werden wir zu Staub.

Jeder will sein Bestes geben.
Das ist andren piepegal.
Nach der Wahrheit wird man streben,
und nach einem Ideal.

© Roman Herberth
 

- 442 -

Ins Verderben laufen

Man ist nicht immer auf der Hut,
und wird in sein Verderben laufen.
Das liegt an unsrer blinden Wut,
man steht vor einem Scherbenhaufen.

Das passt uns gar nicht in den Kram.
Man steckt nicht gern in der Misere.
Denn sie legt unsre Kräfte lahm.
Ein Hansdampf packt uns an der Ehre.

Man fragt nach Anlass und nach Grund.
Doch Gründe sind nicht zu ermitteln.
Man macht ihn letzten Endes rund,
um diesen Quälgeist abzuschütteln.

Man legt sich selbst ein faules Ei.
Das kann man später nicht verstehen.
Oft tappt man in den heißen Brei,
anstatt ihm aus dem Weg zu gehen.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 443 -

Hans im Glück

Man wäre gern ein Hans im Glück.
Dann stünden uns die Wege offen.
Man bräche sich nicht das Genick.
Und zuversichtlich, unser Hoffen.

Man fände stets ein off'nes Ohr.
Und wäre immer aus dem Schneider.
Es käme uns nichts spanisch vor.
Und die Gedanken wären heiter.

Es gäbe eine Hintertür.
Nichts könnte uns den Atem nehmen.
Man nähme Schönes ins Visier,
und hielte Abstand von Problemen.
  runter Lippen

- 444 -

Was Nerven kostet, schöbe Frust.
Man könnte wieder herzhaft lachen.
Man stünde aufrecht, selbstbewusst.
Selbst wenn wir ein paar Fehler machen.

Dann nähme sich der Himmel Zeit
für unsre menschlich' kleinen Schwächen.
Und Engel gäben uns Geleit
bei unsren physischen Gebrechen.

© Roman Herberth
 

- 445 -

Sich von Ängsten befreien

Von Ängsten soll man sich befreien.
Sonst ziehen sie uns in den Bann.
Und was uns nützt, kann nicht gedeihen.
Was schadet, hat die Hosen an.

Es fällt dann schwer, sich zu entfalten,
weil uns die Angst tyrannisiert.
Und der Versuch, das auszuschalten,
ist etwas, was nicht funktioniert.

Man soll die Angst im Keim ersticken.
Denn wenn uns dieser Coup misslingt,
lässt sie sich immer wieder blicken.
Was jeden zur Verzweiflung bringt.

Von Ängsten kann man sich erlösen.
Dann freut sich unser Lebensstil.
Man muss den Ängsten Angst einflößen,
nur dieses Mittel führt zum Ziel.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 446 -

Dein guter Geist

Dein guter Geist kann dich beraten,
dann glückt dein lang geplanter Coup.
Auf ihn zu hören, kann nicht schaden,
denn deinen Feinden setzt er zu.

Er macht sich stark für deine Ziele.
Und handelt ohne Eigennutz.
Er 'haut', darüber staunen viele,
in deinem Sinne auf den Putz.

Ins Bockshorn lässt er sich nicht jagen.
Man zwingt ihn selten in die Knie.
Und kommt es mal zu Niederlagen,
dann ändert er die Strategie.
  runter Lippen

- 447 -

Tagtäglich steht er dir zur Seite.
Er sucht, das weißt du ganz genau,
trotz Schwierigkeiten nie das Weite.
Aus seinen Taten wirst du schlau.

Verlässlich ist er, und bescheiden.
Er ist es, der dir Glück verheißt.
Er wird dich lebenslang begleiten.
Er ist und bleibt dein guter Geist.

© Roman Herberth
 

- 448 -

Ein Loblied

Ein Loblied auf die Nebelschwaden.
Auf weiter Flur bin ich allein.
Auf Nebenwegen, Seitenpfaden
genieße ich das 'Einsam sein'.

Die Stille schlägt dort hohe Wellen.
Gespenster haben mich im Griff.
Ich muss mich meinem Umfeld stellen.
Und jeder Busch, ein Geisterschiff.

Geläutert wird das scheinbar Böse.
Ich mache auf dem Absatz kehrt.
Es geht zurück in das Getöse.
Dort wird mir Lärm und Krach beschert.

Wenn demnächst Nebelschwaden ziehen,
dann gehe ich erneut auf Tour.
Der Enge möchte ich entfliehen,
und das gelingt auf weiter Flur.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 449 -

Im Regen stehen

Man lässt dich nicht im Regen stehen.
Vergeblich lauert die Gefahr.
Dein Traum wird in Erfüllung gehen
Was traurig stimmt, das macht sich rar.

Du kannst dich wirklich nicht beschweren.
Man zollt dir wieder den Respekt.
Und du ergraust in allen Ehren.
Das Ziel ist nicht zu hoch gesteckt.

Die Engel werden dich geleiten,
auf weiter Flur und durch die Stadt.
Bald winkt dir Glück von allen Seiten.
Und du erringst ein Lorbeerblatt.

Dein Leben stellt die neuen Weichen.
Nur Gutes steht für dich bereit.
Und was dich nervt, das muss sich schleichen.
Von Sorgen wird dein Herz befreit.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 450 -

Nicht sinnlos ausrasten

Vor Fehlern ist kein Mensch gefeit.
Kein Grund um sinnlos auszurasten.
Den Virtuosen tut es leid
beim Hämmern auf die falschen Tasten.

Ein glatter Trugschluss wird gefällt.
Man lässt sich immer wieder blenden.
Der Weg zur Wahrheit wird verstellt,
und nichts wird sich zum Guten wenden.

Die Häme führt uns hinters Licht.
Und man wird regelrecht verschaukelt.
Die Lüge lügt uns ins Gesicht.
Und vieles wird uns vorgegaukelt.
  runter Lippen

- 451 -

Die andren halten wir für klug.
Schon hat man einen Bock geschossen.
Sie leben gut von Lug und Trug,
die Zeche zahlen Zeitgenossen.

Die Fehler liegen auf der Hand.
Es fällt uns schwer, sie zu entfernen.
Sie überrumpeln den Verstand.
Doch uns steht frei dazuzulernen.

© Roman Herberth
 

- 452 -

Wir sind nur Zivilisten

Die Welt aus ihren Angeln heben,
ein Ziel, das niemals funktioniert.
Denn ganz vergebens unser Streben..
Ein Scheitern wird uns garantiert.

Die Menschheit lässt sich nicht erlösen.
Sie pocht auf Unrecht und auf Recht.
Es hilft bestimmt kein 'Angst einflößen',
kein hitzig lautes Wortgefecht.

Ein Panzer möchte Frieden schließen.
Der Terror zieht mit ihm ins Land.
Auf Zivilisten wird man schießen.
Die Schützen bleiben unerkannt.
  runter Lippen

- 453 -

Man würde gern die Welt verändern,
denn wir verdienen an der Not.
Den Kindern in Entwicklungsländern
verkauft der Wucherpreis sein Brot.

Im Kleinen kann man Einfluss nehmen,
da droht uns noch kein Stiefeltritt.
Doch bei den wirklichen Problemen
beißt unsereiner auf Granit.

© Roman Herberth
 

- 454 -

Ein Glück wird dir zuteil

Ein großes Glück wird dir zuteil.
Nichts kann dich aus der Fassung bringen.
Du findest in dein Seelenheil.
Selbst Schwieriges wird dir gelingen.

Dein Handeln, von Erfolg gekrönt.
Versucht die Absicht dir zu schaden.
Dann wird es ihr schnell abgewöhnt,
und sie geht sang- und klanglos baden.

Das Schicksal meint es mit dir gut.
Der Sonnenglut folgt endlich Regen.
Die Ebbe sehnt sich nach der Flut.
Der Schöpfer schenkt dir seinen Segen.
  runter Lippen

- 455 -

Du bist noch lange nicht am Ziel.
Doch Engel werden dich begleiten.
Und du spürst Wasser unterm Kiel
seit zehn gefühlten Ewigkeiten.

Ein großes Glück macht bei dir Halt.
Du hoffst, es wird noch lange weilen.
Du hoffst auch, es wird mit dir alt,
statt sich ganz heimlich abzuseilen.

© Roman Herberth
 

- 456 -

Im Clinch

Man liegt im Clinch seit ein paar Tagen.
Und die Gefühle, kalt wie Eis.
Nichts Nettes hat man sich zu sagen.
Man macht sich prompt die Hölle heiß.

Den Partner wird man laut verdammen.
Man lässt an ihm kein gutes Haar.
Die Liebe hielt einst fest zusammen,
nun ist sie ernsthaft in Gefahr.

Man ist einander nicht gewogen.
Man spottet und ist voller Hohn.
Man flegelt und ist ungezogen.
Es herrscht ein rauer Umgangston.
  runter Lippen

- 457 -

Man könnte sich daran gewöhnen,
die größte Dummheit macht man mit.
Jedoch man möchte sich versöhnen,
doch keiner wagt den ersten Schritt.

Die Zweisamkeit hisst weiße Fahnen.
Es schmilzt das Eis, und der Verdruss.
Und es ist leicht vorherzuahnen,
zum Zug kommt der Versöhnungskuss.

© Roman Herberth
 

- 458 -

Es gibt gute Gründe

Für alles gibt es gute Gründe.
Zum einen wird man herzhaft lachen.
Dann wieder sitzt man in der Tinte.
Das wird uns wenig Freude machen.

Es mangelt nie an Argumenten.
Erst ist man rigoros dagegen.
Dann lässt man sich ein bisschen blenden.
Im Anschluss heißt es, meinetwegen.

Von Dingen pflegt man, viel zu halten.
Und man ist Flamme als auch Feuer.
Doch dann beginnt das 'Haare spalten'.
Und uns ist nichts mehr 'lieb und teuer'.

Man rechnet hoch nach Adam Riese.
Den Zahlen will man sich nicht fügen.
Es folgt dann eine Expertise,
und man vertraut auf deren Lügen.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 459 -

Die bösen Geister

Die bösen Geister soll man meiden.
Sie machen uns das Leben schwer.
Man soll sich gegen sie entscheiden,
und ziehe sie aus dem Verkehr.

Man sollte sie zur Rede stellen,
und weise ihnen Tür und Tor,
denn es sind finstere Gesellen.
Man sehe sich am besten vor.

Sie pflegen Lügen aufzutischen.
In jedes Handwerk wird gepfuscht.
Im Trüben werden sie oft fischen.
Doch hinterher wird das vertuscht.
  runter Lippen

- 460 -

Man kann sich ihrer kaum erwehren.
Und Böse ist ihr Tatendrang.
Sie werden immer wiederkehren,
und gleichen einem Bumerang.

Man möchte sie so gern vertreiben.
Doch dieser Wunsch erfüllt sich nie.
'Sie werden uns erhalten bleiben.'
Behauptet eine Garantie.

© Roman Herberth
 

- 461 -

Man kann sein Leben umgestalten,
und völlig neue Wege geh'n.
Dann bleibt, so weiß man, nichts beim Alten.
Mit andren Augen wird man seh'n.

Man pflegt sich selber abzustempeln.
Und hinterher stellt man sich bloß.
Sein Leben gründlich umzukrempeln,
das fällt wohl keinem in den Schoß.

Man weist sich immer in die Schranken.
'Und es sei gut so, wie es sei!'
Man rettet sich zu dem Gedanken:
'Ich bin nicht gerne vogelfrei.'
  runter Lippen

- 462 -

Man möchte oft sein Leben ändern.
Die Praxis gibt uns einen Tritt.
Und unsre Heiden-Angst zu kentern,
die wagt nicht mal den ersten Schritt.

Im Gestern will man nicht verharren,
weil das an unsren Nerven sägt.
Man hält sich leider selbst zum Narren,
weil man sich weiterhin erträgt.

© Roman Herberth
 

- 463 -

Trotz großer Opfer

Wir kämpfen oft mit Haken und mit Ösen.
Und große Opfer werden nie gescheut.
Es gibt Probleme, die kann keiner lösen.
Darüber ist wohl niemand hoch erfreut.

Verbissen wird man sie in Angriff nehmen,
doch nur ein Misserfolg wird garantiert.
Und dass wird unsre letzten Kräfte lähmen,
darüber sind wir sicher stark frustriert.

Die Niederlagen müssen wir verkraften.
Das ist nicht leicht. Das zehrt am Nervenkleid.
Ein kleiner Makel bleibt natürlich haften,
mit ihm noch ein Gefühl von Traurigkeit.

Nicht immer lässt sich eine Lösung finden.
Das ist halt so. Man darf nicht traurig sein.
Die Hindernisse kann man überwinden
mit Tapferkeit und einem Klotz am Bein.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 464 -

Die Arbeit ruht

Am Sonntag fühlt sich jeder gut.
Es lacht 'das mürrische Gesicht'.
Man freut sich, weil die Arbeit ruht,
und weil die Stechuhr uns nicht sticht.

Kein Wecker ruft uns zum Appell.
Er schweigt sich aus, macht keinen Krach.
Er fordert uns nicht zum Duell.
Und keinem steigt er frech aufs Dach.

Wir leben, wie es uns gefällt.
Uns drangsaliert kein Stundenplan.
Und das, was man für wichtig hält,
das wird in jedem Fall getan.

Das 'Nichts tun', das liegt voll im Trend.
Und weil wir unbekümmert sind,
führt dieser Tag zum Happy End.
Schon morgen weht ein andrer Wind.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 465 -

Uns sticht der Hafer

Man lügt uns an, und führt uns hinters Licht.
Wir tappen in die Falle mit Vergnügen.
Wir freuen uns, weil uns der Hafer sticht.
Und deshalb werden wir uns gerne fügen.

Wir sind naiv, weil wir ans Gute glauben.
Man haut uns nämlich heftig übers Ohr.
Wir lassen uns die Zuversicht nicht rauben.
Und jede Klugheit lässt man außen vor.

Es wird sich unser Handeln nicht bewähren.
Man nimmt uns aus wie eine Weihnachtsgans.
Man wird uns später federn, vorher teeren.
Wir hoffen ganz umsonst auf Toleranz.

Man kann mit uns ganz leicht ein Spielchen treiben.
Denn auf den Schwindel fallen wir gern rein.
Die Bosheit wird sich ihre Hände reiben.
Das wird uns leider keine Lehre sein.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 466 -

Man hat nicht immer Spaß am Leben.
An manchen Tagen fehlt das Glück.
Auch Niederlagen kann es geben.
Und manchmal stößt man auf Kritik.

Das Gestern gleicht nie einem Morgen.
Mit andren Augen wird man seh'n.
Es ändern sich die Alltagssorgen.
Und manche werden untergeh'n.

Das Alte muss dem Neuen weichen.
Was gestern galt, das gilt nicht mehr.
Im Raum, da stehen Fragezeichen,
man jagt der Antwort hinterher.
  runter Lippen

- 467 -

Das Falsche heißt von nun an richtig.
Das Richtige nennt man verkehrt.
Wer klug war, tickt jetzt nicht mehr richtig.
Und was viel wert war, ist nichts wert.

Man sollte sich nicht treiben lassen,
weil man sonst in die Röhre schaut.
Doch wer versäumt, sich anzupassen,
ist schon nach kurzem Megaout.

© Roman Herberth
 

- 468 -

Ein off'nes Ohr

Man hat für dich ein off'nes Ohr.
Verschweige nicht, was dich bedrückt.
Und kommt dir etwas spanisch vor,
dann spiele bitte nicht verrückt.

Man hat dich wie ein Huhn gerupft.
Und zog dich dann aus dem Verkehr.
Natürlich bist du leicht verschnupft.
Wo blieb nur deine Gegenwehr?

Man lässt dich nicht im Regen steh'n.
Auch wenn es dir so scheinen mag.
Du wirst nicht klanglos untergeh'n,
nicht Heute, nicht am Folgetag.
  runter Lippen

- 469 -

Man ist dir innig zugeneigt.
Und lässt dich deshalb nie im Stich.
Und wenn man dir den Vogel zeigt,
sei unbesorgt, man rettet dich.

Man nimmt sich immer für dich Zeit,
lässt alles liegen, hört dir zu.
Gebügelt wird dein Nervenkleid.
Man fragt dich aus: "Wo drückt der Schuh?"

© Roman Herberth
 

- 470 -

Dein letztes Hemd

Dein letztes Hemd hat keine Tasche.
Was aus dir wird, ist dir bekannt.
Dein Körper wird zu Staub, zu Asche.
Die Seele sucht ein neues Land.

Auf unsrer allerletzten Reise
benötigt keiner Gut noch Geld.
Erschwinglich sind die Eintrittspreise
beim Eingang in die Unterwelt.

Ob Asthma, oder Herzattacken.
Der Tod wird immer vehement
das Übel an der Wurzel packen.
Gekonnt, erfolgreich, konsequent.

Noch steht man mittendrin im Leben.
Doch dann ereilt uns ein Geschick.
Obwohl wir unser Bestes geben,
bricht man sich leider das Genick.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 471 -

Viele Wege stehen offen

Es stehen jedem viele Wege offen.
Ans Ziel gelangen, das ist unser Ziel.
Und ist es aussichtslos, wir werden hoffen,
Wir ziehen sogar Wunder ins Kalkül.

Man dreht sein Leben lang die eignen Kreise.
Nur selten gönnt man sich auch eine Rast.
Nach kurzer Pause folgt die Weiterreise.
Wer still steht, fällt sich später selbst zur Last.

So mancher wird dabei des Lebens müde.
Er übersieht den Zauber dieser Welt.
Und er vergisst dabei des Schöpfers Güte,
und dass er alle Tage zu uns hält.

Man steckt im Sumpf, ein Ausweg lässt sich finden.
Wer anders spricht, verbreitet Lug und Trug.
Die Seelenkrisen kann man überwinden,
vielleicht schon nach dem nächsten Atemzug.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 472 -

In Betracht ziehen

Wir haben vieles in Betracht gezogen.
Und keine Konsequenz bleibt unbedacht.
Dem Schicksal setzt man zu per Ellenbogen.
Und siegessicher zieht man in die Schlacht.

'Dass wir verlieren, das ist ausgeschlossen.'
Und so zu denken, steigert unsren Mut.
Wir machen uns beliebt bei Zeitgenossen,
die ziehen dann vor uns den Fingerhut.

Und immer geht es zu mit rechten Dingen,
kein fauler Zauber, keine Hexerei.
Ein Lorbeerblatt, das können wir erringen.
Und dieser 'Kelch' geht nicht an uns vorbei.

Wir kennen uns, und unsre Kinderstube.
Geprägt sind wir von Kindesbeinen an.
Die Frechheit drückt oft heftig auf die Tube.
Dann bleibt nur eines, 'rette sich wer kann'.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 473 -

Man hat Moneten

Man lebt im Luxus, hat Moneten.
'Noch mehr zu haben', unser Ziel.
Den schnöden Mammon anzubeten,
gehört zu unsrem Lebensstil.

Uns blenden schicke Limousinen.
Auf Chrom und Blech ist jeder scharf.
Und weil wir sehr viel Geld verdienen,
kauft man die Autos nach Bedarf.

Man kleckert nicht, und pflegt zu klotzen.
Vor Dummheit ist kein Mensch gefeit.
Mit seinem Prunk will jeder protzen.
Man schürt bewusst den Futterneid.
  runter Lippen

- 474 -

Man kann sich schließlich alles leisten.
Sich selbst zählt man zur ersten Wahl.
Und man hat, anders als die meisten,
für jeden Handgriff Personal.

Man wohnt in Villen und Palästen,
trinkt Schampus, futtert Kaviar.
Spendit ist man zu seinen Gästen.
Die Zeche zahlt man stets in bar.

© Roman Herberth
 

- 475 -

Hoffnungslos verloren

Man ist oft hoffnungslos verloren.
Ein Glücksgefühl plant einen Streik.
Es hat sich gegen uns verschworen.
Man kommt auf keinen grünen Zweig.

Man lügt uns an nach Strich und Faden,
das schlägt dem Fass den Boden aus.
Die nahe Zukunft hat den Schaden,
und auf der Leber rennt die Laus.

Das Unheil wird nicht kürzer treten.
Es hat sich nämlich aufgebläht.
Kein Wörtchen hat man mitzureden.
Es wäre außerdem zu spät.
  runter Lippen

- 476 -

Man tappt sogar ins Fegefeuer.
Im Anschluss folgt ein Großalarm.
Die Endabrechnung, die kommt teuer.
Und keiner nimmt uns in den Arm.

Man legt sich selbst in Eisenketten.
Und stellt sich hinterher ein Bein.
Im Grunde ist man nicht zu retten.
Das spürt man erst im Nachhinein.

© Roman Herberth
 

- 477 -

Ruhe gilt es zu bewahren

Ruhe gilt es zu bewahren.
Wenn man erst im Dreieck springt,
wird man sicher schnell erfahren,
dass ein großer Wurf misslingt.

Ohne Rücksicht vorzupreschen
führt meist in ein Missgeschick.
Dumme Phrasen wird man dreschen,
später kommt es knüppeldick.

Regeln sollte man beachten,
und auch die Gepflogenheit.
Fremde Fehler auszuschlachten,
ist beschränkt, und schürt nur Streit.
  runter Lippen

- 478 -

Mit den Wölfen Runden drehen,
das sei niemals angedacht.
Und das 'Vor die Hunde gehen'
hat noch keinem Glück gebracht.

Unser kleines bisschen Leben
zieht uns gern zur Rechenschaft.
Und wir sollten Ruhe geben.
In der Ruhe liegt die Kraft.

© Roman Herberth
 

- 479 -

Die Klugheit gibt sich bescheiden

Die Klugheit gibt sich meist bescheiden.
Die Dummheit rückt sich gern ins Licht.
Das pflegt man ihr schwer anzukreiden.
Sie hört es, doch das stört sie nicht.

Die Klugheit wägt die Argumente.
Sie hat es sich nicht leicht gemacht.
Die Dummheit bringt ihr Werk zu Ende.
Sie hat nicht weiter nachgedacht.

Um eine Wahrheit aufzuspüren,
wird eine Klugheit fast zum Held.
Die Dummheit lässt sich leicht verführen,
denn nichts, was sie in Frage stellt.
  runter Lippen

- 480 -

Die Klugheit trägt ein schweres Bündel.
Sie stöhnt oft unter dieser Last.
Die Dummheit unterliegt dem Schwindel,
weil das zu ihrer Haltung passt.

Die Klugheit ist kein Zuckerschlecken.
Und rar macht sich das Publikum.
Die Dummheit 'schluckt' statt anzuecken,
und keiner nimmt ihr etwas krumm.

© Roman Herberth
 

- 481 -

Du musst leiden

Das Leben stellt dir Bein um Bein.
Andauernd kämpfst du mit Problemen.
Das laute Klagen lässt du sein,
denn du bist wirklich hart im Nehmen.

Vom Schicksal wirst du nicht verwöhnt.
Und schon seit Jahren musst du leiden.
Du hast dich damit ausgesöhnt.
Im Grunde bist du 'zu beneiden'.

Du richtest nicht dein Augenmerk
auf Dinge, die dir nicht behagen.
Den andren hilfst du übern Berg,
und schickst dich an, ihr Leid zu tragen.
  runter Lippen

- 482 -

Kaum ist ein Drama abgehakt,
schon sitzt du wieder 'in der Tinte'.
Doch du bist tapfer, wie gesagt.
Das sehe ich, und selbst der Blinde.

Du trägst dein Schicksal würdevoll.
Du haderst nicht mit Schwierigkeiten.
Und du empfindest keinen Groll.
Im Mittelpunkt steht nie dein Leiden.

© Roman Herberth
 

- 483 -

Das ist ein Kick

Man schlittert gern auf schiefer Bahn.
Das ist ein Kick, der uns beflügelt.
Man stolpert, hat sich wehgetan.
Und das bewirkt, dass man sich zügelt.

Man haut gewaltig über Stränge.
Und frönt dabei dem Alkohol.
Man treibt sich selber in die Enge.
Und fühlt sich später gar nicht wohl.

Man hält sein Umfeld gern zum Narren.
Und macht sich einen Spaß daraus.
Bald steckt man fest mit seinem Karren.
Die Schadenfreude lacht uns aus.
  runter Lippen

- 484 -

Man gibt sich fröhlich, ausgelassen.
Und träumt von einem Happy End.
Dann stellt man fest, es fehlen Tassen.
Ein Punkt, der auf den Nägeln brennt.

Man schikaniert die Weggefährten.
Was keiner nachvollziehen kann.
Es häufen sich erst die Beschwerden.
Dann greifen Widerstände an.

© Roman Herberth
 

- 485 -

Es liegt uns viel am Herzen

Es liegt uns immer viel am Herzen.
Mal eine Ebbe, dann die Flut.
An Weihnachten, die Christbaumkerzen.
An Fasching, jeder Cowboyhut.

Im Kiefernhain, die Nordmanntanne.
Ein Huhn samt Überraschungs-Ei.
Ein toller Hecht, in einer Pfanne.
Und aus Paris der letzte Schrei.

Der Speck in einer Mausefalle.
Der Startschuss für ein Blattlausfest.
Das Freibier, dieses Mal für alle,
weil man sich ungern lumpen lässt.

An Engel, die woanders wohnen,
in einem andren Stadtgebiet.
An Wiedersehen, die sich lohnen,
und dass man nie den Kürzern zieht.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 486 -

Fehler liegen auf der Hand

Man möchte alles richtig machen,
doch Fehler liegen auf der Hand.
Ins Fäustchen kann man sich nicht lachen,
denn man agiert oft hirnverbrannt.

Man wüsste, wie es besser wäre,
doch es obsiegt der alte Trott.
Es geht wie immer um die Ehre,
man kriegt den Karren nicht mehr flott.

Man hadert, flucht und man wird schimpfen.
Und stellt sich dabei selbst ein Bein.
Die Dummheit wird die Nase rümpfen,
jedoch sie ist nicht stubenrein.
  runter Lippen

- 487 -

Man kämpft mit seinen 'guten Geistern',
und stellt sich leider selber bloß.
Ein Unding lässt sich so nicht meistern.
Kurz später ist der Teufel los.

Das 'Fehlern' ist uns sehr geläufig.
Und es gelingt uns Tag um Tag.
Es ist nicht selten, sondern häufig.
Die Folge ist ein Paukenschlag.

© Roman Herberth
 

- 488 -

Tränen seien außen vor

Es soll dir nie ein Leid geschehen.
Und Tränen seien außen vor.
Der Himmel möge zu dir stehen.
Und auch dein kleiner Mann im Ohr.

Den Kummer sollst du dir ersparen,
so kommst du sicher durch ein Jahr.
Es sei dir insgeheim im Klaren,
es schützt dich eine Engelsschar.

Und möchte sich die Zukunft rächen,
dann nimm Blessuren kurz in Kauf.
Du erntest sicher kein Gebrechen,
und später geht die Rechnung auf.
  runter Lippen

- 489 -

Bedanke dich bei deinem Leben.
Dein Schnurgerades läuft nicht schief.
Was du nicht hast, wird dir gegeben.
Die Dinge laufen positiv.

'Gelassen sein' sei deine Stärke.
Dein 'nach und nach' gelangt ans Ziel.
Kein Nackenhaar steht dir zu Berge.
Und das bedeutet jedem viel.

© Roman Herberth
 

- 490 -

Den Body bilden

Man möchte seinen Body bilden.
Und hoch gesteckt ist dieses Ziel.
Und es geht zu wie bei den Wilden.
Man protzt mit seinem Muskelspiel.

Die Ruder tauchen nicht ins Wasser.
Nur von der Stirn, da perlt der Schweiß.
(Das spürt zumindest der Verfasser,
und ihm wird ungewöhnlich heiß.)

Man beugt die Knie, und hebt die Hände.
Es ist erwünscht, dass man sich quält.
Die Zählerei, die nimmt kein Ende.
Fast immer hat man sich verzählt.

Die Trainerin kennt keine Gnade.
Erfolge werden programmiert.
Und bei der nächsten Olympiade
sind Goldmedaillen garantiert.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 491 -

Ein paar Pfunde

Es geht nicht nur um ein paar Pfunde.
Das ist im Grunde sekundär.
Es geht bei der Gymnastikstunde
im Endeffekt, um viel viel mehr.

Es geht nicht um das schlanker werden.
Das ist nur ein Etappenziel.
Es geht um Alterungsbeschwerden.
Die Fitness hat die Hand im Spiel.

'Mens sana' soll sich gut ernähren,
sonst führt das nicht zum Happy End.
das 'Fit sein' wird sich stets bewähren,
und außerdem, es liegt im Trend.
  runter Lippen

- 492 -

Und liegen Pfunde uns im Magen,
macht man sich selbst die Hölle heiß.
Denn man hat sicher leichter tragen,
schiebt man sie auf ein Abstellgleis.

Den Körper soll man wieder spüren.
Wer sich bewegt, der kommt in Schwung.
Zu neuen Ufern wird das führen.
Wer altert, fühlt sich wieder jung.

© Roman Herberth
 

- 493 -

Milde Tage

Der Januar beschert uns milde Tage.
Die Seele baumelt schon auf einer Bank.
Und man genießt die schöne Wetterlage.
Dem Schöpfer sagt man dafür herzlich Dank.

Ein sanfter Wind weht lau in unsren Köpfen.
Zum Frühling scheint es nur ein Katzensprung.
Die ganze Menschheit wird nun Hoffnung schöpfen.
"Das ist verfrüht!" warnt die Erinnerung.

Zurückgekehrt sind ein paar Schlagersänger.
Die meisten weilen noch am Mittelmeer.
In Vogelzügen wird es demnächst enger,
doch vorerst herrscht noch kaum 'Parteiverkehr'.
  runter Lippen

- 494 -

Nun wird man an vertraute Dinge denken.
Man pilgert schon zum nächsten Winzerort.
Dort lässt man sich nur reinen Wein einschenken.
Und wirft die Alltagssorgen über Bord.

Man inspiziert bereits den Schrebergarten.
Und sehnsuchtsvoll schaut man ins Blumenbeet.
Auf Meister Lenz, da müssen wir noch warten,
weil er erst demnächst seine Runden dreht.

© Roman Herberth
 

- 495 -

Der Traum vom Glück

Der Traum vom Glück ist weit verbreitet.
Nur selten wird er Wirklichkeit.
Der Wecker schrillt. Die Sehnsucht leidet.
Und die Enttäuschung macht sich breit.

Man sucht sein Glück in Warenhäusern.
Dort wird uns vielerlei beschert.
Die Güter, die sie dort veräußern,
die sind oft nicht der Rede wert.

Man möchte sich gern glücklich schätzen.
Und strebt nach dem, was Glück verheißt.
Auf falsche Pferde wird man setzen.
Das geht uns langsam auf den Geist.
  runter Lippen

- 496 -

Ein Glück wird uns vor Augen schweben.
Wir haben uns darauf versteift.
Obwohl wir unser Bestes geben ...
Man sieht, dass es die Flucht ergreift.

Man nennt das Glück bei Pseudonamen,
die sind beliebt bei Alt und Jung.
Es rührt zu Tränen, führt zu Dramen.
Und schwelgt gern in Erinnerung.

© Roman Herberth
 

- 497 -

Es lacht uns an

Das Glück steht gern an unsrer Seite.
Es lacht uns meistens freundlich an.
Es hält zu uns, sucht nicht das Weite,
worauf man sich verlassen kann.

Es lässt uns nicht ins Unglück rennen.
Und im Gedankengang wird Licht.
Das Böse können wir erkennen,
bevor es uns 'ins Auge sticht'.

Es wird uns allezeit verwöhnen,
und findet stets ein gutes Wort.
Es wird nicht klagen, wird nicht stöhnen,
und Sorgen wirft es über Bord.
  runter Lippen

- 498 -

Das Glück nährt jeden Hoffnungsfunken.
Und wenn er fehlt, wird er entfacht.
Es hört nicht auf das 'Kröten unken',
weil es dem Herzen Kummer macht.

Es wird uns süße Beeren pflücken,
und es beflügelt den Verstand.
Es steht uns bei aus freien Stücken,
und bringt uns außer Rand und Band.

© Roman Herberth
 

- 499 -

Man stemmt sich dagegen

Man ist dafür, stemmt sich dagegen.
Und manchmal hat man keinen Bock.
Man steht im Wald, und mal im Regen.
Man hüpft beschwingt, und geht am Stock.

Die Welt ist schön, und auch 'besch...eiden'.
Erst heißt es hüh, kurz später hott.
Und Fehler sind uns anzukreiden
im ungeliebten Alltagstrott. Erst tickt man falsch, dann wieder richtig.
Was wahr erscheint, klingt grundverkehrt.
Ein Gratis wird gebührenpflichtig.
Und was nichts kostet, ist was wert.

Die große Liebe rührt zu Tränen,
dann findet sie ins Happy End.
Erst gibt es Akte, später Szenen,
denn sie ist voll im Element.

© Roman Herberth

 

  runter Lippen

- 500 -

Tonnenschwer

Man macht sich viel zu viel Gedanken.
Das lastet auf uns tonnenschwer.
Die Seele kommt dabei ins Wanken.
Und man behandelt sich nicht fair.

Das ist zumeist von langer Dauer.
Den Teufel malt man an die Wand.
Der Weg führt uns zur Klagemauer,
jedoch auch dort sieht man kein Land.

Es ist kein Wunder, dass wir leiden.
Es mangelt uns an Zuversicht.
Schnell stecken wir in Schwierigkeiten.
Ein Ausweg, leider nicht in Sicht.

Bald wird man vor die Hunde gehen.
Für alles Schöne ist man blind.
Und man pflegt nur noch schwarz zu sehen,
denn man ist völlig durch den Wind.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 501 -

Wir halten fest

Wir halten fest, statt uns zu trennen.
Wir konservieren, was nichts bringt.
Wir sind nicht wiederzuerkennen,
wenn uns ein neuer Weg gelingt.

Wir sprengen keine alten Fesseln.
Das Gestern nimmt uns in Beschlag.
Und ein Versuch, uns einzukesseln,
ist etwas, was man gar nicht mag.

Das zehrt gewaltig an den Nerven.
Wir sind davon nicht angetan.
Schikanen über Bord zu werfen,
das wäre höchste Eisenbahn.
  runter Lippen

- 502 -

In Dummheit werden wir verharren,
wir lassen uns noch auf sie ein.
Sie spannt uns dann vor ihren Karren.
Begeistert wird wohl keiner sein.

Man resigniert, statt Mut zu schöpfen.
Vergangenes sitzt auf dem Thron.
Die Macht gehört den alten Zöpfen.
Sie prägen jeden Umgangston.

© Roman Herberth
 

- 503 -

Er jagt nach Aktien und Tantiemen,
nach Fremd- und Eigenkapital.
Die Gier nach mehr ist nicht zu zähmen.
Und er pfeift laut auf die Moral.

Er baut sich Villen und Paläste.
Im Hafen liegt die Segelyacht.
Er prahlt mit seiner weißen Weste,
und ringt um Einfluss und um Macht.

Er reibt sich häufig seine Hände.
Er hat sich nicht verspekuliert.
Und später wird die Dividende
in Paradiese transferiert.
  runter Lippen

- 504 -

Wer reich ist, kommt auf seine Kosten.
Und er ergreift sehr gern Partei.
Die hievt ihn dann auf einen Posten.
Dort lebt sich's gut und sorgenfrei.

Und immer hat er Tricks auf Lager.
Er dreht so manches krumme Ding.
Man stempelt ihn nie zum Versager.
Er landet niemals im Sing-sing.

© Roman Herberth
 

- 505 -

Man denkt an Gestern

Man denkt an Gestern, plant für Morgen.
Zieht in Betracht, wie's früher war.
Man macht sich um die Zukunft Sorgen.
Und endlos tönt ein Kommentar.

Man hortet die erlebten Stunden.
Man träumt zurück, und weit voraus.
Es schmerzen die verheilten Wunden.
Worauf man pocht, das nimmt Reißaus.

Das Gestern wird zum Leckerbissen.
Die Unwahrheit wird gern kredenzt.
Vom Heute möchte man nichts wissen.
Es wird beharrlich ausgegrenzt.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 506 -

Das Glück hat einen Namen

Wir können unser Glück nicht fassen.
Nun ist es gut um uns bestellt.
Du kannst dich wirklich sehen lassen,
denn du bist endlich auf der Welt.

Du bist gesund, und schon putzmunter.
Und in der Nacht schlägst du Alarm.
Dann nehmen wir, dich kleines Wunder,
mit großer Sorgfalt in den Arm.

Die Nächte wirst du umgestalten.
Und deine Wünsche sind Befehl.
Du pflegst uns erst, auf Trab zu halten,
im Anschluss bist du quietschfidel.
  runter Lippen

- 507 -

Du wirst zum Glanz in unsrer 'Hütte'.
Dein Schwesterchen ist lieb zu dir.
Sie nimmt die neue Lebensmitte
auf ihre Art ins Kreuzvisier.

Das Glück hat endlich einen Namen.
Doch alle sagen zu dir Schatz.
Denn das passt gut in diesen Rahmen.
In jedem Herzen nimmst du Platz.

© Roman Herberth
 

- 508 -

An schweren Tagen

Du hältst zu mir an schweren Tagen.
Und lotst mich aus der Dunkelheit.
Und liegt mir etwas schwer im Magen.
Dann hast du immer für mich Zeit.

Du stützt mich schon, bevor ich falle.
So bleiben meine Glieder heil.
Und wenn ich doch zu Boden knalle,
ist Hilfe nah per Rettungsseil.

Und sollte ich an Ufern stranden,
an denen mir was Böses droht.
Dann wirst du ebenfalls dort landen,
und rettest mich aus meiner Not.
  runter Lippen

- 509 -

Ins Unglück lässt du mich nicht laufen.
Denn du bist der, der zu mir steht.
Und liegt vor mir ein Scherbenhaufen,
erklärst du mir, wie's weiter geht.

Ich sollte dich viel öfter preisen,
weil mir dein Gutes widerfährt.
Ich sollte dir auch Dank erweisen,
du bist ein Halt, der sich bewährt.

© Roman Herberth
 

- 510 -

Es werden keine Stricke reißen.
Man handelt nämlich mit Bedacht.
Die Zuversicht kann nicht entgleisen,
man passt gut auf, und man gibt acht.

Verloren wird kein roter Faden.
Wer klug ist, übt sich in Geduld.
Vom Wahren lässt er sich beraten.
Er stürzt sich nicht in den Tumult.

Das Richtige lässt sich erkennen.
Doch das ist erst der erste Schritt.
Vom Falschen sollte man sich trennen,
dann wird man mit sich selber quitt.

Dem Übel kann man so entrinnen.
Ein Licht erhellt die Dunkelheit.
Ein neues Leben wird beginnen,
und unbeschwert tagt unsre Zeit.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 511 -

Ein Licht in der Dunkelheit

Nichts Böses wird dir widerfahren.
Ein Licht durchdringt die Dunkelheit.
Und Ruhe solltest du bewahren,
besiegt wird jede Traurigkeit.

Kein Hinterhalt kann dich bezwingen.
Die Engel stehen hinter dir.
Und jeder Angriff wird misslingen,
nimmt dich das Böse ins Visier.

Und wer dir nach dem Leben trachtet,
begibt sich selber in Gefahr.
Die Absicht, völlig hirnumnachtet.
Sein Scheitern wird bald offenbar.
  runter Lippen

- 512 -

Versucht man deine Kraft zu lähmen,
dann geht der Schuss nach hinten los.
Sei selbstbewusst, statt dich zu grämen,
denn wer dich angreift, stellt sich bloß.

Will sich die Bosheit an dir rächen,
wird Unversehrtheit garantiert.
Sie erntet selber ein Gebrechen,
dann steht sie da, und schaut blamiert.

© Roman Herberth
 

- 513 -

Wir finden Trost

Wir finden Trost in deinen Armen.
Ein Vorgeschmack vom Himmelreich.
Ob arm, ob reich, du hast Erbarmen.
Und du behandelst alle gleich.

Du schenkst uns Glück, und große Freude.
Dein Licht durchdringt die Dunkelheit.
Das lässt uns hoffen, Hier und Heute,
bis an die Tür zur Ewigkeit.

Du wirst uns nicht tyrannisieren.
Im Handeln sind wir immer frei.
Doch wenn wir unsren Kopf verlieren,
dann stehst du uns geduldig bei.
  runter Lippen

- 514 -

Und zeigt man nach der Sünde Reue,
dann gehst du mit uns gnädig um.
Du hältst uns weiterhin die Treue.
Den Fehltritt nimmst du uns nicht krumm.

Du läuterst uns durch Schwierigkeiten.
Das Pendel schwingt durch dich ins Lot.
Du bist mit uns zu allen Zeiten.
Du rettest uns aus jeder Not.

© Roman Herberth
 

- 515 -

Seit Jahren

Seit Jahren hältst du mir die Treue.
Du bist es, die mein Herz berührt.
Ich staune jeden Tag aufs Neue,
und Träume werden aufgespürt.

Du glaubst an mich trotz meiner Schwächen.
Und stolpert mal mein Lebenslauf.
Du stehst zu mir, statt dich zu rächen.
Du baust mich immer wieder auf.

Du lotst mich aus der Schaffenskrise.
Das findest du für stinknormal.
Du zeigst mir Blumen auf der Wiese,
am Gipfelkreuz und tief im Tal.

So vieles wäre zu berichten.
Wer mich bedrängt, macht keinen Stich.
Ich könnte nie auf dich verzichten,
denn du bist längst mein zweites Ich.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 516 -

In allen Kreisen

Das Glück verkehrt in allen Kreisen.
Es schert sich nicht um arm und reich.
Und jedem ist das Glück verheißen,
ob Bettler oder Wüstenscheich.

Und wenn es zunimmt, immer stetig.
Verbreitet wird ein Riesenspaß.
Bist du nun Single oder ledig,
es schenkt dir ein, ein volles Maß.

Man sucht es oft, und wird nicht fündig.
Dann wächst der Kummer zum Quadrat.
Und man erklärt dann kurz und bündig,
wir haben keinen Grund parat.

Es kommt, wenn wir es nicht erwarten.
Es ist oft nur ein 'Augen-Blick'.
Das Schicksal mischt gekonnt die Karten,
und wir empfinden tiefes Glück.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 517 -

Mal clever, und mal arm im Geist.
Man aufgebracht und von den Socken.
Mal unverschämt und auch mal dreist.
Doch manchmal sind die Schäfchen trocken.

Mal ungezügelt und mal zahm.
Und mal vom guten Geist verlassen.
Man tief geknickt, mal flügellahm.
Und mal kann man sein Glück nicht fassen.

Mal Faulheit und mal Tatendrang.
Mal wird man laut den Schöpfer preisen.
Mal wartet unser Untergang.
Und mal ist uns das Pech verheißen.
  runter Lippen

- 518 -

Mal sorgenfrei, mal Hans im Glück.
Und mal lässt man die Flügel hängen.
Mal stößt das Handeln auf Kritik.
Und mal steckt man in tausend Zwängen.

Mal sieht man alles negativ.
Man wird man viere von sich strecken.
Mal läuft nicht mal ein Jota schief.
Mal kann man sich die Finger lecken.

© Roman Herberth
 

- 519 -

Man hat sich lieb, und liegt sich in den Haaren.
Und das geschieht zum wiederholten Mal.
Man weiß genau, das sollte man sich sparen.
Und dennoch bleibt uns keine andre Wahl.

Mit andren wird man Kompromisse schließen.
Doch eine Liebe, die gerät in Streit.
Und das wird jede Zweisamkeit verdrießen.
Natürlich tut es später beiden leid.

Man könnte sich im Grunde glücklich schätzen.
Denn überwunden wird das 'einsam sein'.
Doch immer wieder wird man sich verletzen.
Man spürt es leider erst im Nachhinein.

Man hat sich lieb, und geht sich an die Wolle.
Was manchmal schwere Folgen nach sich zieht.
Und viel zu oft verliert man die Kontrolle,
obwohl man sich meist redlich drum bemüht.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 520 -

Die Eiertage

Vorüber sind die Eiertage.
Und jeder Hühnerstall im Land,
der drosselt seine Eiablage.
Und deshalb gackert man entspannt.

Man kommt sich nicht mehr ins Gehege.
Ein blindes Huhn 'sieht' das sofort.
Denn man wahrt Anstand im Gelege.
Man schuftet nicht mehr im Akkord.

Gestresst lag man sich in den Federn.
Das steht nicht länger auf dem Plan.
Man duldet sich, statt sich zu rädern,
und ganz gelassen kräht der Hahn.
  runter Lippen

- 521 -

Vom Hickhack wird man Abstand halten.
Nicht jedes Huhn will friedlich sein.
Der Hahn wird seines Amtes walten,
und hinterher kehrt Ruhe ein.

Das Eiern, das schlug hohe Wellen.
Jetzt gluckt dort die Zufriedenheit.
Man atmet auf in Hühnerställen,
beendet, die Saisonarbeit.

© Roman Herberth
 

- 522 -

Zu Dank verpflichtet

Man fühlt sich nicht zu Dank verpflichtet.
Und hält es auch für streng tabu.
Zum Großteil wird darauf verzichtet.
Denn was man kriegt: 'Das steht mir zu.'

Man ist gewohnt, sich zu beklagen.
Und andre macht man lieber 'rund'.
Umgangen wird das 'Danke sagen'.
Man habe dazu keinen Grund.

Man pfeift gern auf die Nächstenliebe.
Und hat sich höchstens selber gern.
Stattdessen setzt es Seitenhiebe.
Das liegt im Trend, und ist modern.
  runter Lippen

- 523 -

So viel erscheint uns selbstverständlich.
Und wäre doch ein Phänomen.
Man zeigt sich deshalb nicht erkenntlich
mit einem kleinen 'Danke schön'.

Der Herrgott hört auf unser Flehen.
Mit heiler Haut kommt man davon.
Man wird nicht dankbar in sich gehen,
denn Undank ist der Welten Lohn.

© Roman Herberth
 

- 524 -

Ein Verdruss

Vom Alltag lässt man sich verdrießen,
woran man leicht verzweifeln kann.
Auf Hilfe ist man angewiesen.
Man steht nicht immer seinen Mann.

Man kostet nicht nur Leckerbissen.
An dicken Brocken wird gekaut.
Man hat sich selbst auf dem Gewissen,
weil man sich selber nicht durchschaut.

Man stillt sein Sehnen, sein Verlangen.
Das ist ein Fehler, wie man weiß.
Die Rechnung ist nicht aufgegangen,
denn man zahlt einen hohen Preis.
  runter Lippen

- 525 -

Die Dummheit hat uns an der Leine.
Was wichtig wäre, wird verkannt.
Man übersieht die Stolpersteine.
Und fällt auf seinen Sachverstand.

Magnetisch wirkt oft, was uns schadet.
Man lässt sich leider darauf ein.
Und dass sich dann die Unschuld badet,
erkennt man erst im Nachhinein.

© Roman Herberth
 

- 526 -

Mit der Dummheit baden

Man geht mit seiner Dummheit baden,
denn vieles wurde falsch bedacht.
Man übt Geduld, dann reißt der Faden.
Zur Schnecke wird man noch gemacht.

Den Lügen hilft man auf die Sprünge.
Die Wahrheit wirft man über Bord.
Man ist nicht länger guter Dinge.
Und keiner spricht ein tröstend' Wort.

Die Seelenruhe kommt abhanden.
Ein Übel, das wohl keiner mag.
Und das, was wir einst gut verstanden,
das nimmt uns heftig in Beschlag.
  runter Lippen

- 527 -

Man hat sich vieles vorzuwerfen,
nimmt sich aufs Korn, und zielt genau.
Man geht sich furchtbar auf die Nerven.
Und wird nicht aus sich selber schlau.

Man fährt sich selber an den Karren,
obwohl man davon nichts versteht.
In Dummheit wird man noch verharren,
auch wenn es mit uns abwärts geht.

© Roman Herberth
 

- 528 -

Kein Nichts, kein Niemand kann mich halten.
Und legt sich eine Absicht quer.
Dann pflege ich sie auszuschalten.
Und ziehe sie aus dem Verkehr.

Das neue Land, das ich entdecke,
zeigt sich in vielerlei Gestalt.
Die Gegner bleiben auf der Strecke.
Im Notfall wird die Faust geballt.

Ich komme wieder auf den Trichter.
Mein guter Ruf eilt mir voraus.
Verängstigt schauen Bösewichter,
denn ihnen winkt kein Blumenstrauß.
  runter Lippen

- 529 -

Die Gunst wird mir zur Seite stehen.
Und dem wird gern Tribut gezollt.
Ein Rückenwind wird für mich wehen.
Mir ist das Glück nun wieder hold.

Mich hält nichts auf, nichts kann mich lähmen.
Und jede miese Hinterlist,
soll sich in Grund und Boden schämen,
da ihre Tat verwerflich ist.

© Roman Herberth
 

- 530 -

Sei bitte mein

Sei bitte mein an allen Tagen.
In jeder Nacht mein Sternenlicht.
Die Antwort meiner vielen Fragen,
und sei mein Hafer, der mich sticht.

Sei meine Wonne ohne Ende.
Und sei mein Märchen einer Fee.
sei meine Liebe, spreche Bände.
Und sei mein Zuckerstück im Tee.

Sei das, wonach ich mich so sehne.
Sei meine Rettung in der Not.
Sei meine kleine Freudenträne,
und bringe jeden Traum ins Lot.

Sei bitte stets auf meiner Seite.
Agiere nicht wie Hinz und Kunz.
Und sei mein Kragen, meine Weite.
Das bleibt natürlich unter uns.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 531 -

Nicht jeder

Nicht jeder ist mir wohl gesinnt.
Und daran habe ich zu kauen.
Es bläst ein scharfer Gegenwind.
Er will mich 'in die Pfanne hauen'.

Nicht jeder meint es mit mir gut.
Ich werde es nicht gleich erkennen.
Ich bin nicht immer auf der Hut,
und werde in mein Unglück rennen.

Nicht jeder pflegt mein Seelenheil.
Auf mein Verderben wird er zielen.
Ich denke, mich trifft Amors Pfeil,
dabei spielt man mit den Gefühlen.

Nicht jeder hat mir Glück gebracht.
Den Kürzern habe ich gezogen.
Ins Fäustchen hat man sich gelacht.
Doch einige sind mir gewogen.

© Roman Herberth
 

runter Lippen

- 532 -

Das Glück schwankt

Es gibt kein Glück auf lange Dauer.
Es schwankt, und es ist wechselhaft.
Es setzen Sturm und Regenschauer
die Glücksgefühle außer Kraft.

Das Glück schenkt uns ein Wohlbehagen.
Und es träumt meist von Ewigkeit.
Doch jedes Glück hat einen Haken,
das tut uns tief im Herzen leid.

Man kann sich manchmal glücklich preisen.
Man ist beflügelt, voll entflammt.
Dann ist uns doch das Pech verheißen,
im höchsten Grat wird das verdammt.

Man soll sich um sein Glück bemühen.
Und zwar in jedem Augenblick.
Doch will es einmal Leine ziehen,
ist das vielleicht dein größtes Glück.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 533 -

Keinen Grund zum Klagen

Es fehlen Gründe, um zu klagen.
Wir sind nicht blind, und können sehn.
Es quält uns auch kein Herzversagen,
und Freunde werden zu uns stehn.

Wir sind nicht an ein Bett gefesselt.
Bezwungen wird die Einsamkeit.
Kein Gegner hat uns eingekesselt,
und niemand zerrt am Nervenkleid.

Es geht uns besser als den meisten
Mit uns geht keiner ins Gericht.
Wir können uns das Leben leisten.
Und blühend unsre Zuversicht.
  runter Lippen

- 534 -

Wir können unbekümmert lachen.
Noch immer sind wir 'Hans im Glück'.
Die Hoffnung können wir entfachen.
Es dreht kein Mensch den Galgenstrick.

Es geht uns gut, und laute Klagen
die wären niemals angebracht.
Das Schicksal lässt sich leicht ertragen.
Die Sonne scheint nach jeder Nacht.

© Roman Herberth
 

- 535 -

Keine schrägen Töne

Die Liebe geht gern Hand in Hand.
Und was sie hasst, sind schräge Töne.
Sie hat nie einen schweren Stand.
Und nimmt sich Zeit für alles Schöne.

Sie schließt dich zärtlich in den Arm.
Das fördert dann dein Wohlbehagen.
Und sie versprüht gern ihren Charme.
Und sie wird dich auf Händen tragen.

Sie hat dich lieb, rund um die Uhr.
Es kribbeln ihre Schmetterlinge.
Dann spürst du sie in einer Tour.
Du freust dich und bist guter Dinge.
  runter Lippen

- 536 -

Dein Herz verweilt am rechten Fleck.
Sie wird dir treu zur Seite stehen.
Und das dient 'einem guten Zweck'.
Und sie wird nicht verloren gehen.

Sie denkt nicht nur ans eigne Bier.
Und du kannst immer auf sie zählen.
Sie ist dein Lebenselixier,
das pflegt sich bald herauszuschälen.

© Roman Herberth
 

- 537 -

Ein weißer Flieder

Am frühen Morgen, Vogellieder.
Betörendes liegt in der Luft.
Ein strahlend leuchtend weißer Flieder
verbreitet seinen süßen Duft.

Er hat für jeden was zu bieten.
Man nimmt ihn gern in Augenschein.
Der Nektar in den kleinen Blüten
lädt Bienen zum Verweilen ein.

Von vielen wird er wahrgenommen.
Entzückt ist die Insektenschar.
Dem Flieder sind sie hoch willkommen,
genauso wie im letzten Jahr.

Den Duft kann keiner konservieren.
Er wird nur kurze Zeit versprüht.
Bald wird er sich verdünnisieren,
weil er verfliegt, und Leine zieht.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 538 -

Zerzauste Blütenblätter

Ein Sturm zerzaust die Blütenblätter.
Da kann man machen, was man will.
Dem Sonnenschein folgt Donnerwetter.
Die Hand im Spiel hat der April.

Ein frischer Wind bläst zur Attacke,
Es hat sich deutlich abgekühlt.
Wer klug ist, greift zur Winterjacke,
weil man sich damit besser fühlt.

Statt Dürre, Land- und Dauerregen.
Man schimpft nicht, denn das muss mal sein.
Auch die Natur hat nichts dagegen,
sonst ginge jede Primel ein.
  runter Lippen

- 539 -

Die Lehrer und die meisten Schüler
sind davon nicht sehr angetan.
Die Ferientage, merklich kühler,
verhunzt wird so ein Urlaubsplan.

So manchen schlägt das auf den Magen.
Doch keiner kommt dagegen an.
Sie sollten es mit Fassung tragen,
wohl keiner, der was machen kann.

© Roman Herberth
 

- 540 -

Über den Kummer

Der Kummer steht am Morgen auf.
Und abends geht er mit dir schlafen.
Nur ungern nimmst du ihn in Kauf.
Er macht dich zum Galeeren-Sklaven.

Er prägt den lieben langen Tag.
Es alpen Träume in den Nächten.
Er nimmt dich völlig in Beschlag.
Sein Sinnen ist es, dich zu knechten.

Oft geht er einen Schritt zu weit.
Du weist ihn nicht in seine Schranken.
Er raubt dir die Zufriedenheit.
Und er ist Gift für die Gedanken.
  runter Lippen

- 541 -

Er war einst klein, jetzt ist er groß.
Und es verging dir längst das Lachen.
Er ist nicht mehr bedeutungslos,
und wird dich bald zur Schnecke machen.

Auf deinen Wegen hält er Schritt.
Du kannst dich seiner nicht erwehren.
Gibst du ihm einen Stiefeltritt,
dann wird er sich noch laut beschweren.

© Roman Herberth
 

- 542 -

Zukunftsmusik

Die Zukunft schmiedet schon seit Wochen,
an dem was einmal werden wird.
Die Phantasie ist ausgebrochen,
doch sie hat sich total geirrt.

Verheißungsvoll tönt die Prognose.
Beharrlich hält man an ihr fest.
Doch manchmal geht sie in die Hose,
was sich ganz leicht beweisen lässt.

Die Zukunft schmiedet fröhlich weiter.
Gedanken- und auch traumverlor'n.
"Auch blinde Hühner", meint sie heiter,
"die finden irgendwann ein Korn."
  runter Lippen

- 543 -

Was werden wird, steht in den Sternen.
Und nur das Gestern klingt konkret.
Es wäre klug daraus zu lernen.
Man nimmt es selten ins Gebet.

Die Zukunft ist vorherzuahnen,
man liest aus einem Kaffeesatz.
Ein Fundament, für unser Planen.
Doch häufig ist es für die Katz'.

© Roman Herberth
 

- 544 -

Seit Jugendtagen

Man wartet auf das große Glück.
Und das bereits seit Jugendtagen.
Man träumt von einem Sahnestück,
und man riskiert oft Kopf und Kragen.

Die Sucherei verläuft im Sand.
Und man beginnt dann laut zu fluchen.
Die Lage, ernst und angespannt.
Trotz allem wird man weitersuchen.

Dann stößt man auf ein Sex-Appeal.
Man huldigt ihm für kurze Dauer.
Doch später wird es uns zuviel.
Im Nachhinein ist jeder schlauer.

Man ist enttäuscht und sucht nicht mehr.
Denn was man sucht, lässt sich nicht finden.
Dann kommt das wahre Glück daher,
doch man beschließt, sich nicht zu binden.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 545 -

Bunte Gaukler

Wenn bunte Gaukler Einzug halten,
stößt das auf breite Resonanz.
Es glätten sich die Sorgenfalten
betrachtet man den Schwalbenschwanz.

Er flattert über Streuobstwiesen,
und ist bekannt im engen Tal.
Und jede Blüte wird er grüßen,
und seinen Freund den Admiral.

Man ist verwandtschaftlich verbunden.
Den Nektar schlürft man im Duett.
Man teilt die Blumen und die Stunden.
Doch jeder schnarcht allein im Bett.

Die Schmetterlinge hört man lachen,
im Monat Mai bei Sonnenschein.
Und das wird jedem Freude machen,
man stimmt in das Gelächter ein.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 546 -

Vor dem Abend

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
Es kann ja sein, dass es noch dreizehn schlägt.
Ein Hampelmann kann einen Aufstand proben,
was unverblümt an unsren Nerven sägt.

Man soll sich nicht schon morgens glücklich schätzen.
Es trifft uns vielleicht hart ein Schicksalsschlag.
Und oft hat er zum Ziel, uns zu verletzen.
Wohl keiner, der die Absicht leiden mag.

Es kann uns vieles aus der Fassung bringen.
Die Eile trifft auf einen Bummelstreik.
Man möchte laut ein Halleluja singen,
jedoch man kommt auf keinen grünen Zweig.

Ein Nachmittag soll nicht den Abend preisen.
Es wäre klüger, wenn er es verschiebt.
Vielleicht ist uns noch großes Pech verheißen,
dann macht er sich ganz sicher unbeliebt.

© Roman Herberth

  runter Lippen

- 547 -

Zu Tränen rühren

Ein großes Unglück rührt zu Tränen.
Man tut sich tief im Herzen leid.
Und dann fehlt unsren Zukunftsplänen
der Traum von einer schönen Zeit.

Von ganzer Seele wird man trauern.
Ein Ausweg, leider nicht in Sicht.
Man wird sich selber tief bedauern.
Und an ein Wunder glaubt man nicht.

Man hat sich auch im Schmerz verfangen.
Einst zog man falsches ins Kalkül.
Die Rechnung ist nicht aufgegangen.
Der Teufel hat die Hand im Spiel.
  runter Lippen

- 548 -

Man wird fast den Verstand verlieren.
Man ist verzweifelt und man weint.
Das eine kann man garantieren,
dass nie mehr eine Sonne scheint.

Doch irgendwann heilt jede Wunde.
Ein Tag verscheucht die dunkle Nacht.
Das Glück dreht eine neue Runde,
und eine Freudenträne lacht.

© Roman Herberth
 

- 549 -

Man stößt sich hart

Man stößt sich hart an seinen Grenzen.
An manchen Tagen kocht die Wut.
Und daraus zieht man Konsequenzen,
im Anschluss ist man auf der Hut.

Verlockend klingt oft die Prognose.
Man ist natürlich voll entflammt.
Am Ende geht sie in die Hose,
was man im höchsten Grat verdammt.

Man riecht die Lunte und den Braten.
Dann hat man sich verkalkuliert.
Und unausweichlich folgt ein Schaden,
und deshalb schaut man irritiert.
  runter Lippen

- 550 -

Den Rahmen will man häufig sprengen.
Er hält dagegen, stellt sich quer.
Dann lassen uns die Kräfte hängen,
sie sind erschöpft und atmen schwer.

Man möchte seine Fesseln lösen.
Und man versucht es unentwegt,
im guten aber auch im bösen.
Man erntet nichts, was Früchte trägt.

© Roman Herberth
 

- 551 -

Mal so und mal so

Mal ist man Ochse vor dem Berg.
Und mal ein Ochse vor dem Pflug.
Mal geht man frohgemut ans Werk.
Und manchmal ist man gar nicht klug.

Mal ist man clever und gewieft.
Und man weiß alles haargenau.
Kurz später wird uns dann verbrieft,
sie sind zwar vieles, doch nicht schlau.

Mal liegt man richtig, mal verkehrt.
Mal sind wir dümmer als erlaubt.
Mal lacht die Dummheit unversehrt,
Mal ist man anders, als man glaubt.
  runter Lippen

- 552 -

Mal macht sogar der Unsinn Sinn.
Mal hat man Glück und manchmal keins.
Mal wartet schon der Neubeginn,
und dann das Ende des Lateins.

Mal klingt man wohl, fast wie dement.
Dann wieder ist man ein Genie.
Mal ist man, wie uns keiner kennt,
das stößt nicht nur auf Sympathie.

© Roman Herberth
 

- 553 -

Die Lage ist angespannt

Man wird nicht immer Glück erfahren.
Die Lage, manchmal angespannt.
Und später ist man sich im Klaren,
das Pech nimmt wieder überhand.

Statt Freude wird es Ärger geben,
auf den man gern verzichten kann.
Man muss ihn hautnah miterleben,
und man verzweifelt fast daran.

Man pflegt noch immer Starallüren.
Und weiß genau, das ist nicht klug.
Und zu nichts Gutem wird es führen,
denn man erliegt dem Selbstbetrug.
  runter Lippen

- 554 -

Oft wird man sich zu viel erwarten,
doch unser großer Traum misslingt.
Es liegt an unsren schlechten Karten,
was uns dann ungeheuer stinkt.

Das Glück sucht unverhofft das Weite.
Man weiß nicht, wie es dazu kam.
Es steht nicht mehr auf unsrer Seite,
und das legt unsre Flügel lahm.

© Roman Herberth
 

- 555 -

Mit Sorgen baden gehen

Schlecht ist es um uns bestellt.
Mit den Sorgen geht man baden.
Keiner, der jetzt zu uns hält.
Man verliert den roten Faden.

Es ist schlimmer als man ahnt.
Bis zum Hals steht uns die Tinte.
Dass uns nun das Böse schwant,
das hat sicher gute Gründe.

Weil man noch am Leben hängt,
bleibt man forsch, statt durchzudrehen.
Die Gefahr, die wird verdrängt.
Demnächst wird man untergehen.

Düster wirkt das Zukunftsbild.
Hoch am Himmel, dunkle Wolken.
Doch es wird nur halb so wild.
Völlig harmlos sind die Folgen.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 556 -

An den Kragen gehen

Geh deinem Kummer an den Kragen,
sonst macht er dir die Hölle heiß.
Nichts Gutes ist ihm nachzusagen.
Er führt dich in den Teufelskreis.

Er wird dir auf den Wecker fallen.
Du kommst mit ihm nicht an dein Ziel.
Du wirst es anfangs gar nicht 'schnallen'.
Sein Pech hat oft die Hand im Spiel.

Mit ihm wirst du kein Glück erleben.
Von Kopf bis Fuß wirst du gelähmt.
Umsonst dein inniges Bestreben.
Er handelt nämlich unverschämt.

Du musst ihn in die Schranken weisen,
sonst wird er unberechenbar.
Du kannst dich dann nicht glücklich preisen,
und du bist ernsthaft in Gefahr.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 557 -

Das große Los

Das große Los hast du gezogen.
Jetzt stehst du nicht mehr auf dem Schlauch.
Das Schicksal ist dir nun gewogen.
Das Pech von früher, Schall und Rauch.

Du bist nicht länger von den Socken.
Die Trümpfe sind in deiner Hand.
Selbst deine Schäfchen sind jetzt trocken.
Und du siehst endlich wieder Land.

Den Kürzern zieht dein Herzversagen.
Selbst eine tiefe Wunde heilt.
Und es verebben deine Klagen.
Der Kummer hat sich abgeseilt.
  runter Lippen

- 558 -

Dir winkt das Glück auf deinen Wegen.
Und eine Hoffnung wird entfacht.
Der Himmel gibt dir seinen Segen.
Und deine 'Krämerseele' lacht.

Mit Volldampf wird es aufwärts gehen.
Besiegt wird jeder Bösewicht.
Mit neuen Augen wirst du sehen,
und groß ist deine Zuversicht.

© Roman Herberth
 

- 559 -

Nur von kurzer Dauer

Das Glück war nur von kurzer Dauer.
Sein Schein war leider trügerisch.
Im Nachhinein ist jeder schlauer,
dann liegen Fakten auf dem Tisch.

Vom 'Glücklich sein' ist nichts geblieben.
Es hat sich aus dem Staub gemacht.
Nun wird es einfach abgeschrieben,
denn es hat mir kein Glück gebracht.

Ich werde es nicht mehr erwähnen.
Denn es ist nicht der Rede wert.
Es rührt mich sicher nicht zu Tränen,
denn ich bin längst von ihm bekehrt.

Was gestern galt, ist bald vergessen.
Das gilt für jedes kurze Glück.
Ich lasse mich davon nicht stressen.
Ich denke vorwärts, nicht zurück.

© Roman Herberth

runter Lippen

- 560 -

Was nicht ist

Was nicht ist, das kann noch werden.
Träume werden Wirklichkeit.
Und das Paradies auf Erden,
das erlebt man gern zu zweit.

Süße Kirschen werden reifen.
Und die rote Rose rankt.
Alles kann man nie begreifen.
Das ist auch zuviel verlangt.

Keiner kann sein Ziel verfehlen.
Jeder findet in sein Glück.
Auf sich selber muss man zählen,
denn sonst kommt es knüppeldick.
  runter Lippen

- 561 -

Stelle immer neue Weichen.
Achte dich ein Leben lang.
Gott löst unsre Fragezeichen.
Man entgeht dem Untergang.

Was man anstrebt, wird gelingen.
Stapfe um den heißen Brei.
Opfer muss man keine bringen,
denn der Himmel steht uns bei.

© Roman Herberth
 

- 562 -

Die Launen des April

Gefürchtet wird oft der April,
sein Wechselhaftes, seine Launen.
Er macht auch heuer, was er will.
Jedoch er bringt die Welt zum Staunen.

Die Bäume schlagen nämlich aus.
Sie schmücken sich mit weißen Blüten.
Es piepst aus jedem Vogelhaus,
beendet hat man längst das Brüten.

Der Sonnenschein nimmt überhand.
Das wird uns nachts den Tiefschlaf rauben.
Denn schmerzhaft, jeder Sonnenbrand.
Das wollen viele gar nicht glauben.

In diesem Jahr schenkt der April,
uns Ostereier, Sonnenstrahlen.
Und er macht immer, was er will,
mit seiner Wonne kann er prahlen.

© Roman Herberth
 

  runter Lippen

- 563 -

Die graue Theorie

Es bleibt nicht aus, man muss sich fügen.
Das geht uns manchmal auf den Geist.
Nur selten ist es ein Vergnügen,
wenn man in saure Äpfel beißt.

Dem Schicksal muss sich jeder beugen,
ob Höhenflug, ob Jammertal.
Es kann uns zwar nicht überzeugen,
doch man hat keine andre Wahl.

In Schwierigkeiten kann man stecken.
Dann fragt man sich, wohin das führt.
Es pflegen Sorgen anzuecken,
und Tränen werden aufgespürt.

Uns stehen alle Wege offen,
doch das ist graue Theorie.
Vergebens ist oft unser Hoffen,
das Schicksal legt uns übers Knie.

© Roman Herberth
 

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